SMI fällt unter 8200 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet zum Wochenausklang wie am Vortag erneut deutliche Verluste.
15.01.2016 12:47
Die Kurse an der Schweizer Börse zeigen auch am Freitag nur in eine Richtung: nach unten.
Die Kurse an der Schweizer Börse zeigen auch am Freitag nur in eine Richtung: nach unten.
Bild: cash

Nach einer zunächst leicht schwächeren Eröffnung geht es für den SMI zur Mittagszeit stärker abwärts - unter die Marke von 8'200 Punkten. Der Wall Street war zwar eine Erholung von ihren Dreimonatstiefs gelungen, in Asien kam es allerdings erneut zu Verlusten. "China hat sich von der guten Laune in den USA nicht anstecken lassen", heisst es am Markt. Auch der wieder sinkende Ölpreis mahne zur Vorsicht, denn im Tagesverlauf fielen Kontrakte der Ölsorte Brent und WTI wieder unter 30 USD. "Die alten Ängste und Sorgen" seien also "wieder zurück auf dem Tisch".

Der endgültige Ausgang der Woche könnte noch vom Handelsauftakt an der Wall Street und von einem bunten Strauss an US-Daten beeinflusst werden, die für den Nachmittag angekündigt sind. Derzeit verliert der SMI auf Wochensicht 0,7%. Hierzulande stehen nach Übernahmegerüchten einmal mehr Syngenta im Fokus. Ausserdem jährt sich am Freitag die Aufgabe des Mindestkurses, welche die Märkte am 15. Januar 2015 durchrüttelte. Auch ein Jahr später bleibt der SNB-Entscheid umstritten.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 11.50 Uhr 1,37% auf 8'191,48 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 1,55% auf 1'226,65 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,34% auf 8'453,34 Punkte. Von den SMI/SLI-Titeln notieren mittlerweile alle bis auf zwei im Minus.

Syngenta als Ausnahme

Als Ausnahme sehen nach wie vor Syngenta (+2,6% auf 379,20 CHF) grosse Avancen, nachdem der VR einem Medienbericht zufolge angeblich den Verkauf an ChemChina unterstützt. Die Transaktion könnte laut gut informierten Personen noch bis zum chinesischen Neujahr (in diesem Jahr am 8. Februar) über die Bühne gehen, wie Bloomberg schreibt.

Die Eile überrascht Händler angesichts des Konsolidierungsdrucks in der Branche nicht. Auch das Kaufinteresse von ChemChina sei plausibel: Die chinesische Regierung misst dem Agrarsektor grosse strategische Bedeutung und das Staatsunternehmen soll in allen Chemiesparten zur Weltspitze aufschliessen - auch durch Übernahmen.

Etwas fester notieren zudem noch Swiss Life (+0,3%). Die Titel werden nach der Dekotierung von Transocean (-2,2%) an der Schweizer Börse im März in den SMI-Indexwert aufgenommen. Damit rücken Dufry (-2,2%) in den SLI auf. Beide Veränderungen kämen nicht überraschend, sondern hätten sich bereits aufgrund der Selektionsliste per Ende September 2015 abgezeichnet, kommentiert ZKB die Indexanpassungen.

Transocean hatte am Vortag mit einer leichten Beruhigung an den Ölmärkten zwar etwas zulegen können, gehört mit erneut fallenden Märkten am Freitag allerdings wieder zu den grössten Verlierern.

Noch heftigere Einbüssen erleiden jedoch Galenica (-3,5%) und Lonza (-2,9%) - beide 2015 Outperformer - sowie Zykliker wie LafargeHolcim (-3,1%) und ABB (-2,3%). Und auch die Luxusgüterhersteller Swatch (-2,8%) und Richemont (-2,3%) - im Lichte des besorgten Sentiments in Asien - sowie die Bankentitel Julius Bär (-3,4%), UBS (-2,0%) und CS (-1,9%) sind stark unter Druck.

Nach unten ziehen den SMI besonders die schwergewichtigen Novartis (-1,6%), nachdem die Aktie wegen zahlreicher Unsicherheiten von Barclays nur noch mit Underweight nach zuvor Equal Weight eingestuft wird. Roche (-1,3%) und Nestlé (-0,7%) können sich etwas besser halten.

Schindler (-1,2%) verliert indes mehr oder weniger im Rahmen des Gesamtmarktes. Der Lifthersteller erhält einen neuen VR-Präsidenten, denn Alfred Schindler wird nach 40 Jahren im Verwaltungsrat - davon 22 Jahre als Präsident - sein Amt zur GV im März 2017 abgeben. Die langfristige Strategie sei aber gewährleistet, sagte er am Freitag vor den Medien.

Am breiten Markt stechen Autoneum (+3,2%) positiv hervor, nachdem der Autozulieferer den Umsatz 2015 deutlich steigern konnte und die Erwartungen am Markt deutlich übertroffen hat. Weiter legten Zehnder (Aktie -2,1%) Umsatzzahlen vor sowie am Vorabend die Hypothekarbank Lenzburg (+0,6%) und die Walliser Kantonalbank (-0,9%) leicht höhere Gewinne.

Gategroup (-3,7%) können von einem Auftragserfolg am Freitag wenig profitieren: Die Verträge mit United Airlines konnten um fünf Jahre verlängert werden. Die Aktie ist allerdings einer der SIX-Überflieger der letzten Monate.

(AWP)