«Sicherer Hafen» - Anleger greifen wegen Nordkorea-Krise zu Franken-Obligationen

Aus Angst vor einer Eskalation der Nordkorea-Krise haben die Anleger am Dienstag den sichere Hafen Franken-Anleihen angesteuert.
29.08.2017 17:20
Franken-Obligationen sind gefragt (im Bild: historische Oblis).
Franken-Obligationen sind gefragt (im Bild: historische Oblis).
Bild: ghidelli.net

Gefragt waren Händlern zufolge Obligationen erstklassiger Schuldner wie der Eidgenossenschaft, der Pfandbriefinstitute und anderer öffentlich-rechtlicher Institutionen. Die Kurse zogen an und die Renditen gingen im Gegenzug zurück. Auch Gold, Yen und Franken sowie deutsche Bundesanleihen waren gefragt. Um Aktien machten die Anleger dagegen einen Bogen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un feuerte eine Rakete ab, die erstmals japanisches Territorium überflog und anschliessend ins Meer stürzte. "Damit ist eine neue Stufe der Krise erreicht", sagte ein Händler. Vor einigen Wochen hatte der US-Präsident Nordkorea für den Fall weiterer Provokationen mit "Feuer und Zorn" gedroht und Schritte angekündigt, wie sie die Welt noch nie erlebt habe.

Die Rendite der zehnjährigen Referenzanleihe der Eidgenossenschaft sank auf minus 0,156 Prozent von minus 0,139 Prozent am Montag. Der September-Kontrakt des Zinsfuture Conf stieg um 24 Basispunkte auf mit 165,56 Prozent.

Von der Nachfrage nach erstklassigen Papieren profitierte die Neuemission der Pfandbriefzentrale schweizerischer Kantonalbanken. Das Institut holte sich mit der Aufstockung der Anleihen 2026 und 2030 insgesamt 411 Millionen Franken. Die Renditen betrugen 0,1 und 0,341 Prozent.

(Reuters)