Sinkende Kurse an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Dienstag zur Mittagszeit weiterhin Verluste. Die europäischen Börsen geben insgesamt vor dem Hintergrund mehrheitlich schwächerer Märkte in Asien am Morgen ab.
15.03.2016 12:57
Es ziehen Wolken auf über der Schweizer Börse.
Es ziehen Wolken auf über der Schweizer Börse.
Bild: Bloomberg

Die Investoren hielten sich zudem eher zurück und warteten bereits auf den Zinsentscheid des Fed am Mittwochabend, heisst es am Markt. Es wird jedoch nicht damit gerechnet, dass die US-Notenbank den Leitzins weiter anheben wird. Allerdings könnten die Währungshüter Signale für einen solchen Schritt in den kommenden Monaten liefern.

Japans Zentralbank hält indes die Geldschleusen weiter geöffnet, was den Börsen Asiens nach deren jüngsten Kursgewinnen aber scheinbar nicht helfen konnte. Im Tagesverlauf richten sich die Blicke auf US-Konjunkturdaten: Dabei dürften die anstehenden Detailhandelsumsätze besonders beäugt werden ebenso wie der Empire State Index, der als ein wichtiger volkswirtschaftlicher Frühindikator gilt. Hierzulande sorgt eine Fülle von Unternehmensabschlüssen für Gesprächsstoff. Galenica und Geberit sind nach den detaillierten Jahresresultaten massiv unter Druck.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 11.55 Uhr 0,38% auf 7'988,29 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,73% auf 1'227,99 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,49% auf 8'450,20 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 21 im Minus, acht im Plus und einer unverändert.

Galenica unter Druck

Galenica (-11%) sind besonders stark unter Druck. Der Pharma- und Apothekenkonzern konnte zwar den Gewinn steigern und erhöhte die Dividende. Mit Blick auf den Ausblick hatte man sich am Markt allerdings mehr erwartet. Gerade aufgrund des überraschend vorsichtig formulierten Ausblicks scheint die Jagd auf die bisherigen Rekorde nun vorerst abgesagt, und es kommt zu Gewinnmitnahmen. Die Aktie hatte 2015 ihren Wert verdoppelt und stand auch im bisherigen Jahresverlauf bis zum Schluss am Montag besser als der Gesamtmarkt da.

Auch Geberit (-3,1%) können mit dem Jahresabschluss nicht überzeugen. 2015 verzeichnete der Sanitärtechnik-Konzern deutlich weniger Gewinn - geprägt von einem anspruchsvollen Umfeld in der Bauindustrie, der Integration des gekauften Sanitec-Geschäfts sowie von der Frankenstärke. Nach dem überzeugenden Jahresumsatz und der damals leicht nach oben revidierten Margenprognosen seien die Erwartungen wohl ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, heisst es am Markt. Auch von der Dividende hatten sich viele Analysten mehr erhofft.

Aryzta (-5,8%) verlieren im Nachgang der Ergebnispräsentation zum Halbjahr am Vortag ebenfalls weiter stark an Wert. Am Dienstag trudelten noch Kurszielsenkungen ein, die Kaufempfehlung bestätigten aber sowohl Kepler als auch Société Générale. Am Vortag waren die Titel des Backwarenkonzerns bereits um 12% eingebrochen.

LafargeHolcim (-2,2%) stehen ebenfalls wieder deutlich im Minus, nachdem die Titel sich am Vortag von den jüngsten Verlusten etwas erholen konnten. Exane BNP Paribas senkte vor der Zahlenvorlage vom kommenden Donnerstag indes das Kursziel für die Aktien, behält das Neutral-Rating aber bei. Insgesamt gebe es für den Baustoffkonzern viele Herausforderungen zu meistern, heisst es.

Weiter gehören zu den grössten Verlierern noch die Bankenwerte CS (-2,3%), UBS (-1,0%) und Julius Bär (-1,1%) sowie die Luxusgütertitel Richemont (-2,1%) und Swatch (-1,9%).

Die schwergewichtigen Novartis (-0,2%) und Nestlé (-0,1%) geben etwas ab, Roche (unv.) halten sich auf Vortagesniveau. Bei Roche stünden die Zeichen gut, dass der Pharmakonzern noch in diesem Jahr für Atezolizumab die US-Zulassung in den USA erhält, heisst es am Markt, nachdem die FDA den Status "Priority Review" vergeben hat.

Positive Ausreisser sind dagegen Givaudan (+0,6%) sowie die volatilen Transocean (+0,6%). Die Aktie des Ölbohrdienstleisters hatte jedoch am Vortag 2% eingebüsst und auch in der Vorwoche insgesamt 10% verloren. Die Lage scheine sich durch die Anpassung der Ölförderung zu verbessern, wird die derzeitige Entwicklung an den Ölmärkten kommentiert.

Am breiten Markt können derweil Tamedia (+1,7%) und Gurit (+1,9%) von der Zahlenvorlage profitieren, während dagegen Tecan (-14%), Rieter (-2,1%), Peach Property (-1,8%), Forbo (-1,3%), SPS (-1,2%) und Tornos (-0,3%) nachgeben. Accu tendieren unverändert.

Flughafen Zürich (-4,7%) leiden unter einer Rating-Senkung durch Baader Helvea auf 'Hold' aus Bewertungsgründen. Komax (+4,0%) können dagegen vom Verkauf des Bereichs Medizintechnik profitieren.

(AWP)