SMI auf Erholungskurs - Banken gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt kann sich am Freitag von den Kursverlusten des Vortages gut erholen.
11.03.2016 12:56
Schweizer Börse in Zürich: Die Kurse ziehen an.
Schweizer Börse in Zürich: Die Kurse ziehen an.
Bild: ©hachri/fotolia.com

Der Leitindex SMI war bereits stark in den Handel gestartet und steuert nun auf die Marke von 8'000 Punkte zu: eine Marke, die der Index am Vortag kurz nach Bekanntwerden der EZB-Beschlüsse bereits schon kurz überschritten hatte. Die Sorge, die Geldhüter hätten damit ihr Pulver aufgebraucht, liess die Aktien in der Folge jedoch wieder in die Verlustzone abrutschen. Händler sprechen nun in erster Linie von einer Korrektur der (gestrigen) Korrektur.

Allerdings bleibt die Situation nach Ansicht von Experten kritisch. Die lockere Geldpolitik dürfte kurzfristig vor allem den Finanzmärkten helfen und wenig am niedrigen Wachstum und an der niedrigen Kerninflation ändern, kritisiert ein Ökonom die EZB-Politik. Aussserdem sei nun die US-Notenbank am Zug. Diese werde kommende Woche zwar sehr wahrscheinlich mit der nächsten Zinsanhebung noch zuwarten. "Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben", warnt ein Experte. Gewisse Hinweise, wie das Fed handeln wird, erwarten Anleger am Nachmittag aus den Importpreisdaten aus den USA.

Kurz nach 12 Uhr steigt der Swiss Market Index (SMI) um 1,09% auf 7'979,91 Punkten und tendiert damit im Wochenvergleich wenig verändert. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt aktuell um 1,25% auf 1'229,28 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,10% auf 8'445,87 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln liegen 25 im Plus und fünf im Minus.

Banken gesucht

Die Aktien der Credit Suisse (+4,7%) und der UBS (+2,7%) haben die Avancen bis am Mittag deutlich ausgeweitet und erholen sich von den Kursverlusten des Vortages. Daran ändern auch die Kurszielsenkungen der Deutschen Bank nichts. Der zuständige Analyst kritisiert bei der CS die noch immer starke Abhängigkeit von den Anleihenmärkten und der APAC-Region. Auch die UBS habe an denselben Fronten mit Gegenwind zu kämpfen, so die Studie. Für deren Aktien spreche aber die attraktive Dividendenrendite, während bei der CS mit weiteren Restrukturierungen zu rechnen sei.

Auf dem Kaufzettel der Anleger stehen auch Versicherungstitel wie jene der Bâloise, der Zurich Insurance (je +2,2%) oder der Swiss Life (+2,6%). Letztere dürften Händlern zufolge mit Blick auf die SMI-Aufnahme von Ende Monat Zuspruch erhalten. Swiss Life ersetzen dort Transocean, die am Berichtstag von den steigenden Ölnotierungen profitieren und sich um 3,6% verteuern.

Die Schwergewichte Roche (+0,7%), Novartis (+0,8%) und Nestlé (+0,9%) gewinnen ziemlich gut an Wert. Einen leicht positiven Einfluss dürfte die Meldung der Novartis-Partnerin Genmab haben, die in den USA eine Indikationserweiterung für das Leukämie-Medikament Arzerra (Ofatumumab) gestellt hat. Derweil muss Nestlé in den USA und in Kanada eine limitierte Zahl an Pizza- und Pastaprodukten zurückrufen.

Die mit Abstand grössten Verlierer bei den Blue Chips sind Swatch (-3,2%). Am Vortag an der Bilanzmedienkonferenz hatte sich Konzernchef Nick Hayek zu den Aussichten weiterhin optimistisch geäussert. Die Spezialisten der US-Bank Bernstein befürchten dagegen, dass die Wachstumserwartungen für 2016 zu optimistisch sind.

Während es von Seiten der Blue Chips zum Wochenschluss wenig börsenrelevante News gibt, ist das im breiten Markt anders. Dort haben diverse Unternehmen über das Jahr 2015 berichtet. Starken Auftrieb erhalten die Papiere des Flughafen Zürichs (+5,2%). Die Flughabenbetreiberin habe "starke" Zahlen geliefert, bezahle eine hohe Dividende und zeige sich auch im Ausblick zuversichtlich, meinen Analysten. Vor allem aber die Sonderdividenden über die nächsten Jahre dürften die Anleger erfreuen.

Weiter haben Mobilezone (+1,8%), der Peptid-Hersteller Bachem (+1,4%), der Finanzbroker CFT (+3,0%) oder das Immobilienunternehmen Zug Estates (+1,1%) Geschäftszahlen vorgelegt. Zudem gewann Implenia (+2,1%) mehrere Aufträge in der Westschweiz und Sulzer (+1,3%) schliesst die Produktion in Oberwinterthur. Auf der Verliererseite geben (ohne News) Calida um 2,7% und Intersport um 3,9% nach.

(AWP)