Sika nach Zahlen im Angebot

Sika legt erneut einen überzeugenden Zahlenkranz vor. Obschon der Bauchemiehersteller die diesjährigen Margenprognosen leicht erhöht, fällt die Aktie ins Minus.
24.07.2015 11:19
Von Lorenz Burkhalter
Nur wenige Stunden vor der a.o. Generalversammlung wartet Sika mit einem Halbjahresergebnis auf, das sich sehen lassen kann. Im Bild: VR Urs F. Burkard.

Der Machtkampf zwischen den Erben des Firmengründers und dem Verwaltungsrat hat bei Sika weiterhin kaum Einfluss auf das Tagesgeschäft: Auch im zweiten Quartal übertrifft der in Baar beheimatete Bauchemiehersteller die Markterwartungen auf den Stufen operativer Gewinn (EBIT) und Reingewinn ziemlich deutlich.

Und wie gewohnt stapelt das Management tief, was den Ausblick für das Gesamtjahr anbetrifft. Den Aktionären wird weiterhin ein Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent zu konstanten Wechselkursen, neuerdings aber bei einer überproportionalen Steigerung der Margen, in Aussicht gestellt.

Nach einem anfänglichen Anstieg bis auf 3460 Franken verliert die Inhaberaktie von Sika an der Schweizer Börse SIX mittlerweile 0,3 Prozent auf 3386 Franken. Händler berichten von Gewinnmitnahmen im Vorfeld der ausserordentlichen Genervalversammlung.

Respektables organisches Wachstum

Die Reaktionen aus der Analystengemeinde fallen überwiegend positiv aus:

Bei der Bank Vontobel ist von einer wie erwartet soliden Geschäftsentwicklung die Rede. Zwar habe sich das Wachstum in einigen Schlüsselmärkten verlangsamt. Der in Bezug auf die diesjährige Margenentwicklung optimistischere Ausblick mache dies allerdings wieder wett. Grösseren Anpassungsbedarf macht der verantwortliche Analyst bei den Gewinnschätzungen jedenfalls nicht aus. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Machtkampf zwischen der Schenker-Winkler-Holding und dem Verwaltungsrat stuft er die Aktie mit "Hold" und einem Kursziel von 3500 Franken ein.

Sein für die UBS Investmentbank tätiger Berufskollege gibt sich deutlich konstruktiver. Er bezeichnet die organische Wachstumsentwicklung vor dem Hintergrund der schwachen Nachfrage aus China als "respektabel". Bei den Margen hätten hingegen tiefer als erwartete Rohmaterialkosten geholfen, so schreibt der Analyst weiter. Er empfiehlt die Aktie allen Unsicherheiten zum Trotz mit einem 3650 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel zum Kauf.

Fokus auf die a.o. Generalversammlung

Seit 10.30 Uhr läuft die ausserordentliche Generalversammlung im Zusammenhang mit dem geplanten Beteiligungsverkauf der Schenker-Winkler-Holding an Saint-Gobain. Analysten wie jene der Zürcher Kantonalbank oder der Bank Vontobel glauben nicht, dass sich an der Patt-Situation zwischen den zerstrittenen Lagern etwas ändern wird.