Sinkender Ölpreis belastet Wall Street

Deutlich gefallene Ölpreise haben am Montag den New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial ausgebremst. Der Preis der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel erstmals seit April auf 40 Dollar zurück.
01.08.2016 22:31
Anleger an der Wall Street schicken die Aktienkurse in die negative Richtung.
Anleger an der Wall Street schicken die Aktienkurse in die negative Richtung.
Bild: freeimages.com

Zum Handelsschluss verlor das Aktienbarometer 0,15 Prozent auf 18 404,51 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,13 Prozent auf 2170,84 Punkte nach. Für den von Technologiewerten geprägten Nasdaq 100 ging es indes um 0,55 Prozent auf 4756,04 Punkte nach oben.

Der Ölpreis der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel erstmals seit April auf 40 Dollar zurück. Händler begründeten den Verkaufsdruck mit der weiter gestiegenen Zahl der Ölbohrlöcher in den USA, wodurch sich am Markt die Sorge vor einem zu hohen Angebot verstärkt habe. Der weltweit grösste Rohölexporteur Saudi Aramco hatte zudem seine Preise für den asiatischen Markt nach unten geschraubt. Die Preissenkung des staatlichen Ölförderunternehmens aus Saudi-Arabien ist die stärkste seit zehn Monaten.

Auf die jüngsten Daten zur Industriestimmung und zu den Bauausgaben hatte der US-Aktienmarkt kaum reagiert. Sie waren etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Der Rückgang des Einkaufsmanagerindex für die Industrie sei aber nur sehr gering gewesen und sollte die Sorgen vor einem stärkeren Abschwung der US-Wirtschaft mildern, schrieben die Analysten von Capital Economics. Der Index bleibe zudem in Nähe seines 16-Monatshochs.

Exxonmobil und Chevron wieder tiefrot

Unter der erneuten Ölpreis-Talfahrt litten Im Dow-Index die Papiere der grossen Ölkonzerne besonders deutlich. ExxonMobil sackten am Index-Ende um 3,47 Prozent ab. Sie haben nun seit Mitte Juli bereits rund zehn Prozent ihres Börsenwertes verloren. Die Analysten von Goldman Sachs hatten am Montag zudem ihr Kursziel für ExxonMobil gesenkt. Chevron sanken als zweitschwächster Dow-Wert um 3,29 Prozent.

Ansonsten spielten am Markt zum Wochenauftakt vor allem Übernahmen eine Rolle. So einigten sich der Elektroautohersteller Tesla und SolarCity auf einen Kaufpreis von etwa 2,6 Milliarden Dollar für die Ökostromfirma. Tesla, das im Juni bis zu 2,8 Milliarden Dollar für SolarCity geboten hatte, will den Betrag in eigenen Aktien bezahlen. Den Aktionären schmeckt die Sache offenbar nicht: So gaben die Papiere von SolarCity um 7,42 Prozent nach, die von Tesla verloren 2,04 Prozent.

Fleetmatics schnellen hoch

Der Telekomkonzern Verizon Communications will Fleetmatics übernehmen. Für den auf Flottenmanagement spezialisierten irischen Technologiekonzern bietet Verizon 60 Dollar je Aktie in bar oder insgesamt 2,4 Milliarden Dollar. Die Transaktion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Die Fleetmatics-Papiere sprangen an der Nasdaq um 38,71 Prozent nach oben, während die Verizon-Aktien um 1,64 Prozent sanken und damit nach ExxonMobil und Chevron der drittschwächste Dow-Wert waren.

Der Euro kostete zuletzt 1,1177 US-Dollar und zeigte sich somit nur wenig verändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1164 (Freitag: 1,1113) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8957 (0,8999) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Anleihen verloren 15/32 Punkte auf 101 2/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,51 Prozent.

(AWP)