Sicherer Hafen - Krise in Spanien treibt Kurse der Franken-Obligationen hoch

Wegen der Katalonien-Krise haben die Anleger am Mittwoch die als sichere Häfen geltenden Franken-Obligationen angesteuert.
04.10.2017 19:05
Anleihen in Franken sind am Mittwoch gefragt.
Anleihen in Franken sind am Mittwoch gefragt.

Der Dezember-Kontrakt des Zinsfuture Conf steigt um 23 Basispunkte auf 160,86 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Referenzanleihe der Eidgenossenschaft sinkt auf minus 0,014 Prozent von minus 0,007 Prozent am Dienstag.

Händler sagen, von der Verunsicherung profitierten vor allem die als erstklassig geltenden Anleihen der Eidgenossenschaft, der Pfandbriefinstitute und anderer öffentlich-rechtlicher Schuldner.

Die Folgen des Streits um die Loslösung Kataloniens von Spanien seien unabsehbar, sagt ein Händler. "Die Situation spitzt sich zu." Die Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien sei eine Frage von Tagen, erklärte Carles Puigdemont, der Chef der Regionalregierung. Spaniens König Felipe bezeichnete die Lage in Katalonien als sehr ernst und kritisierte die katalanische Regionalregierung scharf.

Spaniens Börse taucht

Anleger warfen spanische Wertpapiere auf den Markt. Der Index der spanischen Börse fiel um 2,4 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen des Landes stieg auf den höchsten Stand seit mehr als einem halben Jahr. Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets spanischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 2000 auf 73'000 Euro, teilte der Datenanbieter Markit mit.

Zur festeren Tendenz der Obligationenbörse trug auch die Diskussion um den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed bei. Einem Medienbericht zufolge gilt der Notenbanker Jerome Powell als heisser Kandidat für die Nachfolge von Fed-Chefin Janet Yellen, deren Amtszeit im Februar ausläuft. Powell werde von Anlegern als Befürworter einer lockeren Geldpolitik gesehen, der die Zügel langsam anziehen werde, urteilt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

(Reuters)