SFS-CEO: «Zuversichtlich für das iPhone»

Der Metallverarbeiter SFS litt 2015 unter dem starken Franken. Im cash-Video-Interview schaut der neue CEO Jens Breu nach vorne und äussert sich zur Währungssituation, zum Standort Schweiz und zum wichtigen Kunden Apple.
04.03.2016 12:50
Von Ivo Ruch
Jens Breu ist seit Anfang Jahr CEO von SFS.
Bild: cash

Ein halbes Prozent weniger Umsatz und 4,7 Prozent weniger Gewinn: Der starke Franken hinterlässt beim Metallverarbeiter SFS zwar Spuren. Dank einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2015 sind sie jedoch weniger tief als ursprünglich befürchtet. Die Aktionäre kommen trotz Gewinnrückgang in den Genuss einer unveränderten Dividende von 1,50 Franken pro Aktie.

"Wir nehmen Rücksicht auf unsere Belegschaft und erhöhen die Dividende nicht. Andererseits kennen wir die Bedürfnisse der Investoren", sagt Jens Breu im Video-Interview mit cash. Der SFS-CEO steht seit Anfang Jahr an der Spitze des Unternehmens, für das er seit mehr als 20 Jahren tätig ist. Auch er sieht, dass die SFS-Belegschaft im letzten Jahr im Zuge der Massnahmen zur Bekämpfung der Frankenstärke einige Abstriche machen musste.

An der Börse werden die Geschäftszahlen verhältnismässig gut aufgenommen. In einem kaum veränderten Gesamtmarkt gewinnen die SFS-Titel bis am Mittag 0,5 Prozent auf 67,85 Franken. Das ist praktisch der gleiche Stand wie beim Gang an die Schweizer Börse vor knapp zwei Jahren.

Standort Schweiz unter Druck

Der starke Schweizer Franken bleibt weiterhin im Fokus von SFS. Auch wenn der Umsatzanteil in Europa laufend zurückgeht, machte er 2015 immer noch rund 40 Prozent aus. "Die Verfolgung der Devisenkurse ist für uns ein tägliches Anliegen. Aber wir arbeiten laufend an der Effizienz", sagt Breu.

Zu den vor einem Jahr eingeführten Massnahmen gehörten ein Einstellungsstopp, die Erhöhung der Wochenarbeitszeit, eine Ferienreduktion sowie Kürzung der Managerlöhne um 10 Prozent. Anfang 2016 wurde das Ferienguthaben der Mitarbeiter wieder auf sechs Wochen erhöht, die erhöhte Wochenarbeitszeit von 44 Stunden wurde indes beibehalten.

Derzeit beschäftigt SFS 8300 Personen, 27 Prozent davon in der Schweiz. Eine Vergrösserung des Standorts Schweiz in naher Zukunft ist aber eher unwahrscheinlich. "Wir glauben weiterhin an den Standort Schweiz. Aber es wird nicht zu Gebäudeerweiterungen und substanziellen Kapazitätsausweitungen kommen. Stattdessen fokussieren wir auf eine hohe Wertschöpfung", sagt der 44-jährige Breu.

Weiterhin im iPhone vertreten?

Trotz des schwierigen Umfelds peilt SFS bei unveränderten Wechselkursen eine Steigerung des Umsatzes um 2 bis 4 Prozent und eine auf 13 bis 14 Prozent erhöhte Betriebsgewinnmarge (EBITA-Marge) an. 2015 lag diese bei 12,5 Prozent.

Als spannenden Wachstumsmarkt nennt Jens Breu die Automobilindustrie, die derzeit von grossen Veränderungen geprägt ist, insbesondere das autonome Fahren. SFS beliefert die Industrie in diesem Bereich mit Komponenten, die in elektronischen Park- und Bremssystemen zum Einsatz kommen.

Zudem sin die Rheintaler auch im Markt für Konsumentenelektronik tätig. Die Miniaturschrauben von SFS werden in Smartwatches und Smartphones verbaut. Auch Apple gehört in diesem Segment zu den Kunden, der Umsatzanteil der Kalifornier bei SFS betrug in der Vergangenheit rund 10 Prozent.

"Wir sind optimistisch, dass wir den Lieferanteil halten werden", so Breu. Ziel sei es, diesen Anteil sogar noch etwas auszubauen. Das neue Modell des Apple-Flaggschiffes, das iPhone 7, wird für September erwartet. "Wir glauben, dass wir weiterhin dabei sind. Wir sind zuversichtlich", so der SFS-CEO im cash-Video-Interview.