Siegfried wächst dank BASF-Standorten markant

Der Aargauer Pharmazulieferer Siegfried hat im ersten Halbjahr 2016 dank der im vergangenen Jahr übernommenen BASF-Standorte einen Umsatzsprung gemacht. Die Umsatzprognose wird erhöht.
18.08.2016 07:07
Die Aktie von Siegfried kommt in diesem Jahr auf ein Plus von 4 Prozent.
Die Aktie von Siegfried kommt in diesem Jahr auf ein Plus von 4 Prozent.
Bild: Siegfried

Die mit der Übernahme verbundenen Integrationskosten belasten indes wie angekündigt das Ergebnis. An der bisherigen Gewinnprognose hält das Unternehmen aber fest und die Prognose für den Umsatz wurde gar noch erhöht.

Der Umsatz wuchs akquisitionsbedingt markant um 76% auf 353,6 Mio CHF, entsprechend einem Plus in Landeswährung von 72%. Für den Grossteil des Wachstums ist die Übernahme des Wirkstoff-Geschäfts von BASF im letzten Herbst verantwortlich.

Der Umsatz habe sich in allen Geschäftsfeldern und an allen Standorten erfreulich entwickelt, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Verkäufe im Geschäft mit Wirksubstanzen hätten sich mehr als verdoppelt und auch bei den fertig formulierten Medikamenten, welche von der BASF-Transaktion nicht betroffen seien, habe der Zuwachs bei 16% gelegen.

Bei der Akquisition von Neugeschäft bewege man sich in allen Marktbereichen weiterhin auf hohem Niveau. Das Unternehmen geht davon aus, Ende Jahr diesbezüglich ein neues Rekordergebnis präsentieren zu können.

Erste Synergien spürbar

Das Betriebsergebnis sei erwartungsgemäss von hohen Aufwendungen für die Integration der neuen Standorte geprägt, wird CEO Rudolf Hanko in der Mitteilung zitiert. Die entsprechenden Synergien seien aber bereits spürbar und würden sich kurz- bis mittelfristig positiv auswirken.

Der EBITDA zog entsprechend unterproportional um gut 26% auf 43,7 Mio CHF an, während der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT um 3,1% auf 19,9 Mio zurückging. Um die Sondereffekte durch die BASF-Integration bereinigt legten der EBITDA um 38% auf 47,8 Mio und der EBIT um knapp 17% auf 24,0 Mio zu. Der Reingewinn schliesslich ging um gut 30% auf 14,0 Mio zurück, bereinigt um Integrationskosten und um den Wegfall positiver Steuereffekte hätte sich ein Plus von 4,6% auf 16,7 Mio ergeben.

Wie erwartet liege die EBITDA-Marge kurz nach der grossen Akquisition mit 13,5% noch nicht im Zielbereich von 15 bis 20%, heisst es. Diese Grössenordnung solle aber spätestens 2018 wieder erreicht werden, bestätigt Siegfried frühere Angaben.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Siegfried die Erwartungen der Bank Vontobel und der Zürcher Kantonalbank übertroffen, so man sich auf die bereinigten Werte stützt. Diese hatten einen Umsatz von 339,0 Mio bzw. 332,7 Mio, ein EBIT von 22,6 bzw. von 21,0 Mio sowie einen Reingewinn von 14,0 bzw. 13,1 Mio CHF prognostiziert.

Mehr Umsatz erwartet

An der Integration der BASF-Standorte werde mit "grosser Konzentration" gearbeitet. Die "äusserst anspruchsvolle Aufgabenstellung", vor allem im IT-Bereich, werde von einer intern eigens aufgebauten Projektorganisation zusammen mit einem Expertenteam der BASF bearbeitet.

Der Systemübergang und damit die Integration in das SAP-System von Siegfried sei per Anfang August 2016 erfolgt, womit das Ziel, ab August 2016 alle Standorte aus den BASF-Systemen herausgelöst zu haben, erreicht worden sei. Nun sei der Weg frei, um an der Nutzung der definierten Synergie zu arbeiten. Diese sieht Siegfried in den Bereichen Overhead, Prozesse, Einkauf und Unterhalt.

Für das Geschäftsjahr 2016 zeigt sich Siegfried mit Blick auf den Umsatz noch etwas positiver als im März. In einem positiven Markt sei mit einem Umsatz von über 700 Mio CHF zu rechnen, heisst es. Die bisherige Prognose sagte einen Umsatz von "650 Mio plus" voraus. Die Guidance für den EBITDA vor Integrationskosten liegt unverändert bei 100 Mio CHF. Hierzu heisst es, dass das übernommene BASF-Geschäft in den letzten Jahren einen Ergebnisüberhang im zweiten Halbjahr gezeigt habe.

(AWP)