Singapurer Staatsfonds - UBS-Grossaktionär zieht die Notbremse

Der Singapurer Staatsfonds GIC hat seine Beteiligung an der UBS markant abgebaut. Konkret hat er 93 Millinoen Aktien zu 16,1 Franken an institutionelle Investoren veräussert.
16.05.2017 10:02
Filiale der UBS am Claraplatz in Basel.
Filiale der UBS am Claraplatz in Basel.
Bild: cash

Konkret hat er 93 Mio Aktien an institutionelle Investoren veräussert, Platzierungspreis war 16,10 CHF. GIC war zu einem frühen Stadium der Finanzkrise - gegen Ende 2007 - bei der UBS eingestiegen und hat nun entsprechend einen Verlust realisiert.

Die UBS hatte bereits am Montagabend gut eine halbe Stunde vor Börsenschluss angekündigt, dass GIC 93 Mio Aktien - entsprechend 2,4% aller ausstehenden Aktien - durch ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren an institutionelle Anleger verkaufen wolle. Wie aus Handelskreisen am Dienstagmorgen verlautete, wurden die Aktien bereits vollständig zu einem Preis von 16,10 CHF das Stück platziert.

Der Fonds selber bestätigte in einer Mitteilung, dass er seine Beteiligung am Dienstag auf 2,7% von 5,1% abgebaut und damit einen Verlust erzielt hat. Man sei entsprechend "enttäuscht", heisst es aus Singapur. GIC hatte im Dezember 2007 als Retter in der Not für 11 Mrd CHF UBS-Aktien (in Form einer Wandelanleihe) gekauft, nachdem die Bank die ersten Milliardenabschreiber wegen der US-Hypothekenkrise verbuchen musste.

GIC vermeldete damals eine Beteiligung von rund 9% an der UBS. Im Mai 2008 wurde dann ein Wandelpreis von 48,07 CHF festgelegt, nachdem ursprünglich ein Minimumpreis von 51,48 und ein Maximumpreis von 62,92 CHF angegeben worden waren.

Gleichzeitig mit den UBS-Aktien hatte GIC zu diesem frühen Zeitpunkt der Finanzkrise auch eine Beteiligung an der amerikanischen Citigroup für rund 6,9 Mrd USD gekauft. Damit zeigt sich der Fonds zufrieden. Dieses Engagement habe ein positives Resultat gezeigt, heisst es. Der Sektor sei damals unter erheblichem Druck ("considerable stress") gestanden, und man habe sowohl gute Gelegenheiten als auch Risiken bei solch grossen Investitionen gesehen. Was genau die beiden Engagements für GIC gebracht haben, legt der Fonds nicht offen. Es heisst lediglich, dass die kombinierte Rendite positiv gewesen sei.

"Aufwärtspotenzial beschränkt"

Die UBS-Aktie verliert am Dienstag zum Handelsbeginn deutlich an Terrain und notiert um 09.20 Uhr 1,7% tiefer bei 16,33 CHF (Tagestief 16,20 CHF). Sie war bereits am Vortag im späten Handel deutlich abgesackt, nachdem die UBS den GIC-Verkauf angekündigt hatte, und hatte dann 1,3% tiefer bei 16,61 CHF geschlossen.

Fundamental habe der GIC-Entscheid keinen Einfluss auf die UBS, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Allerdings sei der Ausstieg dieses Referenzinvestors ein weiteres Indiz dafür, dass das Aufwärtspotenzial limitiert sei. Obwohl das Geschäftsergebnis des ersten Quartals über seinen Erwartungen ausgefallen sei, glaube er nicht, dass die UBS bezüglich Kostenentwicklung positiv überraschen könne, schreibt der zuständige Analyst zudem. Er bestätigt die Einschätzung "Marktgewichten".

(AWP)