Sika-Aktie kratzt an neuen Höchstständen

Nach einem soliden Jahresumsatz kann Sika mit überzeugenden Ertragszahlen nachlegen. Und obschon das Unternehmen bei den Mittelfristzielen zurückkrebst, kratzt die Aktie an den Höchstständen.
04.03.2014 10:50
Von Lorenz Burkhalter
Dank einem starken Zahlenkranz sieht der Markt bei Sika über die neuen Mittelfristziele hinweg.

Mitte Januar informierte Sika als erstes im Swiss Leaders Index (SLI) berücksichtigtes Unternehmen über die Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Schon damals übertraf der in der Innerschweiz niedergelassene Bauchemiehersteller die Markterwartungen. Nun legt er mit überraschend starken Ertragszahlen nach: Sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Reingewinn nach Minderheiten werden die Erwartungen sehr deutlich übertroffen.

Und obschon die Firmenverantwortlichen bei den Mittelfristzielen in Bezug auf das Wachstum in Lokalwährungen und der operativen Marge zurückkrebsen, sind Analysten vollen Lobes. Das färbt auch auf die Inhaberaktie ab, welche an der Schweizer Börse SIX zur Stunde 2,1 Prozent auf 3'272 Franken gewinnt. Damit rücken die bisherigen Höchststände bei 3'280 Franken immer mehr in Reichweite.

Neue Mittelfristziele ohne Folgen für die Konsensschätzungen

Die UBS Investmentbank schreibt von einem klar über den bankeigenen Schätzungen liegenden Zahlenkranz. Auf das Schlussquartal bezogen seien EBIT und Reingewinn um bis zu 17 Prozent höher als erwartet ausgefallen. Geholfen hätten einerseits Einsparungen bei den Personalkosten und andererseits eine gute Hand beim Einkauf von Rohmaterialien.

Leicht enttäuscht zeigt sich der Analyst von den nach unten angepassten Mittelfristzielen. Die Prognosen von Sika für das laufende Jahr würden allerdings dennoch leicht über den bankeigenen Schätzungen und den Markterwartungen liegen, weshalb grössere Schätzungsrevisionen ausbleiben sollten. Die Aktien werden bei der UBS weiterhin mit einem 12-Monats-Kursziel von 3'400 Franken zum Kauf empfohlen.

Auch der für Vontobel tätige Analyst zeigt sich positiv überrascht und bezeichnet das Ergebnis als exzellent. Dank der operativen Hebelwirkung habe Sika die Margen in den Zielbereichen steigern können. In Südamerika und in der Region Asien/Pazifik sei das Unternehmen prozentual zweistellig gewachsen. Vor dem Hintergrund des von Herausforderungen geprägten Umfelds sei das Erreichte sogar noch erstaunlicher.

Obschon die bankeigenen diesjährigen Gewinnschätzungen deutlich über den Konsensschätzungen liegen, sieht der verantwortliche Analyst keinen Anpassungsbedarf. Er stuft die Aktie von Sika wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 3'200 Franken ein.

Sein für Helvea tätiger Berufskollege bezeichnet das Ergebnis als deutlich über den Erwartungen liegend. Erklärungsbedarf sieht er hingegen beim Ausblick auf das laufende Jahr. Noch sei unklar, ob mit der Wachstumsprognose das organische Wachstum, das Wachstum in Lokalwährungen oder das absolute Wachstum gemein sei. Und obschon der Aktienkurs bereits ein solides Ergebnis vorweggenommen habe, sei noch einmal mit höheren Notierungen zu rechnen. Im Vorfeld der Analystenkonferenz hält der Analyst an seiner neutralen Haltung sowie am Kursziel von 3'200 Franken fest.
 
Bei Kepler Cheuvreux zeigt man hingegen an der um 12 Prozent höheren Dividende Gefallen. Sika habe auf der Kostenseite Fortschritte erzielt. Ausserdem liege der Umsatzbeitrag aus den Schwellenländern bereits bei 38 Prozent. Die Aussichten für das laufende Jahr und die neuen Mittelfristziele seien ebenfalls positiv zu werten, so der verantwortliche Analyst. Die Aktie wird von ihm dennoch nur mit "Hold" und einem Kursziel von 3'200 Franken eingestuft.