SMI: Brexit-Schock ebbt allmählich ab

Die Anleger an der Schweizer Börse haben sich am Donnerstag zurückgehalten. Nach der kräftigen Erholung der beiden vorangegangenen Tage legte der Markt eine Verschnaufpause ein.
30.06.2016 17:30
Der Hauptsitz von Actelion: Die Aktie führt die SMI-Tabelle am Donnerstag an.
Der Hauptsitz von Actelion: Die Aktie führt die SMI-Tabelle am Donnerstag an.
Bild: ZVG

"Wir stehen ja fast wieder auf dem Niveau, das wir vor dem Brexit-Votum hatten", sagte ein Händler. Es fehle nicht mehr viel und der Markt habe die Verluste nach dem Entscheid der Briten, die EU zu verlassen, wieder aufgeholt. Der SMI notierte mit 8020 Punkten um 0,5 Prozent über dem Vortagsniveau. Am Mittwoch war der Leitindex um 2,6 Prozent gestiegen.

Die Anleger wirkten entspannt, sagte ein Börsianer. "Als ob nichts passiert wäre." Der Volatilitätsindex, das Angstbarometer der Börse, ging deutlich zurück. Allerdings trauen nicht alle Investoren der Ruhe, weil sie wegen des Ausstiegs Grossbritanniens aus der EU eine lange Phase der Ungewissheit fürchten.

Besser als erwartete US-Konjunkturzahlen gaben dem Markt Schützenhilfe, hiess es. Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex stieg stärker als gedacht.

Investis mit erfolgreichem IPO

Ein erfolgreiches Börsendebüt feierten die Aktien von Investis, die auf 57,30 Franken stiegen. Die Titel der Immobilienfirma wurden zu 53 Franken platziert.

Gefragt waren Anteile von mittelgrossen Finanzfirmen. Im Mittelpunkt stand dabei die Bank Vontobel, deren Aktien 2,8 Prozent zulegten. Die Privatbank übernimmt die Fondstochter Vescore von Raiffeisen. Vescore betreue 15 Milliarden Franken Kundenvermögen. Den Kaufpreis legte Vontobel nicht offen. Zudem wollen die beiden Institute ihre Zusammenarbeit ausweiten. "Wir werten es positiv, dass Vontobel die Partnerschaft mit der Raiffeisen-Gruppe verfestigen und intensivieren kann", schrieb ZKB-Analyst Michael Kunz.

Die Anteile von EFG International legten 5,1 Prozent zu und GAM Holding rückten 9,6 Prozent vor. KeplerCheuvreux hob die Empfehlung für die beiden Vermögensverwalter auf "Hold" von "Reduce" an. Citigroup erhöhte zudem das GAM-Kursziel. Die Anteile der VZ Holding gewannen 5,2 Prozent.

Die Aktien der Grossbanken waren dagegen schwächer. UBS sanken um 1 Prozent, während Credit Suisse 0,1 Prozent zulegen konnten. Die ZKB bezweifelte dass Bankaktien im aktuellen Umfeld den Gesamtmarkt schlagen könnten.

Die Versicherungswerte schwächten sich meist leicht ab. Gegen den Sektortrend zogen jedoch Swiss Re 1,1 Prozent an.

Die schwergewichtigen Pharmawerte entwickelten sich mit dem Markt. Novartis legten 0,5 Prozent zu und Roche 0,75 Prozent. Der Lebensmittelwert Nestle stieg um 0,5 Prozent und verlieh dem Markt damit eine gute Stütze.

Die Anteile zyklischer Firmen wie ABB legten 0,4 Prozent zu, Geberit verliert 0,2 Prozent.

Die Aussicht auf eine höhere Dividende verhalf den Aktien von Logitech zu einem Kursgewinn von knapp 2 Prozent. Der Hersteller von IT-Zusatzgeräten will die Dividende auf 0,56 von 0,51 Franken je Aktie anheben.

(Reuters)