SMI auf Erholungskurs

Der Schweizer Aktienmarkt gewinnt zu Beginn der im Vorfeld von Ostern verkürzten Börsenwoche etwas an Wert.
21.03.2016 10:39
Die Aktien von Novartis sind am Montag gefragt - und stützen den SMI.
Die Aktien von Novartis sind am Montag gefragt - und stützen den SMI.
Bild: Bloomberg

Im Anschluss an die zunächst schwächere Eröffnung führte die Erholung der Pharma-Schwergewichte den Leitindex SMI in die Gewinnzone. Den europäischen Aktienmärkten fehlten derzeit allerdings richtungsweisende Impulse, sagen Händler. Die Vorgaben aus den USA gäben nicht viel her, und der Handel in Tokio blieb feiertagsbedingt geschlossen.

"Im Moment scheint etwas die Luft aus den Märkten zu sein", heisst es im Handel. Nachdem verschiedene Notenbanken zuletzt im Fokus standen, fehlten nun die Impulse an der Börse. Leicht positiv dürften am Berichtstag Aussagen von Jeffrey Lacker aufgenommen werden. Der Chef der regionalen Notenbank von Richmond ist zuversichtlich, dass die Inflation in den USA wieder in Richtung des angestrebten Ziels von 2% ansteigen wird. Am Berichtstag rücken in der zweiten Handelshälfte Angaben zum US-Immobilienmarkt in den Fokus der Investoren. Insgesamt rechnen Händler aber für heute und die Folgetage mit einer spürbaren Beruhigung des Marktgeschehens.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 09.30 Uhr 0,36% auf 7'846,74 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,15% auf 1'208,73 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,19% auf 8'326,19 Punkte zu. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 12 im Minus, 16 im Plus sowie Bâloise und Kühne+Nagel unverändert.

Schwergewichte stützen

Novartis (+1,2%) und Roche (+1,0%) können sich gut erholen und treiben den SMI zusammen mit rund 27 Punkten in die Höhe. In der Vorwoche hatten die Pharma-Titel den Handel noch mit Abgaben von 4,2% bzw. 4,8% stark geprägt. Mit der Aussicht auf Hillary Clinton als mögliche US-Präsidentin und deren harte Haltung gegenüber der Pharmaindustrie, hätten sich institutionelle Anleger aus dem Pharmasektor teilweise zurückgezogen, hiess es. Nun scheint der Druck etwas nachzulassen.

Zu den grössten Verlierern gehörten zuletzt auch die Banken Credit Suisse und UBS, die sich nun mit +0,3% und +0,1% allerdings kaum verbessern. Hier stellen sich die Anleger offenbar auf durchzogene oder gar schwache Ergebnisse im ersten Quartal ein. Julius Bär verlieren 0,4%. Der Vermögensverwalter ist am Berichtstag mit den Angaben zum Lohn von CEO Boris Collardi (6,2 Mio CHF) etwas in den Vordergrund gerückt.

Derweil werden Swiss Life (-0,2%) heute wieder im SMI gehandelt. Vor sechs Jahren flog die Aktie des Lebensversicherers aus dem Leitindex der Schweizer Börse. Nun hat der Rückzug des amerikanischen Ölbohrplattformbetreibers Transocean das Comeback möglich gemacht. Zudem schafft Dufry (+3,1%) den Sprung in den Swiss Leader Index (SLI).

Die grössten Avancen im SMI/SLI sind bei Aryzta (+2,2%) und Actelion (+1,4%) auszumachen, wogegen Givaudan mit dem heutigen Dividendenabschlags (54 CHF) um 1,8% bzw. 34 CHF nachgeben.

Im breiten Markt zeichnet sich im Gategroup-Konflikt (Aktie: -0,1%) ein Kompromiss ab. In der Einladung zur GV hat der Airline-Caterer alle bisherigen VR-Mitglieder, also auch der zuletzt umstrittene Gerard van Kesteren, zur Wiederwahl vorgeschlagen, während Präsident Andreas Schmid seinen Rücktritt für 2017 ankündigte. Gleichwohl halten die oppositionellen Aktionäre an ihrer Forderung fest, nebst van Kesteren auch Nils Engel und Rudolph Bohli in den VR zu wählen. Mit den Vorschlägen könnte bei Gategroup dennoch etwas Ruhe einkehren, so ein Analyst.

Hiag steigen nach Publikation der Geschäftszahlen für das Jahr 2015 an der Börse um 0,5% leicht an. Die anhaltend gute Nachfrage nach Wohnimmobilien liess das Ergebnis über Erwarten stark in die Höhe klettern und als Folge davon wurde Dividenden angehoben. Die im Bereich Antriebslösungen aktive Belimo-Gruppe (Aktie: -2,0%) belässt die Dividende nach einem von der Frankenstärke geprägten Jahr dagegen auf Vorjahresniveau. Die Kennzahlen hatte Belimo bereits Mitte Februar publiziert.

(AWP)