Slowenischer Notenbankchef im Visier der Justiz

Die Notenbank Sloweniens hat bestätigt, dass EZB-Ratsmitglied Bostjan Jazbec ins Visier der Justiz geraten ist.
07.07.2016 15:28
EZB-Chef Mario Draghi protestiert gegen die Durchsuchung bei der slowenischen Notenbank.
EZB-Chef Mario Draghi protestiert gegen die Durchsuchung bei der slowenischen Notenbank.
Bild: youtube

Der Notenbankchef sei von Polizeiermittlungen im Zusammenhang mit der Bankensanierung aus dem Jahr 2013 betroffen, teilte die Zentralbank in Ljubljana am Donnerstag mit. EZB-Chef Mario Draghi hatte gegen die Razzia protestiert, bei der die Notenbank des Landes durchsucht und Material der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlagnahmt wurde. Der slowenische Generalstaatsanwalt wies den Protest gegen die Aktion zurück, da sie im Einklang mit dem Recht erfolgt sei.

2013 musste die Regierung Sloweniens mit mehr als drei Milliarden Euro Geldinstitute vor dem Kollaps bewahren, die einen Berg fauler Kredite angehäuft hatten. Bei der Sanierung sind auch Bankaktionäre und Besitzer nachrangiger Papiere zur Kasse gebeten worden. Ein Verband von Kleinaktionären hat 2014 wegen der Massnahmen gegen die Zentralbank Sloweniens mehrere Klagen eingereicht, die bislang jedoch noch nicht entschieden wurden. Jazbec ist einer der Chefs der 19 nationalen Notenbanken, die gemeinsam mit sechs Direktoren das oberste Beschlussorgan der EZB bilden.

(Reuters)