SMI baut Gewinne aus – Zurich und Swiss Life gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag klar im Plus. Nach den leichten Verlusten des Vortags und einem verhaltenen Start zieht der SMI bis am Mittag deutlich an.
11.08.2016 12:40
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün: Die Anleger langen zu.
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün: Die Anleger langen zu.
Bild: cash

Gesucht sind insbesondere die nach Zahlen starken Zurich und Swiss Life sowie das Schwergewicht Nestlé nach einem positiven Analystenkommentar.

Der Aufwärtstrend der Aktien nach dem Zwischentief von Ende Juli bleibt offenbar intakt, auch wenn es weiterhin vorsichtige Stimmen gibt. Die Investoren agierten derzeit, als hätte es die Sorgen um den Brexit nie gegeben, hiess es etwa in Marktkreisen. Auch die wieder gesunkenen Ölpreise dämpfen die Stimmung derzeit nicht nachhaltig. Am Vortag hatte diese Entwicklung die Börsen noch gebremst.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12.10 Uhr 0,79% höher bei 8'274,02 Punkten und nähert sich damit wieder dem Zwischenhoch von Ende Mai. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,62% auf 1'238,81 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,73% auf 8'997,92 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 20 im Plus, acht im Minus zwei (Bâloise, Galenica) unverändert. Der SPI hat derweil am Morgen zum ersten Mal seit Dezember 2015 wieder die Marke von 9'000 Punkten überschritten.

Zurich und Swiss Life an der SMI-Spitze

Klar an der Spitze bei den Blue Chips halten sich weiterhin die Aktien der Versicherer Zurich (+4,0%) und Swiss Life (+3,2%), die beide am Morgen überzeugende Halbjahreszahlen vorgelegt haben. Zu Zurich hiess es in Marktkreisen, dass das Ergebnis trotz gestiegener Kosten für Schäden aus Naturkatastrophen die Konsensschätzungen auch im zweiten Quartal klar übertroffen habe. Die unter dem neuen Firmenchef Mario Greco erzielten Fortschritte kommen in Analystenkreisen entsprechend gut an. Dass der zuletzt mit Problemen behaftete Geschäftszweig General Insurance überdurchschnittlich stark zum operativen Gewinn beigetragen hat, wird positiv erwähnt.

Das Ergebnis von Swiss Life fiel trotz eines zweistelligen Rückgangs bei den Bruttoprämien sowohl beim Betriebsgewinn als auch beim Reingewinn deutlich besser aus als erwartet. Die Hauptattraktion sei aber vor allem die deutlich bessere Eigenkapitalsituation, hiess es am Markt. Analysten zufolge zieht sich die positive Ergebnisüberraschung auf Stufe Betriebsgewinn über alle Geschäftsfelder hinweg. Sowohl im Heimmarkt Schweiz als auch in Frankreich und Deutschland seien die Konsensschätzungen teilweise sehr deutlich übertroffen worden.

Nestlé und Geberit auf Allzeithoch

Getragen wird die starke Performance des SMI aber insbesondere von den starken Avancen von Nestlé (+2,1%), welche das Allzeithoch nun mit 79,45 CHF auf knapp unter 80 CHF ausgebaut haben. Für Nestlé hat die Société Générale das Rating auf 'Buy' von 'Hold' und auch das Kursziel klar auf 90 CHF erhöht. Nach einem mittelmässigen Abschneiden in den letzten fünf Jahren dürfte Nestlé nun bald wieder seine alte Stärke zeigen, so die Einschätzung der Bank.

Ebenfalls auf Allzeithochniveau befinden sich Geberit (+1,4%), mittlerweile liegt dieses mit 398,90 CHF nur noch knapp unter der wichtigen Grenze von 400 CHF. Weitere deutliche Gewinner sind etwa Lonza (+1,7%), Givaudan (+1,4%) oder Sika (+1,1%).

Auf der Verliererseite stehen wieder einmal die Banken, von denen UBS (-0,6%) etwas mehr nachlassen als CS (-0,4%) und Julius Bär (-0,1%). Die grössten Verluste verzeichnen indes Adecco (-0,6%), welche damit rund einen Viertel der Vortagesgewinne im Anschluss an das Semesterergebnis wieder hergeben. In der Zwischenzeit sind weitere Kommentare mit verschiedene Kurszieländerungen eingetroffen, so etwa zwei Erhöhungen durch Goldman Sachs und Kepler Cheuvreux oder eine Senkung durch S&P.

Im breiten Markt fallen Schmolz+Bickenbach (-4,1%) und Kardex (-1,2%) nach Halbjahreszahlen mit unterschiedlich deutlichen Abgaben auf. Ebenfalls jeweils nach Zahlen legen AFG (+0,7%) und Lem (+0,6%) etwas zu, während Orell Füssli unverändert notieren.

Logitech (+0,5%) erhalten dagegen von einer Aufstufung durch Morgan Stanley etwas Auftrieb. EFG (-0,7%) büssen dagegen nach freundlichem Beginn an Terrain ein. Der deutlich reduzierte Kaufpreis für BSI vermag den Aktienkurs nicht nachhaltig zu stützen.

(AWP)