Sensorenhersteller überzeugt - AMS wird für den starken Ausblick gefeiert - Aktie steigt kräftig

Der Quartalsverlust fällt bei AMS höher als erwartet aus. Punkten kann der Sensorenhersteller bei den Analysten aber vor allem mit dem Umsatzausblick. Die Aktie steigt auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte.
25.04.2017 10:57
Von Lorenz Burkhalter
Firmenhauptsitz von AMS in Unterpremstätten.
Firmenhauptsitz von AMS in Unterpremstätten.
Bild: iNg

Mit einem Plus von mehr als 80 Prozent seit Anfang Januar zählt die Aktie des Sensorenherstellers AMS an der Schweizer Börse SIX zu den grössten Gewinnern in diesem Jahr.

Auf den ersten Blick scheinen diese Vorschusslorbeeren zwar nicht gerechtfertigt, schlägt sich die umstrittene Übernahme von Heptagon in den ersten drei Monaten doch in einem tiefroten Ergebnis nieder. Mit 16 Millionen Euro liegt der Quartalsverlust deutlich über den von Analysten erwarteten 11,4 Millionen Euro.

Allerdings rechnen die Firmenvertreter im angelaufenen zweiten Quartal mit einer kräftigen Belebung und einem Umsatz zwischen 174 und 181 Millionen Euro. Folglich werden Analysten ihre Umsatzschätzungen um mindestens 10 Prozent anheben müssen.

An der Schweizer Börse SIX wird die AMS-Aktie von kräftigen Käufen erfasst und haussiert zur Stunde um 12,7 Prozent auf 60,80 Franken. Im frühen Handel kletterte sie vorübergehend sogar auf 64,60 Franken und damit auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte.

Trotz einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe ist in einem Kommentar der britischen Grossbank Barclays von einem "starken und über den Erwartungen liegenden" Zahlenkranz die Rede. AMS habe beim Umsatz sogar die eigene Zielbandbreite übertroffen, so schreibt der Autor weiter.

Umsatzausblick übertrifft die Analystenerwartungen deutlich

Er findet sowohl am neugewonnenen Auftragsvolumen als auch an der besseren Vorhersehbarkeit sichtlich Gefallen. Seines Erachtens lässt sich die zukünftige Geschäftsentwicklung nach den ersten drei Monaten deutlich besser abschätzen als bisher.

Aufgrund des optimistischen Umsatzausblicks für das angelaufene Quartal und der ermutigenden Aussagen für die zweite Jahreshälfte wird der für Barclays tätige Analyst seine Schätzungen kräftig anheben. Bis dahin stuft er die AMS-Aktie unverändert mit "Equal weight" und einem Kursziel von 54 Franken ein.

Auch sein Berufskollege von der Zürcher Kantonalbank begrüsst die in Aussicht gestellte sequenzielle Umsatzerhöhung, verweist gleichzeitig aber auf die unter den Markterwartungen liegenden Aussagen zum operativen Gewinn. Die vom Unternehmen neu mit 400 bis 450 Millionen Euro veranschlagten Vorabinvestitionen für dieses Jahr bezeichnet der Analyst als hoch. Nach dem fulminanten Kursverlauf preise die AMS-Aktie einen positiven zukünftigen Geschäftsverlauf vollständig ein, so schreibt er weiter und stuft die Aktie wie bis anhin mit "Marktgewichten" ein.

Eine erste Kurszielerhöhung trifft ein

Der für die Bank Vontobel tätige Analyst nimmt den vorliegenden Zahlenkranz zum Anlass, um das Kursziel für die von ihm zum Kauf empfohlenen Aktie auf 65 (bisher: 49) Franken anzuheben. Zusammenfassend befinde sich AMS in einer Übergangsphase mit beachtlichen Möglichkeiten im Bereich der 3D-Sensorik, so schreibt er. Vom Ausblick schliesst man bei der Zürcher Bank auf eine gute Dynamik, zunehmendes Vertrauen in die Anlaufphase von Heptagon sowie auf erhebliches Potenzial im mittelfristigen Bereich.

Die Analysten von Bryan Garnier und der Commerzbank stossen sich hingegen an den drastisch höheren Vorabinvestitionen bei den mit Heptagon übernommenen Geschäftsaktivitäten. Ausserdem liege der Zahlenkranz für die ersten drei Monate nur knapp im Rahmen der Erwartungen, so lässt man bei der Commerzbank durchblicken. Beide Banken stufen die Aktie mit tiefen Kurszielen von 38 bis 40 Franken neutral ein.