SMI-Anleger warten auf die Fed

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet zur Wochenmitte zwar leichte Gewinne. Das Auftaktplus von mehr als einem halben Prozent im SMI ist bis zum Mittag allerdings auf mehr oder weniger die Hälfte zusammengeschmolzen.
21.09.2016 12:50
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts). Die Bankaktien sind am Mittwoch gesucht.
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts). Die Bankaktien sind am Mittwoch gesucht.
Bild: cash

Beherrschendes Thema an diesem Tag sind die Zinsentscheide der Bank of Japan (BoJ) und der US-Notenbank Fed. Erstere hat ihre Geldpolitik im Kampf gegen die hartnäckig flaue Konjunktur überarbeitet. In Japan reagiert die Börse positiv darauf, was Händler als Stütze auch für die hiesigen Kurse sehen.

Die BoJ schlage mit ihrem Fokus auf die langfristigen Zinsen ein neues Kapitel auf, heisst es beispielsweise in einem Kommentar. Das sei vor allem für den Bankensektor eine gute Nachricht, ergänzt ein Händler und verweist auf die deutlich positive Kursreaktion der japanischen Bankaktien, die auch auf die hiesigen und europäischen Titel ausstrahle. Nach der BoJ rücke nun das Fed in den Fokus. Vor dem Entscheid am Abend werde der Markt aber keine grossen Sprünge mehr wagen. Auch wenn die Mehrheit am Markt nicht mit einer Veränderung rechnet, dürften vor allem die begleitenden Kommentare das weitere Geschehen beeinflussen.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12.00 Uhr 0,24% auf 8'256,96 Punkte, sein bisheriges Tageshoch hatte er im frühen Handel bei 8'289 Punkten markiert. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,39% auf 1'248,17 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,31% auf 8'986,51 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titel stehen 21 im Plus und neun im Minus.

Bankaktien gesucht

Gestützt durch die starken Vorgaben der japanischen Bankaktien, gehören auch hierzulande Banken- und Finanztitel zu den Favoriten. Unter den Blue Chips legen im SMI Credit Suisse, UBS und Julius Bär zwischen 1,2 und 1,7% zu. Im breiten Markt schliessen sich die Anteilsscheine der GAM Holding (+2,7%), von EFG (+1,7%) und Temenos (+1,6%) dem Trend an. Bei Temenos stützt darüber hinaus eine Hochstufung durch Goldman Sachs.

Mehr oder weniger im Gleichschritt mit den Banken ziehen auch die Aktien der Versicherer Bâloise (+1,6%), Swiss Re (+1,1%) und Swiss Life (+0,9%) überdurchschnittlich an.

Bei den Anteilsscheinen der Swisscom (+0,8%) greifen Investoren ebenfalls zu. Der Telekomkonzern hat angekündigt, das Wachstum seines Tochterunternehmens Fastweb im italienischen Mobilfunkmarkt beschleunigen zu wollen. Bei Vontobel äussert sich der zuständige Analyst zurückhaltend. In einem schwierigen Marktumfeld werde der Konzern kämpfen müssen, um seine Marktanteile zu halten.

Aufwärts geht es auch für Swatch-Aktien (+1,0%). In dieser Woche ziehen sie damit den dritten Tag in Folge an. Bereinigt man die Papiere von Richemont (-1,05 CHF auf 57,60 CHF) um den Dividendenabschlag von 1,70 CHF je Titel, notierten die Aktien ebenfalls im Plus. Die Uhrenexporte am Vortag waren besser als erwartet ausgefallen.

Mit Dufry (+1,8%) und LafargeHolcim (+1,7%) gewinnen die beiden grössten Verlierer des Vortages zur Wochenmitte am deutlichsten hinzu. Wenig Unterstützung bieten dagegen die drei Schwergewichte Novartis (+0,3%), Roche (+0,1%) und Nestlé (-0,1%).

Im breiten Markt gewinnen mit Unternehmen wie Wisekey (+4,1%), Goldbach (+1,0%), Coltene, Tamedia (beide +0,9%) und Hochdorf (+0,6%) Aktien aus den unterschiedlichsten Branchen überdurchschnittlich hinzu. Alle diese Unternehmen haben sich am Vormittag an der Kapitalmarktkonferenz Investora in Zürich vorgestellt.

Auch die Jungfraubahn war dabei, deren Aktie (-2,3%) bildet aber eine Ausnahme. Noch stärker geben die Aktien des Biotechunternehmens Kuros (-2,7%) nach. Sie waren aber am Vortag auch um 12% gesprungen, ohne dass ein Grund ersichtlich war. Das Unternehmen wird sich am Nachmittag ebenfalls an der Investora vorstellen.

(AWP)