SMI: Anleger vom G-20-Treffen enttäuscht

Aus Enttäuschung über die Ergebnisse des Treffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) haben sich die Anleger an der Schweizer Börse am Montag von Aktien getrennt.
29.02.2016 17:30
Die Aktien von Swatch legen am Montag gegen den Trend zu.
Die Aktien von Swatch legen am Montag gegen den Trend zu.
Bild: Bloomberg

Für eine leichte Gegenbewegung sorgten jedoch Massnahmen der chinesischen Notenbank für mehr Spielraum für Kredite und ausreichende Liquidität im Finanzsystem. Auch der höhere Ölpreis unterstützte die Aktien. Der SMI notierte um 0,4 Prozent schwächer bei 7844 Punkten. Die Anleger seien nach wie vor nervös, hiess es. Das Angstbarometer Volatilitätsindex stieg um 4,5 Prozent.

Die G20 hatten sich nicht wie von vielen Börsianern erwartet auf ein gemeinsames Programm zur Ankurbelung der Weltwirtschaft geeinigt, sondern lediglich Strukturreformen in Aussicht gestellt. Darüber hinaus schürten einmal mehr schlechter als erwartet ausgefallene Daten aus der Euro-Zone Spekulationen auf eine weitere geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB blickt mit Sorge auf die rückläufigen Preisdaten, da sie eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent als optimal für die Konjunktur ansieht. EZB-Präsident Mario Draghi hatte bereits signalisiert, dass die Währungshüter auf ihrer Sitzung am 10. März eine Ausweitung ihrer Geldpolitik beschliessen könnten.

Syngenta legen zu

Die meisten Standardwerte notierten schwächer. Syngenta aber gewannen 0,6 Prozent. "Das Übernahmeangebot stützt", sagte ein Händler. Der chinesische Staatskonzern ChemChina will den Agrarchemiekonzern aus Basel für 43 Milliarden Dollar schlucken.

Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch rückten um 0,9 Prozent vor und die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB legten 0,5 Prozent zu.

Die grössten Abschläge verbuchten Aktien der Grossbank Credit Suisse (-1,5 Prozent). Die Scheine von Rivale UBS legten um 0,2 Prozent zu.

Die arg gebeutelten Titel des Zementriesen LafargeHolcim machten die frühen Einbussen wett und schloss 0,6 Prozent im Plus. Die Anteile des Personalvermittlers Adecco verloren 0,4 Prozent. Der Luxusgüterhersteller Richemont konnte 0,5 Prozent zulegen.

Bei den Versicherungen notierten Zurich mit 0,7 Prozent im Minus. Swiss Life trotzten am Tag vor der Bilanzveröffentlichung dem Abwärtstrend mit einem Kursplus von 1,2 Prozent.

Trotz guter Neuigkeiten zu wichtigen Medikamenten sanken die schwergewichtigen Roche-Genussscheine um 1,2 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat Gazyva zur Behandlung von Patienten mit follikulärem Lymphom zugelassen. In Europa und weiteren Ländern sind die Zulassungsgesuche hängig. Zudem hat eine Studie mit dem Präparat Lebrikizumab bei Patienten mit schwerem Asthma das primären Behandlungsziel erreicht - die Asthmaanfälle gingen signifikant zurück. Eine zweite Studie zur gleichen Indikation dagegen verfehlte das Hauptziel. Die Aktien von Rivale Novartis sanken um 0,6 Prozent.

Basilea-Aktien gesucht

Am breiten Markt stiegen die Basilea-Aktien um 3,2 Prozent. Die Pharmafirma will spätestens in drei Jahren Gewinne schreiben. Im vergangenen Jahr rutschte das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen. 2106 erwartet Basilea fünf Millionen Franken Produktumsatz. Pro Monat dürften rund vier bis fünf Millionen Franken operativer Verlust anfallen. Das Ergebnis zeige, wie schwer es sei, ein neues Medikament auf den Markt zu bringen, hiess es bei der Bank J. Safra Sarasin.

Die Panalpina-Aktien sackten über 7 Prozent ab - den tiefsten Stand seit Mai 2013. Der Logistikkonzern verfehlte mit einem Jahresgewinn von 88 Millionen Franken die Markterwartungen. Die Dividende will das Unternehmen auf 3,50 von 2,75 Franken je Aktie anheben.

(Reuters)