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«Silber-Fan» Alfred Herbert wartet noch ab

Bei Silber müssen Anleger einen «absoluten Tiefstkurs» abwarten, bevor sie das Edelmetall wieder kaufen können, sagt cash-Guru Alfred Herbert im Börsen-Talk. Für die Börsen und zwei SMI-Aktien bleibt er zuversichtlich.
07.11.2014 01:00
Von Daniel Hügli
cash-Guru Alfred Herbert im Börsen-Talk vom 7. November 2014
Bild: cash

Gold und Silber befinden sich auf ungebremster Talfahrt. Die Kurse beiden Edelmetalle, noch vor nicht allzu langer Zeit die erklärten Lieblinge der risikoaversen Anleger, haben kaum noch Boden. Der Goldpreis fiel diese Woche bei 1138 Dollar pro Feinunze auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Das Rekordhoch bei 1921 Dollar, erreicht im September 2011, ist meilenweit entfernt.

Ähnlich beim Silber. Der Preis pro Feinunze befindet sich mit 15 Dollar auf dem Stand von Februar 2010. Seit Anfang August 2014 hat Silber fast ein Viertel seines Wertes eingebüsst.

cash-Guru Alfred Herbert, seit Jahren bekennender "Silber-Fan", verfolgt diese Entwicklung aufmerksam. Er sieht, dass immer mehr Anleger auf weiter fallende Edelmetallpreise wetten, vor allem im asiatischen Raum. Er rät Anlegern, vor allem beim Silber mit Käufen zuzuwarten. Mit Bezug auf Händlerkreise sagt er im cash-Börsen-Talk: "Bei einem Kurs von 12 Dollar müsste der absolute Tiefstkurs erreicht sein". Das wäre dann eine Notierung wie im Jahr 2009.

Die Edelmetallpreise fallen, weil in den industrialisierten Ländern weit und breit keine Inflationsgefahr besteht. In den USA zeichnet sich überdies die erste Zinsanhebung seit der Finanzkrise ab, was dem Dollar Schub gibt. Eine stärkere US-Währung wiederum macht den Kauf von Gold, das in Dollar gehandelt wird, für viele Anleger teurer.

Nervosität sieht Herbert auch in den Aktienmärkten. Er meint damit vor allem das schnelle Aufholen der Kurse nach dem Börsengewitter im Oktober. Der Swiss Market Index, der Mitte Oktober unter die Marke von 8000 Punkte gefallen war, notiert nun bereits wieder über 8800 Punkte.

Jahresendrally möglich

Während mache Marktbeobachter diese Volatilität als Anzeichen für ein Ende des sechsjährigen Rally der Börsen sehen, bleibt Herbert vorsichtig optimistisch für den weiteren Verlauf der Aktienmärkte. "Zu viel Geld jagt zu wenige Anlagemöglichkeiten", so Herbert im Börsen-Talk. Die Anleger seien quasi "Opfer der Geldschwemme" der Zentralbanken.

Auch eine Jahresendrally sei durchaus möglich, "aber nicht auf Fundamentaldaten beruhend." Herbert meint damit die durchzogenen Neunmonatsresultate der Schweizer Unternehmen. Sinnbildlich dafür waren die Zahlen von Adecco, Zurich und Swisscom am Donnerstag. Die Aktien der Firmen lagen am Donnerstag alle im negativen Bereich.

Die Luft werde halt dünner, sagt Herbert, und die Gewinnmitnahmen bei diesen Aktien würden wohl weitergehen. "Die Trader machen Kasse, aber die Anleger werden weiter kaufen." Daher würden die Kurse mittelfristig gestützt. Herbert empfiehlt die dividendenstarken Swisscom und Zurich weiter zum Kauf.

Zu Zurückhaltung rät Herbert bei den Aktien von Swatch. Auf seiner dreieinwöchigen Asienreise im Oktober habe er in einem Laden in Hongkong erstmals "Sale"-Schilder (Ausverkauf) bei Swatch-Uhren gesehen. Die Inhaber-Aktien von Swatch haben diesem Jahr bereits 25 Prozent ihres Wertes verloren, vor allem aufgrund der negativen Entwicklung in China.

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Alfred Herbert ausführlich zu seiner Asien-Reise, zum chinesischen Aktienmarkt und zur Aktie von Syngenta.