SMI auf Erholungskurs

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch zu einer Erholung angesetzt. Sämtliche Standardwerte legten zu.
28.09.2016 10:13
Die Aktien der ABB schwingen am Mittwochmorgen oben auf.
Die Aktien der ABB schwingen am Mittwochmorgen oben auf.
Bild: Bloomberg

Besonders gefragt waren die jüngst unter die Räder gekommenen Bankaktien und Anteile zyklischer Firmen. "Erholungsansätze an der Wall Street am Vortag und das tiefe Kursniveau dürften manchen Marktteilnehmer zu Käufen ermuntert haben", sagte ein Händler. Der SMI stieg um 0,8 Prozent auf 8344 Zähler. Am Vortag hatte der Leitindex nach einem Schlussspurt leicht höher geschlossen.

Firmennachrichten sind rar. "Bis zum Start Bilanzsaison müssen wir uns noch etwas gedulden", sagte ein Händler. Für die Anleger haben daher Aussagen von Notenbank-Vertretern und Konjunkturzahlen umso mehr Gewicht. Mario Draghi spricht vor dem Europa-Ausschuss des deutschen Bundestages. Von den Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) erhoffen sich die Börsianer Hinweise auf mögliche weitere Geldspritzen zur Ankurbelung der Konjunktur. Auch in den USA treten mehrere Top-Notenbanker öffentlich auf. Am Nachmittag stehen zudem die US-Öllagerdaten auf dem Programm. Deren Veröffentlichung hatte in den vergangenen Wochen mehrfach zu Turbulenzen am Rohstoffmarkt geführt.

Die Bankaktien setzen Händlern zufolge zu der erhofften Erholung an, die sich am Vorabend abgezeichnet hatte. Das Niedrigzinsumfeld, hohen Kosten und zahlreiche ungelöste Rechtsfälle hatten die Anteile von Geldhäusern seit längerem belastet. "Vor allem seit der Deutschen Bank wegen Immobiliengeschäften eine Rekordstrafe in den USA von 14 Milliarden Dollar droht, machen die Anleger erst recht einen Bogen um den Sektor", sagte ein Händler. Deutsche-Bank-Chef John Cryan sagte in einem Zeitungsinterview, dass eine Kapitalerhöhung derzeit kein Thema sei und sein Institut auch nicht um Staatshilfe gebeten habe.

Banken gefragt

Die Aktien der Credit Suisse stiegen um 1,7 Prozent und machten damit einen guten Teil der Einbussen vom Vortag wett. Die Titel der UBS rückten 1,5 Prozent vor. Auch die Anteile der beiden Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel zogen mehr als ein Prozent an. Versicherungstitel schlossen sich dem Aufwärtstrend an.

Mit einem Plus von 1,7 Prozent legten auch die Anteile des Zementproduzenten LafargeHolcim kräftig zu. Die Aktien der der Chemiefirma Clariant und des Personalvermittlers Adecco rückten um 1,2 und zwei Prozent vor.

ABB stiegen um ein Prozent. Der Hedgefonds Cevian will einem Zeitungsbericht zufolge das Stromnetz-Geschäft des Elektrotechnikkonzerns aufspalten und die einzelnen Teile veräussern. "Cevian hat sich aktiv bemüht, mehrere Interessenten für Teile der Stromnetzsparte zu gewinnen", zitierte die schwedische Zeitung "Dagens Industri" am Mittwoch einen Insider.

Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch waren um 1,2 und 0,8 Prozent höher. Nach Ansicht von KeplerCheuvreux-Analyst Jon Cox dürfte für die beiden Uhrenhersteller das Schlimmste vorbei sein und möglicherweise eine Trendwende bevorstehen. Richemont und Swatch haben im laufenden Jahr rund einen Fünftel ihres Werts verloren.

Die als eher krisenfest geltenden Index-Schwergewichte Novartis, Roche und Nestle stiegen je mehr als ein halbes Prozent.

Am breiten Markt stachen GAM Holding mit einem Kursplus von 2,5 Prozent heraus. Sie waren am Vortag stark gefallen.

Die Aktien von U-blox verloren 2,2 Prozent. Die Credit Suisse hat die Anlageempfehlung für die GPS-Chipfirma auf "Underperform" von "Neutral" zurückgenommen.

(Reuters)