Schwestern werden Milliardärinnen dank Immobilien-Boom

Zwei Töchter des schwedischen Industriellen Fredrik Lundberg sind Milliardärinnen geworden. Zu verdanken haben sie ihr Vermögen dem Rekordhoch der familieneigenen Investmentfirma.
21.08.2016 07:42
In Schweden steigen - wie auch in der Schweiz - die Immobilienpreise an.
In Schweden steigen - wie auch in der Schweiz - die Immobilienpreise an.
Bild: Pixabay

Louise Lindh, 36, und Katarina Martinson, 35, halten an der börsennotierten Lundbergfoeretagen AB jeweils einen wirtschaftlichen Anteil von 14 Prozent, wie aus dem Geschäftsbericht für das Jahr 2015 hervorgeht. Am Montag dieser Woche schlossen die Aktien auf einem neuen Allzeithoch bei 519,50 Schwedischen Kronen (54,87 Euro).

Die Aktie profitiert unter anderem von steigenden Immobilienwerten in Stockholm, wo die Preise für Wohnungen in den vergangenen zwölf Monaten laut Real Capital Analytics um 24 Prozent nach oben geschossen sind. Immobilien machten Ende Mai rund 40 Prozent der 59 Mrd. Kronen an Marktwert-Aktiva des Unternehmens aus.

Ein Mangel an öffentlich verfügbaren Aktien - die Familie kontrolliert 70 Prozent des Grundkapitals und mehr als 90 Prozent der Stimmrechte - verstärkt den Kursanstieg, wie Analyst Gustav Oesterberg von Pareto Securities in Stockholm erklärt.

Seit 1983 an der Börse gehandelt

Die Beteiligung der Geschwister war von 7,6 Prozent zu Jahresbeginn 2015 auf den aktuellen Wert gestiegen, nachdem ihr Vater durch den Transfer eines Teils seiner Beteiligungen ihre Anteile am Familienunternehmen nahezu verdoppelt hatte. Der Wert dieser Aktien, zusammen mit den Dividenden und Anteilen an anderen öffentlich gehandelten Aktiva, beschert den beiden Schwestern jeweils rund 1,1 Mrd. Dollar an Vermögen, zeigt der Bloomberg Billionaires Index. Die Familie selbst wollte sich zum Thema nicht äussern.

Rund vier Fünftel des Nettovermögenswerts des Unternehmens ergeben sich aus börsengehandelten Aktien. Dazu zählen die Immobilienfirma Hufvudstaden AB, die vor allem in Stockholm Wohn- und Geschäftsobjekte verwaltet, sowie Holmen AB, die Waldbestände besitzt und Papierprodukte herstellt. Die nicht an der Börse notierte Fastighets AB, ebenfalls im Bereich Immobilien aktiv, macht den Rest aus.

Gegründet wurde Lundbergs von dem Grossvater der Schwestern, Lars Erik Lundberg, der 1944 sein eigenes Bauunternehmen gegründet und sich auf die Entwicklung von Wohnhäusern spezialisiert hatte. Fredrik übernahm in den 1980er Jahren das Ruder und kümmert sich um die Diversifikation des Unternehmens in andere Bereiche, darunter Banken und die Industriefirma Alfa Laval. 1983 wurde der Handel an der Börse aufgenommen.

Ein Familienbetrieb durch und durch

Die Schwestern hatten ihre anfänglichen 6,8 Prozent an der Firma nach dem Tod des Grossvaters 2001 offenbart. Lindh ging 2005 bei Fastighets AB L.E. Lundberg als Assistentin des Geschäftsführers Peter Whass an Bord. Zwei Jahre später wurde sie Executive Vice President, 2010 zog sie ins Board ein. Ihre jüngere Schwester, Martinson, ist bereits seit 2009 Director.

Fredrik fungiert als President und CEO der gesamten Gruppe. Er verfügt über ein Nettovermögen von 3,7 Mrd. Dollar und hält weiter die Kontrolle über das Unternehmen. Der 65-Jährige besitzt noch immer 80 Prozent der Klasse-A-Aktien der Firma, die jeweils 10 Stimmrechte haben. Das verschafft ihm unter dem Strich 42 Prozent der wirtschaftlichen Anteile und 71 Prozent der Stimmrechte am Unternehmen.

"Es ist noch so weit weg, dass ich darüber nicht nachdenke", sagte Lindh im Jahr 2013 in einem Interview mit dem Industrie-Magazin Fastighetsvaerlden auf die Frage nach einer Nachfolgeregelung. "Es funktioniert grossartig so, wie es ist."

(Bloomberg)