SMI dümpelt vor sich hin

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag mit leicht festeren Kursen eröffnet und ist im Anschluss daran in die Verlustzone abgerutscht.
18.03.2016 10:25
Am Freitagmorgen gibts an der Schweizer Börse wenig spannendes zu sehen.
Am Freitagmorgen gibts an der Schweizer Börse wenig spannendes zu sehen.
Bild: Bloomberg

Allerdings halten sich die Abgaben im Leitindex SMI in engen Grenzen. Das Börsenumfeld sei am "Hexensabbat", dem grossen Verfallstag an der Terminbörse, von Unsicherheit und Zurückhaltung geprägt, heisst es im Handel. Weder die Wall Street noch die Märkte Asiens geben den europäischen Börsen eine eindeutige Richtung vor. Und auch vom Ölmarkt gibt es keine klaren Signale.

Nach den jüngsten Kursschwankungen und mit Blick auf das anstehende Wochenende dürften sich die Anleger im Freitagshandel zurückhalten, heisst es weiter. Dabei fehle es im Anschluss an die intensive Phase mit Zentralbanksitzungen auch an Taktgebern. Nachdem der Fed-Offenmarktausschusses in den USA am Mittwoch vorerst auf eine weitere Zinserhöhung verzichtet hatte, hielt am (gestrigen) Donnerstag auch die Schweizerischen Nationalbank an ihrer Geldpolitik fest. Frische Impulse könnten am Nachmittag die Angaben der Uni Michigan zum US-Konsumentenvertrauen bringen.

SMI pendelt um den Vortagesstand

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 09.30 Uhr 0,07% auf 7'856,54 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um knappe 0,02% auf 1'212,73 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,03% auf 8'345,33 Punkte nach. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 16 im Minus, zwölf im Plus sowie Adecco und Schindler unverändert.

Bei den Blue Chips prägen die unterschiedlichen Kursentwicklungen der Schwergewichte das Bild. Während Novartis den Index mit einem Abschlag von 0,7% und Roche mit einem solchen von 0,4% belasten, halten Nestlé mit einem Plus von 0,5% dagegen.

LafargeHolcim (-1,1%) geben am Berichtstag im SMI/SLI am deutlichsten nach. Im Nachgang an die gestern publizierten Geschäftszahlen hat die Deutsche Bank das Kursziel für den Zementkonzern leicht gesenkt, an der "Kauf"-Empfehlung halten die Analysten allerdings fest.

Unter Druck stehen auch Geberit (-0,5%), deren Rating HSBC auf "Hold" von bislang "Buy" zurückgenommen hat. Geberit habe das Geschäftsjahr 2015 solid abgeschlossen und die fundamentalen Trends für 2016 verbesserten sich, schreibt der Analyst. Allerdings rechnet er mit einem langsamen Start ins Geschäftsjahr und sieht daher das Kurspotenzial nach dem jüngsten Kursrally limitiert.

Im Plus stehen dagegen die volatilen Transocean (+1,1%), die damit den Kursanstieg aus dem gestrigen US-Handel (+2,9%) nachzeichnen. Ab April werden die Titel von der Schweizer Börse dekotiert und nur noch in den USA gehandelt. Der heutige Freitag ist der letzte Tag für Transocean im Leitindex SMI. Den frei werdenden Platz nehmen am Montag die Valoren des Lebensversicherers Swiss Life (-0,3%) ein. Der Wechsel ist jedoch seit geraumer Zeit bekannt.

Am meisten gewinnen Galenica (+1,4%) und Aryzta (+1,2%). Richemont steigen um 0,4%. Der Luxusgüterkonzern hat angekündigt, dass Bernard Fornas Ende Monat als Co-CEO zurücktreten wird. Damit trete einer der wichtigsten Richemont-Architekten aus der Geschäftsleitung ab, meinen Analysten. Der altersbedingte Wechsel habe sich abgezeichnet und dürfte den Aktienkurs kaum belasten. Der ehemalige Cartier-Chef Fornas wird derweil weiterhin als Verwaltungsrat der Gruppe amten.

Sunrise-Aktien gesucht

Im breiten Markt klettern Sunrise mit 5,8% stark in die Höhe. Das Telekomunternehmen erhält die deutsche Freenet als neue Hauptaktionärin. Freenet bezahlt für das 23,8%-schwere Aktienpaket an die britische Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners rund 782 Mio CHF. Dies sei ein angemessener Preis, urteilen Analysten.

Auf der Gegenseite brechen SHL (-15%) nach Publikation erster Zahlen zum Geschäftsjahr 2015 regelrecht ein. Der Telemedizin-Anbieter ist von Abschreibungen belastet in die roten Zahlen gerutscht und dürfte auch im laufenden Jahr unter der Neubewertung deutscher Verträge leiden. Die Bank Vontobel wird als Folge davon das "Hold"-Rating und das Kursziel überprüfen.

U-blox büssen 8,5% ein. Der Halbleiterhersteller hat Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert und die eigene Guidance-Bandbreite erreicht, lag allerdings leicht hinter den hohen Markterwartungen zurück. Auch von den für 2016 gesetzten Zielen haben Analysten etwas mehr erwartet.

mk/tp

(AWP)