SMI: Anleger bauen vor Osterpause Risiken ab

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag auf breiter Front nachgegeben und damit die seit rund zwei Wochen anhaltende Talfahrt fortgesetzt.
24.03.2016 17:30
Die Anleger kamen am Donnerstag vor Ostern nicht aus dem Busch: Die Kurse sinken auf breiter Front.
Die Anleger kamen am Donnerstag vor Ostern nicht aus dem Busch: Die Kurse sinken auf breiter Front.
Bild: Bloomberg

Der SMI, der am vergangenen Freitag bei 7814 Punkten schloss, sank um 1,5 Prozent auf 7775 Zähler. Angesicht des schwächeren Ölpreises, zunehmender Zinsspekulationen in den USA und der Unsicherheit über die Entwicklung der Weltwirtschaft machten die Anleger laut Händlern Kasse. Die gestiegene Verunsicherung der Anleger spiegelte sich auch im Volatilitätsindex, dem Angstbarometer der Börse. Dieses stieg - von einem tiefen Niveau aus - um elf Prozent. Noch am Vortag stand der Index auf einem Jahrestief.

Die Umsätze hielten sich vor dem verlängerten Osterwochenende aber in Grenzen. "Die Umsätze liegen klar unter dem Schnitt der vergangenen Tage." Die Anleger wollten keine Risiken eingehen. Viele Marktteilnehmer hätten sich bereits vorzeitig in den Osterurlaub verabschiedet.

Die Anleger machten einen grossen Bogen um Bankaktien. Die Aussagen mehrerer Geldhäuser zeigten, dass das Geschäft im ersten Quartal schlecht gelaufen sein dürfte, hiess es. Dies mache kaum Lust auf ein Engagement in Bankaktien. "Es gibt momentan bestimmt bessere Anlagemöglichkeiten", sagte ein Fondsmanager.

CS sinkt unter 14 Franken

Die stärksten Abschläge verzeichneten die Aktien der Credit Suisse mit minus 3,5 Prozent auf 13,95 Franken. Das Institut hat am Vortag über einen Verlust im ersten Quartal informiert und verschärft seinen Sparkurs.

Nachdem der Markt am Mittwoch die Sparpläne noch mit steigenden Kursen quittiert hatte, stand der Titel am Donnerstag bereits wieder unter Verkaufsdruck. Die Analysten von Independent Research, Morgan Stanley und Natixis revidierten ihre Kursziele nach unten. Die UBS beurteilt die CS-Aktie mit "neutral" und hat das Kursziel von 14 Franken bestätigt.

Ein Händler sagte, der Kurs von 14 Franken sei eine psychologisch wichtige Schwelle. Wenn diese nachhaltig unterschritten würde, könnte der Titel weiter in Richtung Rekordtief bei 12,23 Franken fallen.

Die Papiere der Rivalin UBS verloren 1,6 Prozent und Julius Bär wurden um 2,8 Prozent tiefer bewertet. Der europäische Bankaktienindex gab zwei Prozent nach.

Die Aktien der Versicherungen verloren gegen zwei Prozent. Helvetia sanken um 1,7 Prozent. Die CS-Analysten haben das Rating auf "Neutral" von "Outperform" herabgestuft.

Die als krisenresistent geltenden Schwergewichte aus dem Pharma- und Lebensmittelsektor Novartis und Roche sowie Nestle rutschten um über ein Prozent ab. Auch Lindt & Sprüngli und Barry Callebaut gaben nach.

Bei den Aktien zyklischer Firmen weiteten sich die Verluste aus. Adecco, ABB, Sulzer und Swatch büssten rund zwei Prozent ein.

Die Scheine von LafargeHolcim gerieten zunehmend unter Druck und stürzten um 2,7 Prozent ab.

Mit 398,40 Franken waren die Aktien von Syngenta trotz des Übernahmeangebots von ChemChina für umgerechnet rund 480 Franken je Titel ebenfalls etwas schwächer. In einem Interview des "Wall Street Journal" hatte US-Senator Chuck Grassley gesagt, das US-Landwirtschaftsministerium sollte die Übernahme des Schweizer Pflanzenschutzherstellers durch ChemChina prüfen.

Meyer Burger unter 4 Franken

Am breiten Markt setzten die Aktien von Meyer Burger die Talfahrt fort. Der Titel des Solarzulieferers fiel um über 8 Prozent auf das neue Rekordtief von 3,82 Franken. Die Firma kämpft seit einiger Zeit mit Schwierigkeiten.

Basilea sackten um über vier Prozent ab. Händler sagten, die Biotech-Aktie hole den Einbruch des Branchenindex vom Mittwoch nach. Der Index war um 3,6 Prozent gefallen.

(Reuters)