SMI: Anleger halten still – US-Geldpolitik im Fokus

Der SMI gibt am Freitag leicht nach. Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Rede der Fed-Chefin Janet Yellen hätten sich die Anleger an die Seitenlinie zurückgezogen und Käufer fehlten fast ganz, heisst es im Handel.
26.08.2016 12:43
Die Aktien von Swatch stehen am Freitagmittag am SMI-Tabellenende.
Die Aktien von Swatch stehen am Freitagmittag am SMI-Tabellenende.
Bild: cash

Besonders ins Gewicht fallen die Abgaben der Pharmawerte Novartis und Roche. Zur Schwäche neigen aber auch einige Zykliker. Vor der Yellen-Rede könnten noch Daten zum BIP und Konsumentenvertrauen in den USA die Kurse bewegen.

Im Fokus bleibt aber die Zinsdebatte in den USA, die das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten seit Tagen beherrscht. Die Anleger erhoffen sich von der Rede der Fed-Chefin Yellen am Notenbanktreffen in Jackson Hole weitere Hinweise auf den Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts. Bereits werde dieser am Markt zu rund 50% noch im laufenden Jahr erwartet, so ein Händler. Andere Marktbeobachter warnen hingegen vor zu hohen Erwartungen, da spektakuläre Aussagen überraschen würden.

Leichtes Minus im SMI

Um 11.50 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,32% auf 8'115,15 Punkten und liegt damit um einige wenige Zähler unter dem Schlussstand von Ende letzter Woche. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt aktuell um 0,21% auf 1'229,30 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,30% auf 8'833,05 Stellen nach. Von den 30 Blue Chips notieren 19 im Minus, zehn im Plus und einer (Dufry) unverändert.

Unternehmensnews sind im Blue Chips-Segment am Berichtstag äusserst dünn gesät. Wie bereits am Vortag üben die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,8%) und Roche (-0,6%) den grössten Druck auf den Gesamtmarkt aus. Damit haben sie in der laufenden Woche bislang 1,7% bzw. 1,4% verloren. Beim dritten Schwergewicht Nestlé (-0,1%) halten sich die Abgaben am Freitag dagegen in Grenzen.

Galenica (-0,8%) stehen gemeinsam mit Novartis am Tabellenenden, während die konjunktursensitiven Aktien von Adecco und Lonza je ein halbes Prozent verlieren. Swatch Group (-0,7% auf 256,60 CHF) bleiben auf der Verliererstrasse. Bereits am Dienstag hatten erneut schwache Daten zu den Schweizer Uhrenexporten die Stimmung im Luxusgütersektor verschlechtert, ehe am Tag darauf eine Verkaufsempfehlung von Société Générale weiteren Druck auf die Swatch-Papiere ausübte. Damit rutschen die Swatch-Papiere weiter in Richtung des Anfang August erreichten Mehrjahrestiefst bei 246,20 CHF ab.

Die Gewinner werden von Aryzta (+0,4%) angeführt. Am Vortag liessen wieder aufkommende Befürchtungen über zunehmende Restrukturierungskosten und neue Goodwill-Abschreibungen die Aktien von Aryzta um 2% zurückfallen. Im Handel war auch von einem enttäuschenden organischen Wachstum sowie anhaltenden Brexit-Sorgen die Rede. Auch Swiss Re (+0,3%) zeigen sich von der freundlichen Seite.

U-Blox schmiert ab

Am breiten Markt haben erneut zahlreiche Firmen mit Geschäftszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Dabei kommt es bei u-blox (-9,7%) nach enttäuschenden Ergebnissen sowie einer Korrektur der Umsatz-Guidance zum Kurseinbruch. Händlern zufolge würden nach den zuletzt kräftigen Avancen nun Gewinne mitgenommen, die mittel- bis langfristigen Aussichten seien aber nach wie vor intakt.

In die entgegengesetzte Richtung geht es bei Alpiq (+5,4%). Das um Abschreibungen bereinigte Ergebnis des Energiekonzerns bezeichnen Analysten zwar als besser als erwartet, es könne aber noch nicht von einer nachhaltigen Stabilisierung gesprochen werden.

Bachem klettern mit 3,0% in die Höhe. Das Biochemie-Unternehmen hat den Umsatz im Halbjahr auf Rekordniveau gesteigert und die operative Marge deutlich verbessert. Derweil schreibt die Industriegruppe Adval Tech (Aktie: +0,3%) nach einem Verlust im Vorjahr wieder "schwarze Zahlen".

Weiter hat Valartis für den geplanten Verkauf der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group von den Behörden aus dem Fürstentum und aus Hongkong die Zustimmung erhalten. Die Valartis-Aktie klettert um 5,1% in die Höhe.

Burckhardt Compression (Aktie -6,5%) musste am Vorabend Entlassungen und die Einführung von Kurzarbeit bekanntgeben. Hinzu kommt eine leichte Senkung der Auftrags-Guidance, die auf die Anlegerstimmung drückt. Und Schaffner (+2,9%) hat mitgeteilt, dass die Konzernrechnung von IFRS auf Swiss GAAP FER umgestellt wird.

(AWP)