SMI baut Abgaben aus - Pharma belastet

Der Leitindex SMI gab nach einer noch fast gehaltenen Eröffnung spürbar ab und wird insbesondere von den schwächeren Big-Pharma belastet. Nach guten Umsatzzahlen legen die Luxusgüteraktien Richemont deutlich zu.
12.01.2017 12:44
Ampel an der Schweizer Börse zeigt rot.

Donald Trump habe die Investoren an der Pressekonferenz gestern einmal mehr daran erinnert, zu welcher "Schrotflintenpolitik" er fähig sei, kommentierte ein Händler. Der gewählte Präsident hatte den Aktienmärkten mit seiner Pressekonferenz am Mittwoch einen Dämpfer versetzt. Die Beobachter zeigten sich enttäuscht, dass er kaum weitere Details zur künftigen Wirtschaftspolitik nannte. Hingegen belastete eine kurze Bemerkungen die Pharmawerte. Trump äusserte sich hier abfällig über die Produktion ausserhalb der USA und machte Bemerkungen zur Preispolitik der Unternehmen. Das belastet auch die Schweizer-Pharmatitel.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert kurz vor dem Mittag 0,69% tiefer bei 8'368,88 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,16% auf 1'331,39 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,63% auf 9'122,72 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Minus und zehn im Plus.

Stärkster Blue Chip ist unangefochten Richemont (+8,25%). Der Uhren- und Schmuckkonzern hat im Weihnachtsquartal einen höheren Gruppenumsatz ausgewiesen. Stark zulegen konnte das Geschäft in Asien, aber auch Europa und auch die Region Amerika sind in Lokalwährungen gewachsen. Der Absatz hat sich besser entwickelt, als von den Analysten erwartet, entsprechend werden die Zahlen gelobt. Wettbewerber Swatch (+4,2%) zeigen sich ebenfalls markant fester.

Pharmawerte tief

Am anderen Ende des Spektrums rangieren im SMI/SLM die Pharmawerte Novartis (-3,0%), Roche (-2,1%) und Galenica (-2,1%). Die Trump-Äusserungen hatten bereits am Vortag kurz vor Handelsschluss für Druck gesorgt. Der neue Präsident hatte den Eindruck erweckt, dass er tiefere Medikamentenpreise anpeilen werde. Auch Sonova, (-0,7%), Basliea (-2,4%), Santhera (-7,7%), Cosmo (-2,1%) oder Newron (-2,3%) geben ab.

Actelion (+0,7%) bilden die einzige Ausnahme. Die Basler sollen sich einem Agenturbericht zufolge mit Johnson & Johnson auf einen vorläufigen Übernahmepreis geeinigt haben. Derzeit werde aber weiter über den Wert einer zu separierenden Einheit verhandelt, welche die Forschungs- und Entwicklungsteile (R&D) von Actelion enthalten würde. Ein Deal könnte noch in diesem Monat zustande kommen, ein Scheitern der Verhandlungen sei aber weiterhin möglich, hiess es.

Die Grossbanken UBS (+0,8%, 16,08 CHF) und CS (+0,3%) notieren im Plus. UBS werden durch eine Anhebung auf Buy von Hold und einem auf 20 (14,50) CHF angehobenen Kursziel bei der Société Générale gestützt. Im Steuerhinterziehungs-Fall in Frankreich ist die Bank beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit einem Einspruch gegen die Milliarden-Kaution des französischen Staates gescheitert.

Für Zurich (-1,0%, 281,40 CHF) hat die Société Générale hingegen die Bewertung auf Sell von Neutral gesenkt und das Kursziel zurückgenommen.

Adecco (+1,7%) profitieren von einer Heraufstufung auf Hold von Sell bei der Deutschen Bank. In einer Sektorstudie verweist der Analyst auf die jüngst besser als erwartet ausgefallenen Makrodaten in wichtigen Märkten.

Clariant (Aktie +0,6%) interessiert sich laut einem Agenturbericht für die indische Galaxy Surfactants. Als möglicher Kaufpreis wird eine Summe von bis zu 220 Mio CHF genannt.

Am breiten Markt ziehen nach Umsatzzahlen Bossard (+1,0%) und VAT (+1,5%) an. Die eigenen Umsatzerwartungen hat dagegen U-Blox verfehlt und die Aktien verlieren entsprechend deutliche 12%. Begründet wird dies mit der Verunsicherung rund um die US-Wahlen. Der Ausblick für das laufende Jahr 2017 ist jedoch erneut optimistisch.

Die Partners Group (Aktie +1,3%) hat 2016 erneut höhere Neugelder verzeichnet und die verwalteten Vermögen gesteigert. Inficon (-0,1%) stehen nach Zahlen kaum verändert.

(AWP)