SMI: Frühe Verluste etwas eingedämmt

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstagmittag schwach, konnte frühe Verluste aber etwas abschwächen.
16.06.2016 12:50
Die Kurse an der Schweizer Börse sinken weiter.
Die Kurse an der Schweizer Börse sinken weiter.
Bild: cash

Der Leitindex SMI hatte im Zuge negativer Vorgaben aus Übersee bereits mit tieferen Kursen knapp oberhalb von 7'600 Punkten eröffnet, sich mittlerweile aber etwas von diesem Niveau absetzen können. Dennoch hat die Brexit-Angst nach dem leichten Erholungsversuch vom Vortag den Markt wieder fest im Griff. Bereits an den vergangenen Tagen hatten Befürchtungen über ein Ausscheiden Grossbritanniens aus der Europäischen Union und damit verbundene Sorgen um die Konjunktur zu teils heftigen Kursverlusten geführt.

Kaum einen Einfluss auf den heutigen Kursverlauf hatten die geldpolitischen Entscheide der Schweizerischen Nationalbank. Wie erwartet belässt sie die Negativzinsen auf Giroguthaben bei 0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25%. Auch in den USA und Japan nahmen die Notenbanken keine Kursänderung vor, dort reagierten die Investoren aber enttäuscht. Im weiteren Tagesverlauf steht der Zinsentscheid der britischen Notenbank auf dem Programm sowie in den USA die Daten zu den Verbraucherpreisen, den Realeinkommen und zum Philly-Fed-Index.

SMI verliert

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 12 Uhr 0,48% auf 7'642,62 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,70% auf 1'152,43 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,49% auf 8'290,23 Punkte ein. Von den 30 Blue Chips notieren 27 im roten Bereich, Actelion als einziger im Plus und zwei unverändert.

Die Grossbankenwerte CS (-2,6%) gehören einmal mehr zu den grossen Verlierern und waren im frühen Handel bis auf 11,00 CHF gefallen. Auch UBS (-0,8%) stehen überdurchschnittlich unter Druck. Die Schweizerische Nationalbank hat den beiden Grossbanken am Donnerstag in ihrem Bericht zur Finanzstabilität zwar eine Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert, aber weitere Massnahmen angemahnt. Würden die Banken ihre Risiko-Positionen nämlich nicht anpassen, bräuchten sowohl UBS wie auch Credit Suisse laut SNB je rund 10 Mrd CHF an zusätzlichem Eigenkapital.

Auch Sonova fallen mit -2,6% relativ stark zurück, was aber zum Teil mit dem heutigen Dividendenabgang zu erklären ist. Unter den Industriewerten haben LafargeHolcim (-2,3%) den schlechtesten Lauf. Am Vortag hatte der Titel zwar um 3% zugelegt und damit als Tagessieger geschlossen. Die vergangenen Wochen aber hatten die Aktien des Zementherstellers bereits einen schweren Stand.

Grössere Einbussen sind auch in Galenica (-1,5%), Aryzta (-1,4%), Richemont (-1,3%) und in den Chemiewerten Lonza (-1,2%) und Clariant (-1,1%) zu sehen.

Actelion kann zulegen

Im Gegenzug machen Actelion (+0,3%) ohne konkrete News an Boden gut. Der Titel ist einer der wenigen Blue Chips, die derzeit auf ein positives Jahressaldo kommen. Die Schwergewichte Nestlé (-0,2%), Novartis und Roche (je -0,3%) werden einmal mehr ihrem Nimbus als Stabilitätsanker des Schweizer Aktienmarktes gerecht.

Am breiten Markt fallen Ams (-0,2%) nach einer Übernahme im Bereich Infrarotsensorik nicht auf. Zu den grossen Verlierern zählen dagegen Meyer Burger (-3,5%), Newron (-4,0%), Tornos (-3,6%) oder Leonteq (-3,1%). Letztere notieren damit trotz des starken Laufs vom Vortag weiterhin in der Nähe des vor wenigen Tagen markierten Mehrjahrestiefs.

Bei den Gewinnern sind Perrot Duval (+4,0%) und Dätwyler (+3,6%) ganz vorne mit dabei.

(AWP)