SMI grenzt Gewinne ein - Zykliker und Finanzwerte im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert weiter im Plus, hat seine Aufschläge jedoch inzwischen wieder eingegrenzt.
28.09.2016 12:42
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse.
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse.
Bild: ZVG

Der Leitindex SMI sprang gleich mit der Eröffnung über die Marke von 8'200 Punkten und legte danach nochmals zu. Inzwischen bewegt er sich jedoch wieder unter dem Stand des Handelsstarts. Die Märkte würden zwischen einer Risk-On- und Risk-Off-Einstellung pendeln und selbst kleinere Nachrichten könnten zu deutlichen Sentiment-Schwankungen führen, heisst es im Handel.

Impulse kamen von Seiten der Makrodaten: In der Schweiz ist der UBS-Konsumindikator im August gestiegen. Am Morgen gab es gemischte Makrodaten aus Europa mit einem leicht unter den Erwartungen ausgefallenen GfK-Konsumklima-Index in Deutschland sowie einer stabilen französischen und leicht nachgebenden italienischen Konsumentenstimmung. Am Nachmittag stehen aus den USA noch der Auftragseingang langlebiger Güter und der wöchentliche Ölbericht auf der Agenda. Der Ölpreis könnte zudem auf Nachrichten vom OPEC-Treffen in Algier reagieren.

SMI weiter im Plus

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12 Uhr 0,47% auf 8'213,60 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, liegt mit +0,63% auf 1'245,22 Zähler ebenfalls höher und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,50% auf 8'954,23 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 26 im Plus, drei im Minus und Schindler unverändert.

Grösste Gewinner unter den Blue Chips sind nachrichtenlos die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (+4,4%). Für den Sektor könnte jedoch die Prognoseanhebung beim Reisekonzern TUI positiv wirken, heisst es von Marktteilnehmern. Auch die in den vergangenen Tagen eher schwächeren LafargeHolcim (+1,7%) tendieren klar fester. Zudem finden sich noch Adecco (+1,4%) oder Clariant (+1,6%) unter den grössten Gewinnern, und auch die Uhrenwerte Swatch (+1,4%) und Richemont (+1,0%) zeigen sich fester.

Die beiden Grossbankenwerte CS (+1,1%) und UBS (+0,8%) liegen nach den rabenschwarzen ersten beiden Handelstagen der laufenden Woche im Plus. Der Deutsche-Bank-CEO John Cryan versuchte zuletzt in einem Interview die aufgekommenen Sorgen um die finanzielle Lage des Instituts zu beruhigen. Staatshilfen seien kein Thema und auch die Frage einer Kapitalerhöhung stelle sich derzeit nicht, so Cryan.

Die Assekuranzen zeigen sich mit Zurich (+1,0%), und Swiss Life (+0,8%) ebenfalls freundlich. Swiss Re (+0,4%) hat nach einen Kurszielsenkung durch die Royal Bank of Canada etwas nachgegeben.

ABB (+0,5%) legen nach einem schwedischen Pressebericht zu. Demnach sucht Grossaktionär Cevian bereits Käufer für die Division Power Grids. Bisher wurde bereits des Öfteren über eine Abspaltung des Bereichs spekuliert.

Die Schwergewichte Nestlé (+0,3%), Roche (+0,2%) und Novartis (+0,4%) haben die Aufschläge eingegrenzt.

Syngenta (+0,3%) zeigen sich von der Zulassung einer Sammelklage von Landwirten in den USA unbeeindruckt. Dabei geht es um die Gentechnik-Maissorte Viptera, wobei der Streitwert auf 5 bis 7 Mrd USD beziffert wird.

Für Sika (+1,1% auf 4'806 CHF) hat die CS das Kursziel auf 4'600 von 3'450 CHF angehoben und passt es damit näher an den aktuellen Kurs an. Der Analyst hebt sein Gewinnschätzungen an, bleibt aber bei der Neutral-Bewertung aufgrund der Unsicherheiten durch den Streit mit der Schenker-Winkler Holding und Saint-Gobain.

Aryzta (-1,2%) und Swisscom (-0,4%) geben dagegen ab. Und für Galenica (-2,0%, 1'103 CHF) hat Jefferies das Kursziel um 20 auf 865 CHF gesenkt und die Bewertung Underperform bestätigt.

Auch im breiten Markt gab es eine Reihe von Analysten-Bewertungen. So hat etwa die UBS das Kursziel für Dorma+Kaba (+0,9% auf 727,50 CHF) um 60 auf 710 CHF angehoben und die Neutral-Bewertung bestätigt. CS hat das Kursziel für SPS (-0,8%) angehoben, das für PSP (-0,1%) hingegen gesenkt.

Zudem hat der Chef des Flughafen Zürich (Aktie +0,1%) eine Fortsetzung der Dividendenpolitik in einem Interview bestätigt. Stephan Widrig geht davon aus, dass es neben der stabilen ordentlichen Dividende auch eine wiederkehrende Zusatzdividende geben werde.

Die USI-Aktionäre (Aktie +4,4%) haben an der Generalversammlung am Vortag die Übernahme des gesamten Kapitals der RP&C International genehmigt und den Namenswechsel zu Arundel beschlossen.

(AWP)