SMI dank Novartis im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwoch zur Mittagszeit solid im Plus.
18.05.2016 12:57

Nach einem verhaltenen Start mit mehrheitlich negativen Notierungen hat sich der SMI noch in der ersten Handelsstunde erholt, wobei er weiterhin von den starken Novartis gestützt wird. Insgesamt bleibt damit nach der starken Erholung von Anfang vergangener Woche die Seitwärtstendenz im Bereich von 7'900 bis 7'950 intakt. Für einen Ausbruch Richtung oder gar über 8'000 Punkte fehlen derzeit die Treiber und die durch Goldman Sachs kritischer formulierte Haltung gegenüber Aktien global gesehen bremst zusätzlich. Arg unter die Räder kommen Sonova nach Jahreszahlen.

Die Schweizer Aktien bewegen sich für einmal gegen den negativen Trend an anderen wichtigen europäischen Börsenplätzen nach oben, wie erwähnt dank des Schwergewichts Novartis. Insgesamt aber ist die Stimmung eher etwas gedämpft und von Zinssorgen geprägt. Aufgekommen waren diese nach guten US-Konjunkturdaten vom Vortag und Aussagen von US-Notenbankern. So wird das für den heutigen Mittwochabend angesagte Protokoll der Fed-Sitzung vom April mit Spannung erwartet.

SMI steigt, Sonova fällt

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12.10 Uhr 0,53% höher bei 7'948,87 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,32% auf 1'212,56 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,37% auf 8'595,0 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren zwei Drittel im Plus.

Das negative Highlight bilden Sonova mit einem Minus von 7,5%. Der vorbörslich publizierte Jahresabschluss 2015/16 fiel unter den Erwartungen der Analysten aus, wobei vor allem der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr enttäuschte. Sämtliche Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2015/2016 (per Ende März) fielen unter den Konsenserwartungen der Experten aus, wobei Sonova von einem schwächeren US-Veteranen-Markt, Marktanteilsverlusten und Gegenwind in Deutschland sprach.

Dahinter geben mit Clariant (-1,0%), Sika (-0,8%) und etwas moderater auch Lonza (-0,4%) verschiedene Chemiewerte mit am meisten nach. In dieser Gruppe nisten sich einzig noch Swiss Re (-0,6%) ein, welche von Jefferies auf "Hold" zurückgestuft wurden.

Die Mehrheit der Aktien steht derzeit aber fester, mit Swatch (+1,6%) und Richemont (+1,5%) an der Spitze. Für die Käufe in Swatch seien institutionelle Einkäufer und Eindeckungen verantwortlich, hiess es in Marktkreisen. Die Titel seien reif für eine Erholung. Dies auch, nachdem bei Burberry das Jahresergebnis besser war als erwartet. Richemont wird am Ende der Woche mit dem Ergebnis für das versetzte Geschäftsjahr 2015/16 weitere Impulse für den Sektor liefern.

Novartis stark

Am meisten profitiert der SMI indes von den starken Novartis (+1,5%). Am Vorabend hatte das Unternehmen einen Umbau der Pharma-Sparte bekanntgegeben, welcher den Abgang des Chefs der Sparte zur Folge hat. Am Mittwoch präsentierte Novartis dann positive Nachrichten zu einem neuen Brustkrebsmedikament. In Marktkreisen wird vor allem der Neuigkeit im Zusammenhang mit der Studie positive Auswirkungen auf den Aktienkurs nachgesagt, auch wenn der Umbau der Pharmasparte nur teilweise kritisch kommentiert wird.

Weitere Titel mit etwas auffälligeren Avancen sind Aryzta (+1,5%) und Dufry (+1,2%). Der CEO von Dufry hat in einem Zeitungsinterview die Wachstumsziele für 2016 bestätigt. Die wegen der Übernahme von World Duty Free angestiegene Schuldenlast macht ihm dagegen keine Sorgen: Bedarf für eine Kapitalerhöhung sehe er nicht.

Von den Banken ziehen Julius Bär und UBS um je 0,9% an, CS folgen mit einem Plus von 0,8% dicht dahinter.

Im breiten Markt verzeichnen die Aktien der Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments (+0,9%) ein moderates Plus, nachdem das Unternehmen eine unveränderte Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2015/16 bekanntgegeben hat.

Schweiter (+0,1%) fallen nach Bekanntgabe einer Verlagerung im Textilmaschinenbereich nicht gross auf. An der Aussage vom März mit Blick auf den Geschäftsgang ändere sich dadurch nichts, sagte CEO Baumgartner gegenüber AWP. "Wir sind nach wie vor gut unterwegs und der Auftragseingang im Textilbereich ist gut", verströmte er eine gewisse Zuversicht.

(AWP)