SMI-Dividendenkönig - Amerikaner entdecken die Zurich-Aktie wieder

Unter Konzernchef Mario Greco hat die Zurich Insurance Group zu alter Stärke zurückgefunden. Das bleibt auch US-Banken nicht verborgen, trifft aus Übersee doch eine weitere Kaufempfehlung für die Aktie ein.
21.02.2018 09:12
Von Lorenz Burkhalter
Über der Zurich Insurance Group strahlt der Himmel blau.
Über der Zurich Insurance Group strahlt der Himmel blau.
Bild: Bloomberg

Als Mario Greco im März 2016 bei der Zurich Insurance Group das Ruder übernahm, befand sich die Aktie seines neuen Arbeitgebers in einem Stimmungstief. Nach einer Gewinnwarnung und mehreren Ergebnisenttäuschungen in Folge hagelte es Verkaufsempfehlungen aus dem amerikanischen Raum, was die Kursnotierungen vorübergehend unter 200 Franken abtauchen liess.

"Tempi passati", würde der italienisch-stämmige Greco vermutlich sagen. Er brachte die traditionsreiche Versicherungsgruppe innerhalb kürzester Zeit wieder auf Kurs. Den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere als Konzernchef stellte das vor zwei Wochen veröffentlichte Jahresergebnis dar. Dieses liess keine Aktionärswünsche offen. Der eigentliche Lichtblick - so sind sich Experten einig - dürfte an diesem Tag aber die erste Dividendenerhöhung seit sieben Jahren gewesen sein.

Davon angetrieben, erholte sich der Kurs zuletzt auf über 310 Franken. Mit einem Plus von fast 5 Prozent alleine seit Jahresbeginn gehört die Zurich-Aktie zu den stärksten Titeln aus dem Swiss Market Index (SMI).

Eigenkapitalrendite könnte positiv überraschen

Mit steigenden Kursen melden sich die Amerikaner zurück. Nach Goldman Sachs und der Citigroup spricht neuerdings auch J.P. Morgan eine Kaufempfehlung für die Aktie aus.

In Erwartung, dass die Versicherungsgruppe das Ziel einer operativen Eigenkapitalrendite von 14 Prozent übertreffen wird, sieht die US-Investmentbank die Aktie bis Ende 2019 auf 375 (zuvor 317) Franken steigen. Die Dividendenzahlungen mitberücksichtigt, entspricht das einer rechnerischen Gesamtrendite von 34 Prozent.

Die Zurich-Aktie (rot) schneidet über 12 Monate besser als der SMI (grün) ab (Quelle: www.cash.ch)

Ein wichtiges Kaufargument für die Zurich-Aktie bleibt die hohe Dividendenrendite von rund 6 Prozent. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert aller im SMI vertretenen Unternehmen beträgt mit 3,2 Prozent gerademal halb so viel.

Dividendenpolitik scheint nachhaltig

Das macht die Zurich Insurance Group zum SMI-Dividendenkönig, gefolgt vom Rückversicherungskonzern Swiss Re mit einer Dividendenrendite von 5 Prozent.

Die grosszügige Ausschüttungspolitik kommt auch bei anderen US-Investmentbanken gut an. Bei Goldman Sachs wird die anlässlich der Jahresergebnispräsentation bekanntgegebene Dividendenerhöhung als ein Zeichen der Zuversicht in die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens verstanden. Das Anlageurteil lautet deshalb Conviction Buy mit einem Kursziel von 350 Franken.

Auch bei der Citigroup findet man sichtlich Gefallen an den starken Dividendenaussichten. Dank dem milliardenschweren Überschusskapital rechnet die US-Investmentbank auf Jahre hinaus mit einer grosszügigen Ausschüttungspolitik. Dabei empfiehlt sie die Aktie trotz Bewertungsaufschlag gegenüber anderen europäischen Versicherungswerten zum Kauf.

 

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