SMI gibt im Morgenhandel nach

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag entgegen den vorbörslichen Indikationen mit deutlichen Abschlägen eröffnet.
16.08.2016 10:44
Niederlassung der UBS beim Bahnhof Altstetten ZH: Die Aktien geben am Dienstagmorgen nach.
Niederlassung der UBS beim Bahnhof Altstetten ZH: Die Aktien geben am Dienstagmorgen nach.
Bild: cash

Somit kommt es nach den Avancen der Vorwoche erstmals zu deutlicheren Gewinnmitnahmen. Die Luft sei fürs erste einmal etwas draussen, heisst es im Handel dazu. Die Grundstimmung sei zwar weiterhin relativ gut, allerdings würden die Risiken auf dem aktuell hohen Niveau zum Teil als erheblich eingeschätzt und die Gewinne entsprechend eingefahren.

Die Vorgaben aus Übersee lieferten derweil für den heutigen Handelstag nur wenig Orientierung. An der Wall Street gab es zum Wochenstart zwar neue Höchststände, der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel aber seit dem Europa-Schluss moderat. Und auch an den Börsen Asiens ging es mehrheitlich nach unten. Hierzulande sind nach Halbjahreszahlen vor allem die beiden Industrietitel Geberit (positiv) und Schindler (negativ) im Fokus.

Geberit legt kräftig zu

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,65% tiefer bei 8'251,14 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,60% auf 1'237,68 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,71% auf 8'969,52 Stellen ein. Von den 30 Blue Chips notieren bis auf zwei alle im Minus.

Die einzigen Ausreisser nach oben bei den Blue Chips sind Geberit (+4,6% auf 420,10), womit die letzte Woche erklommene Marke von 400 CHF gefestigt wird. Die Semesterzahlen des Sanitärtechnikers liegen auf der ganzen Linie relativ klar über den Analysten-Schätzungen und werden entsprechend positiv aufgenommen. Bei Vontobel zeigt man sich in einem Kommentar von der kräftigen Belebung des organischen Umsatzwachstums im zweiten Quartal positiv überrascht.

Das gelte insbesondere für den Wachstumsbeitrag aus dem Schlüsselmarkt Deutschland sowie für jenen der skandinavischen Tochter Sanitec. Aber auch der Ausblick weiss zu gefallen, wie die ZKB anführt. Auf dem aktuellen Niveau notieren die Titel fast ein Viertel höher als Ende 2015. Neben Geberit notieren einzig noch die eher volatilen Aryzta (+0,5%) im Plus, dies allerdings nach klaren Abgaben am Vortag.

Die andere Seite der Tabelle wird mit Schindler (PS -3,7%) ebenfalls von einem Industrietitel angeführt. Der Lift- und Rolltreppenhersteller blicke zwar auf eine überzeugende erste Jahreshälfte zurück, heisst es im Markt. Allerdings sei er bei den Prognosen für das Gesamtjahr überraschend etwas zurückgekrebst. Den Valoren drohe damit ein Rückschlag vom in den vergangenen Tagen erklommenen Rekordhoch, hiess es bereits vor Handelsbeginn.

UBS am Tabellenende

Unter Druck sind - ohne spezifische Nachrichten - vor allem auch die Bankentitel, wobei UBS (-1,5%) und Julius Bär (-1,3%) für einmal deutlich mehr Mühe haben als CS (-0,5%). Daneben lasten vor allem die Abgaben der beiden Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche (je -1,1%) auf den Indizes; ihre Abgaben machen mehr als die Hälfte des SMI-Minus aus. Nestlé (-0,2%), die am Vortag erstmals die Marke von 80 CHF kurz überschritten hatten und am Donnerstag Halbjahreszahlen präsentieren werden, halten sich etwas besser.

Leicht überdurchschnittlich zeigen sich auch Actelion (-0,3%). Die Titel scheinen sich einigermassen stabilisiert zu haben, nachdem sie am Vortag nach einer zweiwöchigen Talfahrt davor klar angestiegen waren. Das Baselbieter Biopharma-Unternehmen hat in der Schweiz die Zulassung für sein Medikament Uptravi zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) erhalten, was sich zumindest in der Tendenz positiv auswirken dürfte.

Im breiten Markt stehen derweil diverse Titel ebenfalls nach Halbjahreszahlen im Mittelpunkt des Interesses. Besonders hervor stechen dabei die Titel von VZ mit einem Minus von über 10%. Der Finanzdienstleister hat das schwierige Umfeld an den Finanzmärkten sowie die Negativzins-Situation in Form eines Gewinnrückgangs zu spüren bekommen.

Ein klares Plus können dagegen Tecan (+4,1%) ausweisen. Das Unternehmen hat die Erwartungen übertroffen, wobei Analysten die vom Unternehmen bestätigte Guidance für das Gesamtjahr als zu konservativ betrachten. Zahlen gibt es ausserdem von Elma (ungeh.), Forbo (+0,6%), Looser (unv.), Phoenix Mecano (ungeh.) und Tornos (ungeh.).

(AWP)