Smartphones - Apple geht mit neuen grossen iPhones ins Weihnachtsgeschäft

Apple setzt für das kommende Weihnachtsgeschäft auf iPhones mit grossen Bildschirmen. Die Aktie reagiert auf die Produktepräsentation verhalten.
12.09.2018 21:47
Das Logo von Apple an einem Store in New York.
Das Logo von Apple an einem Store in New York.
Bild: Bloomberg

Die neuen Modelle verzichten zudem komplett auf den traditionellen Home-Button, der einst die Smartphone-Bedienung prägte. In die Computer-Uhr Apple Watch baute der Konzern erstmals auch ein EKG-Messgerät ein. Die Funktion wird aber zunächst nur in den USA verfügbar sein, wo sie von der Gesundheitsaufsicht FDA freigegeben wurde.

Die Apple-Aktie gab während der Vorstellung der Produktneuheiten zunächst leicht nach, konnte nach der Präsentation der neuen Smartphones gegen Ende der Veranstaltung aber wieder etwas zulegen. Zuletzt lag die Aktie mit 0,9 Prozent bei 221,87 US-Dollar im Minus.

Das teure Vorjahresmodell iPhone X frischte Apple mit einem leistungsstärkeren Chip und verbessertem Bildschirm auf. Das iPhone Xs hat eine unveränderte Bildschirm-Diagonale von 5,8 Zoll. Nun gibt es zusätzlich auch die grössere Version iPhone Xs Max mit 6,5-Zoll-Display. Ihr Gehäuse ist in etwa so gross wie bei den bisherigen Plus-Modellen - aber bei deutlich ausgeweitetem Bildschirm. Das teuerste der neuen iPhones - ein Xs Max mit 512 Gigabyte Speicher - wird in Deutschland 1649 Euro kosten. Zugleich beginnen die Preise für das iPhone Xs wie bei der Vorgängerversion bei 1149 Euro.

Auch der Nachfolger des günstigeren iPhone 8 - das neue iPhone Xr - bekam nun das Design, bei dem das Display praktisch die gesamte Frontseite ausfüllt. Damit blieb kein Platz mehr für den Home-Knopf mit einem Fingerabdruck-Sensor. Stattdessen wechselte Apple auch hier zur Gesichtserkennung FaceID. Die Preise für das Xr starten in Deutschland bei 849 Euro.

Der neue hauseigene "A12"-Chip im Inneren der Geräte hat mehr Rechenkerne und wird daher mit komplexeren Anwendungen auf Basis von maschinellem Lernen fertig. Als Beispiel wurde eine App demonstriert, die in Echtzeit die Bewegungen eines Basketball-Spielers analysieren und Ratschläge geben kann. Apple setzt darauf, Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz auf den Geräten selbst laufen zu lassen, während Konkurrenten wie Google dafür stärker Cloud-Dienste einbinden.

Neue Bildsensoren

Die Kameras bekommen neue Bildsensoren, was die Qualität der Aufnahmen verbessern soll. Mit den leistungsstärkeren Chips können zudem die Lichtverhältnisse genauer analysiert und die Fotos präziser darauf angepasst werden. Bei Porträtaufnahmen kann der Hintergrund nachträglich schärfer oder verschwommener gemacht werden.

Die Modelle Xs und Xs Max haben erneut einen kontrastreiches Display mit OLED-Technologie. Beim iPhone Xr gibt es stattdessen einen günstigeren LCD-Bildschirm und ein Gehäuse aus Aluminium statt Edelstahl. Es wird auch in mehreren Farben wie Rot, Geld oder Blau angeboten.

Die neuen teureren Modelle bekommen als erste iPhones eine zusätzliche fest eingebaute eSIM-Karte, die auf Netze verschiedener Betreiber umprogrammiert werden kann. Damit wird man ein iPhone mit zwei Telefonnummern nutzen können. Nur bei den in China verkauften iPhones wird man anstelle einer eSIM zwei klassische SIM-Karten ins Gerät einschieben müssen.

Bei der neuen Apple Watch ist es dem Konzern gelungen, die Computer-Uhr zu einem EKG-Messgerät zu machen. Ein Nutzer könne ein Elektrokardiogramm erstellen, indem er den Finger für eine halbe Minute an die Krone an der Gehäuse-Seite halte, erklärte Apple-Manager Jeff Williams. Apple ist der erste Anbieter, der einen EKG-Sensor in einer Computer-Uhr unterbringen konnte. Wann die Funktion auch international verfügbar sein wird, blieb offen.

(AWP)