SMI gibt Gewinne ab

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Schwung von Ende der letzten Woche in die neue Börsenwoche mitgenommen, jedoch bremsen die Abgaben der Schwergewichte den Leitindex SMI empfindlich.
08.08.2016 12:45
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: cash

Insgesamt bleibt der Handel an den europäischen Märkten aber nach wie vor vom überraschend positiv ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht geprägt. Gleichzeitig setzt sich die Erholung am Ölmarkt fort, während schwache Konjunkturdaten aus China die Börsenstimmung kaum belasten.

Das starke Beschäftigungswachstum im Juli habe der Börse die Bestätigung gegeben, dass die Enttäuschung im Mai nur ein Ausreisser war und die Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt intakt ist, heisst es im Handel. Nun komme es darauf an, wie die US-Notenbank mit diesen Daten umgehe und wann die Fed die Zinsen weiter anheben werde. Der Juli-Bericht spreche eigentlich für eine Anhebung noch im laufenden Jahr, doch die Reaktion am US-Bondmarkt zeige, dass viele Marktteilnehmer noch nicht an eine baldige Straffung glauben, so ein Händler.

SMI: Zurück auf Feld 1

Bis um 12 Uhr liegt der Swiss Market Index (SMI) mit -0,04% kaum verändert bei 8'191,28 Punkten, das Tageshoch liegt bei 8'230 Stellen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt dagegen um 0,50% auf 1'222,05 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) liegt beinahe unverändert bei 8'897,68 Stellen. Von den 30 Blue Chips notieren 21 im Plus und neun im Minus.

Insgesamt verläuft der Wochenauftakt an der Schweizer Börse in ruhigen Bahnen, schliesslich gibt es kaum börsenrelevante News zu den Unternehmen und auch im weiteren Verlauf stehen keine impulsgebenden US-Konjunkturdaten auf dem Programm. Eine grosse Belastung für den SMI geht von den Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche (alle -0,6%). Sie drücken den Index um insgesamt rund 30 Punkte nach unten.

UBS und Julius Bär top

Demgegenüber legen die Finanzwerten zu. Julius Bär verteuern sich um 2,4% und UBS um 2,0% noch stärker als im frühen Geschäft. Credit Suisse liegen nun mit 0,9% im Plus. Die Grossbanken werden auch von Kurszielsenkungen von Morgan Stanley und der Bank Vontobel nicht gestoppt. Vontobel-Analyst Andreas Venditti gibt sich dabei etwa bezüglich künftiger Erträge vorsichtig, belässt aber das Rating für die UBS auf "Buy" und für die CS auf "Hold".

Im Finanzsektor wird sich das Augenmerk aber spätestens am Donnerstag ganz auf die Versicherer richten. Dann werden die Zurich Insurance Group (Aktie: +1,4%) sowie Swiss Life (+1,9%) die Zahlen zum ersten Halbjahr vorlegen. Bereits am Dienstag berichtet der Gesundheitskonzern Galenica (-0,3%) und am Mittwoch der Personaldienstleister Adecco (+1,3%) über die Geschäftsentwicklung.

Angeführt werden die Gewinner aber von LafargeHolcim (+4,3%). Der Zementkonzern hatte die Investoren am Freitag mit den Zahlen zum zweiten Quartal überzeugt. Im Nachgang dazu erhöht Exane BNP Paribas das Rating auf "Outperform" von "Neutral". LafargeHolcim sei eine Cash-Maschine mit nur begrenztem Bedarf an neuen Investitionen, heisst es in der Begründung dazu.

Zur Vorsicht neigen die Anleger bei Swatch (-0,4%) und Richemont (-0,1%). Die sich abschwächende Nachfrage nach Schweizer Uhren, insbesondere von Seiten chinesischer Konsumenten, bleibt am Markt ein Thema. So hat die eigenständige und solide Marke Patek Philippe angekündigt, die Uhrenproduktion im laufenden und kommenden Jahr zu drosseln. Uhrenverbandspräsident Jean-Daniel Pasche glaubt aber trotz Marktschwäche, dass sich das Geschäft mit chinesischen Kunden stabilisieren wird.

Nicht nur im Blue Chips-Segment sind kaum Unternehmensnachrichten auszumachen, auch im breiter gefassten Markt ist es am Montag ziemlich ruhig geblieben. Lediglich die Immobiliengesellschaft Eastern Property Holdings (Aktie noch nicht gehandelt) hat mit dem Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an einem Büro- und Detailhandels-Gebäude in Stuttgart auf sich aufmerksam gemacht.

Grössere Verluste sind derweil bei Gottex (-5,9%), BVZ (-4,0%) oder SNB (-3,6%) auszumachen. Demgegenüber legen Inficon (+3,4%) oder EFG (+3,3%) gut an Wert zu. Für letztere hat die Ratingagentur Fitch das Rating und den Ausblick mit "A" bzw. "negativ" bestätigt. Der negative Ausblick stehe im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme der Tessiner Privatbank BSI, hiess es.

(AWP)