SMI: Bank-Aktien von Ängsten belastet

Für den Schweizer Aktienmarkt geht es zum Wochenstart klar abwärts. Der Leitindex SMI hat seine Auftaktverluste bis zum Mittag in etwa verdoppelt.
26.09.2016 12:47
Paradeplatz in Zürich mit Sitz der UBS im Hintergrund: Die Bankaktien geben am Montag nach.
Paradeplatz in Zürich mit Sitz der UBS im Hintergrund: Die Bankaktien geben am Montag nach.
Bild: cash

Allen voran büssen die Bankaktien einmal mehr besonders deutlich ein. Händler verweisen auf die Unsicherheit rund um die Deutsche Bank. Sie liessen die Gespenster von Lehman Brothers wieder aufsteigen, kommentiert ein Börsianer.

Demnach fordern US-Behörden eine Milliarden-Summe von der Deutschen Bank im Zusammenhang mit dubiosen Hypothekargeschäften. Am Markt sorge die Tatsache, dass diese Summe die Rückstellungen der Bank um ein Vielfaches übersteige, für erhebliche Unruhe, kommentiert der Händler. Das ziehe die Banken hierzulande und auch in ganz Europa nach unten. Gleichzeitig betont der Marktteilnehmer, dass man die Ölpreise mit dem bevorstehenden OPEC-Treffen an diesem Mittwoch auch im Auge behalten sollte, da mögliche Entscheidungen des Kartells den Preis durchaus beeinflussen könnten, was sich dann wiederum auf die Konjunkturerwartungen auswirken könnte.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12.10 Uhr um 1,15% tiefer bei 8'177,56 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 1,23% auf 1'241,69 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,05% auf 8'914,54 Punkte. Von den 30 Blue Chips geben alle bis auf Adecco nach. Diese zeigen sich nach einer Hochstufung aktuell unverändert.

Bankaktien unter Druck

Angeführt wird die Abwärtsbewegung zum Wochenstart von den Finanztiteln. Dabei büssen die beiden Grossbanken UBS und CS mit Verlusten von 3,0% bzw. 2,7% am deutlichsten ein. Es folgen Versicherer wie Zurich Insurance Group, Bâloise und Swiss Life mit Abschlägen zwischen 1,2% und 1,7%. In der vergangenen Woche hatten noch zahlreiche dieser Werte mit die deutlichsten Gewinne eingefahren.

Die neuerliche Verkaufswelle im Bankensektor begründen Marktteilnehmer mit den jüngsten Berichten zur Deutschen Bank. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus", schliesst die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sowohl Staatshilfen für das angeschlagene Geldinstitut als auch eine diplomatische Einmischung in den Rechtsstreit mit den US-Behörden aus.

Dass die aktuelle Abwärtsbewegung breit angelegt ist, zeigt ein Blick auf die weitere Verlierer-Liste. Neben den Banken fallen nämlich auch Aktien aus den zyklischen sowie den defensiven Bereichen deutlich. Die Zykliker sind durch LafargeHolcim (-1,6%), Dufry (-1,2%) und die beiden Uhrenhersteller Swatch (-0,9%) und Richemont (-0,8%) vertreten.

Die drei defensiven Schwergewichte Roche, Novartis (beide -1,1%) und auch Nestlé (-0,7%) tragen zum Abwärtstrend ebenfalls bei.

Stark bewegt zeigen sich auch erneut die Aktien von Aryzta (-0,8%). Im frühen Handel waren sie noch Schlusslicht unter den Blue Chips. Im weiteren Verlauf haben sie ihre Verluste somit klar eindämmen können. Der Backwarenkonzern hat mit seinem verhaltenen organischen Wachstum im vierten Quartal die durchschnittlichen Analystenerwartungen klar verfehlt, seinen Investoren aber einen recht präzisen Ausblick gegeben. Bei Vontobel fühlt sich der zuständige Analyst nach den Zahlen in seiner insgesamt vorsichtigen Einschätzung des Unternehmens bestätigt.

Im breiten Markt stechen die Aktien der Cham Paper Group mit +1,5% positiv hervor. Der Spezialpapier-Hersteller kann sein Immobilienprojekt an seinem ehemaligen Produktionsstandort in Cham umsetzen. Die Stimmberechtigten der Gemeinde haben an der Abstimmung vom Wochenende beiden Vorlagen für die Entwicklung des Areals zugestimmt. Daneben widersetzen sich noch die Aktien der Liechtensteinischen Landesbank (+2,2%) und der Rieter Holding (+1,4%) dem negativen Gesamtmarkt.

Auf der Verliererseite geben die Anteilsscheine von Inficon (-5,6%) überdurchschnittlich nach. Die UBS hatte zuvor das Anlagerating auf aus Bewertungsgründen Neutral von Buy gesenkt.

Mit Kuros (-2,9%) und Basilea (-1,9%) geben noch zwei Vertreter aus dem Gesundheitssektor deutlich nach.

(AWP)