SMI: Anleger in Wartestellung

Am Schweizer Aktienmarkt ist im Anschluss an den bewegten Wochenstart am Mittwoch vorerst Ruhe eingekehrt: Der Leitindex SMI hat bis am Mittag noch keine klare Richtung eingeschlagen und verliert leicht an Wert.
19.10.2016 12:50
Die Anleger halten sich an der Schweizer Börse zurück.
Die Anleger halten sich an der Schweizer Börse zurück.
Bild: cash

Noch am Montag hatte der SMI um gut 1% nachgegeben, gefolgt von einer ähnlich deutlichen Gegenbewegung am (gestrigen) Dienstag. Händler sprechen mit Blick auf die steigenden Ölpreise und auf die Konjunkturentwicklung in China von einem derzeit "guten" Marktumfeld. Gleichzeitig sei dieses vor dem morgigen EZB-Zinsentscheid, weiteren Geschäfts- und Konjunkturdaten sowie der letzten TV-Debatte im US-Wahlkampf von Vorsicht geprägt.

Mehrheitlich gut sind die jüngsten chinesischen Wirtschaftsdaten am Markt aufgenommen worden, auch wenn sich die Anleger davon nicht blenden lassen. Die Wirtschaft der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft wuchs im dritten Quartal wie erwartet um 6,7%. Dies deute zwar auf eine Stabilisierung des zuletzt ins Stocken geratenen Wachstum, meinen Ökonomen. Gleichzeitig warnen sie aber auch davor, dass dieses wenig nachhaltig sei und vor allem von einem heisslaufenden Immobilienmarkt und einer massiven Schuldenausweitung getragen werde. Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf das dritte und letzte TV-Duell im US-Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Ebenfalls nach Börsenschluss dürfte der jüngste Fed-Konjunkturbericht, das Beige Book, Beachtung finden.

SMI leicht im Minus

Bis um 11.55 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,15% auf 8'062,73 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,06% auf 1'241,26 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,13% auf 8'806,54 Punkte ein. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 16 im Minus und 14 im Plus.

Nach wie vor gehören bei den Blue Chips Finanzaktien zu den grössten Verlierern: So geben Julius Bär um 1,0%, Swiss Re und Swiss Life um je 0,6% nach. Die grössten Verluste gehen aber auf das Konto von Aryzta (-1,4%).

Die Aktien der Grossbanken UBS (-0,2%) und Credit Suisse (+0,3%) tendieren weiterhin uneinheitlich. News gibt es in Sachen Bussenzahlungen. Dabei hat sich die CS laut Agenturmeldungen mit den italienischen Behörden wegen Beihilfe zur Steuerumgehung von Kunden offenbar auf eine Busse von rund 100 Mio EUR geeinigt.

Die Schwergewichte Nestlé (-0,3%) und Novartis (-0,5%) haben die Kursabgaben ausgeweitet, während Roche 0,2% dazugewinnen. Roche hat von der FDA die Zulassung für das Medikament Tecentriq in einer weiteren Indikation zur Behandlung von speziellem Lungenkrebs erhalten. Die Zulassung sei am Markt jedoch erwartet worden, so ein Händler. Sowohl Roche als auch Nestlé werden am (morgigen) Donnerstag Quartalszahlen vorlegen.

Demgegenüber grenzten Kühne+Nagel (+0,1%) die Kursabgaben deutlich ein und wechselten sogar das Vorzeichen. Am Vortag hatten die Papiere des Logistikers nach der Zahlenvorlage zum dritten Quartal noch um über 2,5% eingebüsst und die Bank Vontobel senkte in der Folge das Kursziel. Die Markterwartungen seien mit den Ergebnissen verfehlt worden und hätten für eine negative Überraschung gesorgt, lautet das Fazit des zuständigen Analysten.

Adecco-Papiere gesucht

An der Spitze bleiben Adecco mit einem Plus von 2,4%. Die Aktien des Personalvermittlers profitieren von Hochstufungen durch CS (auf 'Outperform') und Kepler Cheuvreux ('Buy'). Der aktuelle Preis trage der nachhaltigen Dividende und dem Geschäftswachstum nicht ausreichend Rechnung, heisst es etwa.

Klar festere Kurse sind auch bei Dufry (+1,1%) oder mit den Konjunkturdaten aus China auch bei den Uhrenaktien von Swatch (+0,4%) und Richemont (+0,8%) zu sehen.

Im breiten gefassten Markt klettern Barry Callebaut nun bereits um 6,6% in die Höhe, dies nach einer von Kepler vergebenen 'Kaufempfehlung'. Positiv vermerkt wird hierzu, dass der Schokoladenproduzent unter dem neuen CEO Antoine de Saint-Affrique den Fokus verstärkt auf die Profitabilität sowie die Cash-Flow-Generierung gelegt habe.

Helvetia gewinnen 1,1%. Die Aktie sei wegen des hochmargigen Nicht-Leben-Geschäfts in der Schweiz ein exzellentes Investment, heisst es bei Baader Helvea. Das Institut hat das Rating auf 'Buy' angehoben. Wisekey steigen um 1,7% in die Höhe, nachdem die Cybersicherheitsplattform für Anwendungen im "Internet der Dinge" (IoT) mit "Künstlicher Intelligenz" ausgestattet worden ist.

(AWP)