SMI fällt unter 8000 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt weitet die Verluste am Donnerstagnachmittag aus. Der Leitindex SMI ist deutlich unter die Marke von 8000 Punkten gefallen und liegt nur noch rund 25 Punkte über dem bisherigen Jahrestief.
04.02.2016 15:25
Angeführt von den zwei Grossbanken am Zürcher Paradeplatzt taucht die Schweizer Börse am Donnerstagnachmittag tief.
Angeführt von den zwei Grossbanken am Zürcher Paradeplatzt taucht die Schweizer Börse am Donnerstagnachmittag tief.
Bild: cash

Nach einer gehaltenen Eröffnung wechselte der Leitindex SMI zunächst mehrmals das Vorzeichen, bevor sich der Trend nach Süden durchsetzte. Neben dem starken Einbruch der CS-Aktien nach Zahlen sind auch Lafarge-Holcim, Swisscom und UBS deutlich unter Druck.

Auf die Stimmung an den Aktienmärkten lasten die eingetrübten Konjunkturaussichten in der Euro-Zone sowie US-Daten, während auch die Ölpreise nach der Erholung vom Mittwochabend nun wieder unter Druck gekommen sind. Die EU-Kommission hat die Wachstumsaussichten für das laufende Jahr etwas gesenkt und rechnet noch mit einem BIP-Anstieg um 1,7%. Als Gründe werden das verlangsamte Wirtschaftswachstum in China und anderen wichtigen Schwellenländern genannt sowie die geopolitischen Unsicherheiten. In den USA ist die Produktivität ausserhalb des Agrarsektors im vierten Quartal stärker gesunken als erwartet während die Lohnkosten stiegen. Die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg leicht an.

Der SMI notiert um 14.50 Uhr 2% tiefer bei 7960 Punkten (Jahrestief 7935). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 2,1% auf 1190 Zähler ein, während der breite SPI um 1,8% auf 8271 Zähler abgibt. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren bis auf Transocean alle im Minus.

CS-Aktie bricht ein

Massiv unter Druck stehen weiterhin die Papiere der Credit Suisse mit inzwischen -12% auf 14,56 Franken. Im Tagestief ging es bis auf 14,36 Franken hinab. Die Grossbank hat im vierten Quartal 2015 einen Milliardenverlust verbucht, der klar höher ausfiel als erwartet. In Analystenkreisen zeigt man sich erschüttert, was die Geschäftsentwicklung im Schlussquartal anbetrifft. Die Erträge seien dem Unternehmen regelrecht weggebrochen, heisst es. Wie die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar schreibt, seien die bereits tiefen Erwartungen auf allen Stufen nicht erfüllt worden.

In den Abwärtsstrudel sind auch die Titel der Konkurrentin UBS (-3,4%) geraten, die am vergangenen Dienstag im Zuge des Zahlenrapports ebenfalls abgestürzt waren. Julius Bär (-2,2%) konnten sich zunächst halten, rutschten dann aber ebenfalls klar gen Süden. Am Vortag waren die "Bären" mit Einbussen von über 4% die grössten Verlierer bei den Bluechips.

Unter die Räder kommen neben CS auch Lafarge-Holcim (-5,1% auf 37,85 Franken). Zeitweise betrugen die Abschläge bis zu 7,6%. Händlern zufolge belastet hier die Aktienplatzierung des 6,12%-Anteils der russischen Sberbank, der über die Bühne gegangen sei. Dabei seien 37,2 Millionen Aktien mit einem deutlichen Abschlag zu 36,25 Franken das Stück platziert worden. Zudem muss der Zementkonzern seine Pläne in Indien überdenken und erwägt nun den Komplettverkauf von Lafarge India mit einer jährlichen Zementkapazität von 11 Millionen Tonnen.

Swisscom-Aktie nach Zahlen im Verkauf

Einen Kursrutsch vollziehen auch Swisscom (-4,2%). Die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt hat im Geschäftsjahr 2015 beim Umsatz stagniert und deutlich weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Markterwartungen beim Umsatz zwar leicht übertroffen, beim EBITDA und Reingewinn hingegen verfehlt. Zu reden gibt daneben ein Sparprogramm, welches die Kostenbasis von 2015 bis 2020 um über 300 Millionen Franken senken soll.

Zu den grössten Verlierern zählen auch Actelion (-2,6%), Givaudan (-2,5%) oder Galenica (-2,3%). Die Schwergewichte Roche (-1,5%), Nestlé (-1,7%) und Novartis (-2,2%) haben den Abwärtstrend beim SMI mitgetragen.

Vergleichsweise geringe Minuszeichen weisen SGS, Swatch, Richemont (je-0,2%) oder Schindler (-0,3%) auf. Auch die Titel des Rückversicherers Swiss Re (-0,3%) sind inzwischen ins Minus gedreht. Hier hatten Zahlen der Konkurrentin Munich Re gestützt. Zwar wurde dort ein Gewinnrückgang gemeldet, die Schäden durch Naturkatastrophen waren jedoch gering.

Auf der Gewinnerseite im SMI/SLI können sich einzig die zuletzt stark rückläufigen Titel des Offshore-Erdölbohrers Transocean mit +2,4% halten.

(AWP)