Skandal-Bank Wells Fargo meldet 5,6 Milliarden US-Dollar Quartalsgewinn

Die von einem Skandal um fingierte Konten erschütterte US-Grossbank Wells Fargo hat im dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen, aber dennoch mehr als erwartet verdient.
14.10.2016 14:51
Hat trotz allem ein relativ gutes Quartal hinter sich: Wells Fargo.
Hat trotz allem ein relativ gutes Quartal hinter sich: Wells Fargo.
Bild: Bloomberg

Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Überschuss von 5,8 auf 5,6 Milliarden Dollar (5,1 Mrd Euro), wie das Geldhaus am Freitag mitteilte. Die gesamten Einnahmen legten um zwei Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar zu. Die Prognosen der Analysten wurden damit übertroffen, die Aktie stieg vorbörslich zunächst leicht.

Wells Fargo, die im Gegensatz zu anderen US-Grossbanken auf umfangreiches Investmentbanking verzichtet, galt nach der Finanzkrise lange als positive Ausnahmeerscheinung. Seit einigen Wochen hat das Institut jedoch seinen eigenen handfesten Skandal, über den erst vor zwei Tagen der erfolgsverwöhnte Bankchef John Stumpf stolperte: Wells Fargo musste einräumen, dass Mitarbeiter über Jahre in grossem Stil unautorisierte Konten eingerichtet haben.

Millionenstrafe

US-Behörden verhängten bereits eine Strafe von 185 Millionen Dollar. Weitere fünf Millionen Dollar sollen an geschädigte Kunden fliessen. Tausende Angestellte wurden wegen der Affäre gefeuert, am Mittwoch nahm dann der zunehmend in die Kritik geratene Vorstandsvorsitzende Stumpf seinen Hut. Die Sache scheint aber noch nicht ausgestanden. Experten rechnen mit weiteren Strafen, auch die US-Justiz soll wegen möglicher strafrechtlicher Vergehen ermitteln.

Der neue Wells-Fargo-Chef Tim Sloan verkündete bei der Vorlage der Quartalszahlen, er sehe sich verpflichtet, das Vertrauen in die Bank zurückzugewinnen. "Wir wissen, dass es Zeit und eine Menge harter Arbeit erfordern wird, unseren Ruf wieder herzustellen." Die umstrittenen Verkaufspraktiken und -ziele, die zur Eröffnung von mehr als zwei Millionen Scheinkonten geführt haben sollen, seien inzwischen abgeschafft worden.

(AWP)