Skandinavien - Diese Banken profitieren vom nordischen IPO-Boom

Von der Rekordanzahl an Börsengängen im Norden Europas in diesem Jahr profitieren einige Banken besonders.
08.10.2017 08:05
Uferpromenade in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.
Uferpromenade in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.
Bild: Pixabay

Unter den nicht-nordischen Banken schlägt sich bei der Begleitung von IPOs niemand besser als die amerikanische Goldman Sachs. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor. Auch die Deutsche Bank gehört zu den Finanzinstituten, die dort einiges zu tun haben.

Doch angeführt wird das Ranking im bisherigen Jahresverlauf klar von nordischen Banken: Carnegie Investment Bank liegt auf dem ersten Platz, gefolgt von Danske Bank direkt dahinter.

Es ist eine lukrative Zeit, um Börsengänge im Norden Europas zu begleiten. Tony Elofsson, Leiter Aktienkapitalmärkte bei Carnegie in Stockholm, sagt, es "ist viel Geld für Aktieninvestments, aber vor allem für IPO-Investments verfügbar". Die Nachfrage ist seinen Worten zufolge "über alle Sektoren übergreifend" zu spüren.

Ein Rekordjahr

Carnegie ist eine schwedische Investmentbank, deren Wurzeln bis 1803 zurückreichen. In diesem Jahr konnte sie den grösste nordischen Finanzkonzern, die Nordea Bank, als führenden Begleiter von Aktienemissionen überholen. Die Verschiebungen beim Ranking fallen zusammen mit dem geschäftigsten IPO-Jahr in der nordischen Region seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen, wie Daten von Bloomberg belegen.

"Es ist jetzt bereits seit ein paar Jahren ein starker Markt, und die Leute haben das ausgenutzt", sagt Michael Zeier, Co-Chef globale Unternehmensfinanzierung und Investmentbanking bei Nordea. "Firmeneigentümer und Unterstützer haben in vielen Fällen ihre geplanten Börsengänge vorgezogen, weil der Aktienmarkt sehr stark war."

Zwar ist die Anzahl der Börsengänge in diesem Jahr höher, mit 88 bis September im Vergleich zu 64 im Vorjahr. Doch das Volumen dieser IPOs insgesamt liegt rund 20 Prozent niedriger. Das liegt vor allem daran, dass Dong Energy und Nets vieles in den Schatten stellten, als sie vergangenes Jahr zusammen rund 5 Milliarden Dollar einsammelten.

Gegen den globalen Trend

In den letzten zwölf Monaten hatten sich kleine Transaktionen gut bewährt, denn "sie bieten Diversifizierung und versorgen einen Markt, auf dem es überschüssige Nachfrage nach neuen Transaktionen gibt", sagt Zeier. "Wachstum liegt derzeit im Fokus bei Investoren und kleinere Unternehmen tendieren dazu, attraktivere Wachstumsaussichten zu haben."

Die Aktienemissionen in der nordischen Region stehen im Gegensatz zum globalen Trend. Die Anzahl der Transaktionen erreichte in grossen Volkswirtschaften, einschliesslich der USA und China, bereits 2015 ihren Höhepunkt - auch wenn das Volumen weiter zulegte.  Private-Equity-Firmen profitierten im Besonderen vom derzeitigen Marktumfeld, das Ausstiege begünstigt, sagt Elofsson von Carnegie.

Carnegie war im September am IPO des Angry-Birds-Spielehersteller Rovio Entertainment Oyj sowie an der Aktienemission des Online-Händler Boozt im Mai beteiligt. Carnegie half zusammen mit Nordea auch beim grössten Börsengang in der Region in diesem Jahr, als Munters Group im April etwa 4 Milliarden Kronen beschaffte.

Aber keine der beiden Banken wurde ausgewählt, um den anstehenden Börsengang der Nykredit Realkredit zu begleiten, der voraussichtlich die grösste Erst-Aktienplatzierung in mehr als zwei Jahrzehnten einer nordischen Bank sein wird. Nykredit hat sich für Morgan Stanley, JPMorgan und Danske Bank entscheiden.

(Bloomberg)