SMI dank Nestle fester - SPI auf Jahreshoch

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag zugelegt. Der Kursanstieg war allerdings zum grössten Teil den Kursgewinnen des Marktschwergewichts Nestle und den Aktien der Zurich Insurance Group geschuldet.
11.08.2016 17:30
Die Schweizer Börse zeigt sich am Donnerstag im besten Licht.
Die Schweizer Börse zeigt sich am Donnerstag im besten Licht.
Bild: cash

"Unter Ausklammerung von Nestle und Zurich hielten sich die Gewinner und Verlierer etwa die Waage", sagte ein Händler. Auch die Veröffentlichung der wöchentlichen Arbeitsmarktstatistik habe den Markt nicht belebt, hiess es.

Während der Leitindex SMI um 1,1 Prozent auf 8296 Punkte stieg, zog der breite SPI um 1 Prozent auf 9022 Punkte an und notierte erstmals in 2016 über 9000 Punkten und verzeichnet ein Jahreshoch.

Händler hofften, dass der Leitindex nun die Widerstandszone bei 8200/250 Zählern überwunden hat. "Rein technisch betrachtet könnte dann auch der SMI sein Jahreshoch bei 8730 Punkten in Angriff nehmen", sagte ein Händler.

Die Aktivitäten konzentrierten sich auf Papiere von Firmen, die ihre Bilanz vorgelegt hatten oder über die Anlagestudien veröffentlicht wurden. Stütze des Marktes waren die Aktien von Nestle, die nach einer Kaufempfehlung von SocGen um 2,4 Prozent auf 79,5 Franken stiegen und ein neues Rekordhoch markierten. SocGen nannte ein Kursziel von 90 Franken.

Swiss Life und Zurich im Fokus

Grosse Aufmerksamkeit genossen auch die Versicherer Swiss Life und Zurich, die beide nach besser als erwarteten Zwischenergebnissen kräftig zulegten.

Hohe Schadenzahlungen und Kosten für den Konzernumbau haben Europas fünftgrösstem Versicherungskonzern Zurich zwar im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang um zwölf Prozent auf 793 Millionen Dollar eingebrockt. Analysten hatten durchschnittlich aber lediglich 701 Millionen Dollar Überschuss prognostiziert. Die Anteile stiegen daher um 4,5 Prozent.

Gesucht waren auch die Aktien von Swiss Life. Der Gewinn des Lebensversicherers stieg im ersten Halbjahr leicht auf 500 Millionen Franken. Analysten hatten einen Gewinnrückgang auf 483 Millionen Franken erwartet. Die Prämieneinnahmen gingen um acht Prozent auf 10,1 Milliarden Franken zurück. Das Unternehmen sieht sich bei den Zielen für 2016 gut auf Kurs. Die Aktie stieg um 2,8 Prozent.

Die Aktienkurse der Mitbewerber Baloise, Helvetia und Swiss Re legten leicht zu.

Bei den ebenfalls als wenig konjunkturzyklisch eingestuften Pharmariesen waren Novartis mit einem Plus von 0,3 Prozent schwächer. Roche legten um 0,6 Prozent zu. Der bereits mit einer Reihe von Bestechungsvorwürfen konfrontierten Novartis droht in Südkorea ein weiterer Schmiergeldskandal. Der Firma räumte am Donnerstag ein, dass sich einige Mitarbeiter regelwidrig verhalten hätten. Novartis bestätigte Medienberichte, wonach die Staatsanwaltschaft gegen sechs derzeitige und frühere Beschäftigte Anklage erhoben hat. Novartis toleriere kein Fehlverhalten, betonte die Firma.

Banken auf Konsolidierungskurs

Die Aktien der Banken schwenkten auf einen Konsolidierungskurs ein. Credit Suisse und UBS waren 0,3 Prozent höher, und Julius Bär konnten 0,5 Prozent zulegen.

Die Aktien zyklischer Firmen machten anfängliche Abschläge wett und stiessen mehrheitlich in die Gewinnzone vor. Der Anteil des Personalvermittlers Adecco aber sank um 0,3 Prozent. Der Titel war am Mittwoch nach einem guten Quartalsbericht deutlich gestiegen. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB stiegen um 0,3 Prozent. Die Scheine der Sanitärtechnikfirma Geberit, die am Dienstag den Quartalsbericht veröffentlicht, legten 2,0 Prozent zu. Die Aktien des Uhrenproduzenten Swatch und des Luxusgüterherstellers Richemont machten anfängliche Verluste mehr als wett.

Am breiten Markt honorierten die Anleger gute Ergebnisse: Der Bauausstatter AFG gewann 6,7 Prozent an Wert. Dagegen büssten Kardex und Schmolz + Bickenbach nach der Ergebnisvorlage an Terrain ein. "Kardex war einer der stärksten Höhenflieger im vergangenen und im laufenden Jahr", sagte ein Händler.

(Reuters)