SMI: Die Anleger verlässt den Mut

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag wenig verändert tendiert. Händler sagten, Spekulationen auf einen Verbleib Grossbritanniens in der EU sorgten zunächst für steigende Kurse. Diese schmolzen aber wieder ab.
23.06.2016 17:30
Zurück auf Feld 1: Der SMI gibt die Gewinne wieder ab.
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Bild: cash

Dies, weil Anleger ihre Positionen absicherten oder die in den vergangenen Tagen erzielten Gewinne einstrichen. Es zeichne sich ein knappes Ergebnis ab, das aber zugunsten der Brexit-Gegner ausfallen dürfte. Viele Marktteilnehmer hofften daher, dass es am Tag nach dem Votum der Briten nicht zu dem befürchteten Chaos an den Märkten kommen werde. "Aber man weiss ja nie", sagte ein Händler und verwies auf die Gewinnmitnahmen. Das Enttäuschungspotenzial bei einem Ja zum Brexit sei gross.

Der SMI notierte zum Schluss mit 8018 Punkten um 0,6 Prozent höher. Das Tageshoch markierte der Leitindex, der in der aktuellen Woche insgesamt fast 3,5 Prozent gestiegen ist, bei 8079 Punkten.

Ergebnisse des Referendums werden erst in der Nacht zum Freitag erwartet. Sollten die Briten für den Austritt aus der EU stimmen, erwarten Experten ein Kurschaos. Andernfalls könnte es eine Erleichterungsrally geben.

Angeführt wurde der Anstieg von den Aktien der Banken und zyklischer Firmen, da diese stärker profitieren dürften als die Anteile der als krisenresistenter geltenden Pharma- oder Lebensmitteltitel.

CS und UBS gesucht

Die Anteile der Credit Suisse und der UBS gewannen 1,7 und 2 Prozent. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär stiegen um 1,9 Prozent.

Die Assekuranzwerte tendierten ebenfalls meist höher. Zurich gewannen ein 1,3 Prozent.

Die Anteile der Pharmariesen Roche und Novartis retteten sich zum Schluss nur knapp ins Plus - trotz guter Nachrichten. Das Novartis-Herzmedikament Entresto könnte alleine in den USA bis zu 28.000 Todesfälle verhindern oder verzögern, hiess es in einer Expertenanalyse. Rivale Roche glaubt trotz der schärferen Konkurrenz für in die Jahre gekommene Krebsmedikamente an weitere Umsatz- und Gewinnsteigerungen. "Bezüglich Wachstum bin ich jetzt an einem Punkt, wo ich viel besser schlafe", sagte Konzernchef Schwan zu Reuters.

Die Anteile der zyklischen Firmen Geberit, ABB, Adecco, LafargeHolcim, Sulzer und Oerlikon gewannen Terrain. Die als eher defensiv eingestuften Papiere von Actelion, Givaudan und Swisscom rückten 0,9 bis 1,5 Prozent vor.

Meyer Burger legt zu

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Meyer Burger, die um 3,6 Prozent stiegen. Der Spezialsägenhersteller hat einen Auftrag über 21 Millionen Franken aus China erhalten. "In den letzten Wochen hat die Dynamik an Auftragsabschlüssen neben dem Basisgeschäft nach einer längeren Funkstille deutlich zugenommen", kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). "Erfreulich ist, dass dabei häufig Diamantdrahtsägen bestellt werden."

Auf Erholungskurs schwenkten die arg gebeutelten Anteile der Derivatboutique Leonteq, des Asssetmanagers GAM und des Nahrungsmittelzusatzherstellers Evolva ein und legten kräftig zu.

(Reuters)