SMI fällt zurück auf Startposition - Schwung ist raus

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstagmittag wenig verändert. Der zunächst schwungvolle Start entpuppte sich damit als nicht nachhaltig.
20.12.2016 12:59
Die Aktien von Swatch legen gegen den Trend zu.
Die Aktien von Swatch legen gegen den Trend zu.
Bild: cash

Vor allem die mittlerweile klar tieferen Kurse bei dem Indexschwergewicht Nestlé sowie die ebenfalls abgerutschten Roche nahmen dem Gesamtmarkt den Wind aus den Segeln. Es scheine, als ob der Markt nach der Rallye der Vorwochen in die vorweihnachtliche Ruhephase eingeschwenkt sei, hiess es im Handel. Denn bereits an den beiden vorangegangenen Handelstagen rührte sich der SMI kaum noch von der Stelle.

Nach dem von den US-Präsidentschaftswahlen ausgelöstem Rallye, welches den SMI von einem Niveau um 7'600 Punkte bis auf über 8'200 Punkte nach oben trieb, sei dies nicht verwunderlich, heisst es im Handel. Trotz dem starken Lauf der vergangenen Wochen fehlen dem hiesigen Leitbarometer immerhin noch rund 500 Punkte für ein ausgeglichenes Jahressaldo. Während es an der Börse derzeit vergleichsweise ruhig zugeht, fallen die Bewegungen an den Devisenmärkten dafür umso deutlicher aus. Insbesondere die sich zuletzt wieder akzentuierende Frankenstärke zum Euro gibt zu Reden. Die SNB scheine bereit zu sein, die während der Vorwochen verteidigte Interventionsgrenze von 1,07 CHF zu senken, falls der US-Dollar weiter aufwertet, heisst es in einem Kommentar der UBS.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12 Uhr mit -0,03% auf 8'232,03 Punkte praktisch unverändert. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst ebenfalls marginal um 0,03% ein auf 1'298,57 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,06% auf 8'949,66. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Minus, 13 im Plus und drei unverändert.

Swatch gesucht

Die grössten Gewinne verzeichnen wie bereits im frühen Handel Swatch mit +2,3%. Die Aktie der Mitbewerberin Richemont (-0,2%) ist nach einem zunächst ebenfalls guten Start mittlerweile ins Minus abgerutscht. Die weltweite Nachfrage nach Schweizer Uhren ist zwar weiterhin rückläufig, wie der jüngsten Exportstatistik der Zollverwaltung zu entnehmen ist. Der Rückgang sei allerdings weniger stark als befürchtet ausgefallen, meinen Analysten. Dass die Swatch-Aktie stärker als Richemont auf die News reagiert, führte ein Händler auf das grössere Nachholpotenzial der Aktie gegenüber der Konkurrenz zurück.

Neben Swatch sind weitere Zykliker wie Adecco (+1,1%), Schindler (+0,9%), LafargeHolcim und ABB (je +0,3%) gesucht. Nachgefragt werden auch Finanzwerte wie Julius Bär (+0,9%) und Credit Suisse (+0,8%). Bei letzterer sorgte allerdings ein Medienbericht zum US-Hypothekenstreit für Unruhe. Das US-Justizministerium verlangt von der Credit Suisse laut der Nachrichtenagentur Reuters für einen Vergleich eine Zahlung von 5 bis 7 Mrd USD. Händler hören jedoch, dass US-Grossanleger die Angelegenheit zuversichtlicher als die hiesigen Institutionellen einschätzten.

Fest präsentiert sich auch das Pharmaschwergewicht Novartis (+0,8%). Der Pharmakonzern gab die Übernahme des US-Unternehmens Encore Vision bekannt und stärkt damit seine Augenheilkunde-Sparte. Zudem sind die Basler mit der US-Biotechgesellschaft Conatus Pharmaceuticals im Bereich Therapien gegen nicht-alkoholische Steatohepatitis ein exklusives Lizenz- und Kollaborationsabkommen eingegangen, was die ZKB als leicht positiv einstuft.

Die Valoren der Branchennachbarin Roche (-0,1%) haben derweil nachrichtenlos die Richtung gewechselt. Eine relativ grosse Belastung ist das dritte Schwergewichte im Bunde - Nestlé. Die Aktie des weltgrössten Nahrungsmittelherstellers büsst um 0,7% ein.

Schwächster Wert ist unter den Blue Chips Actelion (-2,7%). Der Titel hatte bereits am Vortag tiefer geschlossen, notiert aber weiter in der Nähe der Höchstkurse, auf die er durch die Übernahmespekulationen der vergangenen Wochen getrieben wurde.

Mit Aryzta (-1,5%), Dufry (-1,0%) und SGS (-0,9%) verzeichnen zudem auch konjunktursensitive Werte ausgeprägtere Abgaben.

Am breiten Markt fallen Leonteq (-4,4%) nach der Gewinnwarnung und dem Kurssturz vom Vortag weiter zurück. Grösser Einbussen sind auch bei Meyer Burger (-4,5%) und Wisekey (-5,5%) zu sehen.

Auf der Gewinnerseite rücken Evolva um weitere 17% vor. Am Vortag hatte eine positive Nachricht vom US-Patentamt zum Süssstoff Stevia zu einem Kurssprung von bereits rund 17% geführt. Stark zeigen sich daneben auch Schaffner (+4,1%) oder Implenia (+3,5%).

(AWP)