SHL schreibt im ersten Halbjahr schwarze Zahlen

Der israelische Telemedizin-Anbieter SHL hat im ersten Semester einen deutlich höheren Umsatz erzielt und unter dem Strich erneut einen Gewinn erwirtschaftet.
18.09.2018 07:51
SHL Telemedizin ist an der Börse SIX gelistet.
SHL Telemedizin ist an der Börse SIX gelistet.
Bild: pixabay.com

In den Schlagzeilen steht die an der Schweizer Börse SIX kotierte SHL derzeit vor allem wegen eines tobenden Machtkampfes um die Kontrolle über das Unternehmen. Konkret stieg der Umsatz um 12 Prozent auf 29,0 Millionen US-Dollar, wie das israelische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Darin eingeschlossen ist auch ein Gewinn von 8,9 Millionen aufgrund von Kosteneinsparungen im Rahmen von "Chronic Disease Management Services" in den Jahren 2015-2017.

Deutschland steuerte 18,4 Millionen (+127 Prozent) und Israel 10,5 Millionen US-Dollar (+5 Prozent) zum Umsatz bei. Der operative Gewinn (EBIT) erhöhte sich gar um über 200 Prozent auf 10,3 Millionen. Das operative Ergebnis sei von der höheren Bruttogewinnmarge in Deutschland positiv beeinflusst worden, während Israel von einem Umsatzwachstum profitierte und damit massgeblich zu einer verbesserten Profitabilität des Unternehmens beigetragen habe, teilte die Gesellschaft weiter mit. Unter dem Strich resultierte ein Nettogewinn bei von 8,7 Millionen Dollar, was einer Steigerung von 126 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Keine Fortschritte machen konnte die Gesellschaft bei der Cash-Generierung: Der Freie Cashflow wird mit 0,5 Millionen ausgewiesen. In der Vorjahresperiode war ein Wert von 11,6 Millionen vermeldet worden. "SHL erzielte im ersten Halbjahr 2018 ein ausgezeichnetes Resultat, wobei Umsatz und Rentabilität deutlich über den letzten Jahren lagen," liess sich CEO Yoav Rubinstein in der Mitteilung zitieren. Einen Ausblick auf das Gesamtjahr wird im Communiqué nicht gegeben.

Machtkampf im Fokus

Das Augenmerk der Investoren dürfte sich bei SHL aktuell aber weniger auf den neuen Zahlenkranz richten, als auf die Entwicklungen im laufenden Machtkampf um Kontrolle über das Unternehmen; am 18. Oktober findet deswegen eine ausserordentlichen Generalversammlung statt.

Dabei will die Nehama and Yoram Alroy Investment Ltd. die bisherigen VR-Mitglieder Yi He, Cailong Su, Xuewen Wu, Yuan-Hsun Lo, Yirong Qian sowie Hava Shechter aus dem Gremium kippen. Neu sollen dafür Elon Shalev, Erez Alroy, Yariv Alroy und Erez Nachtomy in den Verwaltungsrat gewählt werden.

Die chinesischen SHL-Grossaktionäre, deren Vertreter nun aus dem Gremium gekippt werden sollen, hatten zuvor einen Dämpfer erlitten: Sie erhielten von der Übernahmekommission (UEK) keinen weiteren Aufschub für die Vorlage ihres Pflichtangebots. Dieses war im August 2017 verfügt worden.

Und zwar sollten die chinesischen Investoren mindestens 8,70 Franken je SHL-Anteil bieten. Weil dies nicht geschah, wurden die Stimmrechte der Aktionäre aus Fernost suspendiert. Erst am vergangenen Mittwoch war ausserdem bekannt geworden, dass mit der GZ Asset Management ein weiterer Aktionär ein neues Mitglied für den Verwaltungsrat zur Wahl stellt. Und zwar wird die GZ Asset Management Herrn Ziv Carthy vorschlagen.

(AWP)