SMI grenzt Verluste ein

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Dienstagmorgen schwächer. Damit setzt der SMI seinen Abschwung vom Vortag fort, denn nach einer Erholung am Freitag hatte der Leitindex bereits am Montag wieder deutlich verloren.
29.09.2015 10:58
Weiter im Minus: Die Schweizer Börse.
Weiter im Minus: Die Schweizer Börse.
Bild: cash

Die Vorgaben aus Übersee präsentieren sich stark negativ: Wieder angeheizte Sorgen um einen weltweiten Wirtschaftsabschwung schickten die Wall Street auf Talfahrt. Und auch Asiens Börsen schlossen am Dienstag mit massiven Verlusten - allen voran Tokio, wo der Nikkei um 4% einbrach.

Die Volatilität an den Finanzmärkten bleibe hoch mit wechselnden Vorzeichen von einer Börsensitzung zur anderen, heisst es in einem Kommentar. Der Volatilitätsindex VSMI ist denn auch weiter auf hohem Niveau und impliziert starke Schwankungen. Der angespannten Lage fiel hierzulande auch ein für Dienstag geplanter Börsengang aus der zweiten Reihe zum Opfer. Im Tagesverlauf könnten noch Konjunkturdaten Impulse liefern: Am Vormittag wird in der EU das Geschäftsklima, das Wirtschafts- und das Konsumentenvertrauen für den September veröffentlicht und am Nachmittag die Preisentwicklung am US-Immobilienmarkt sowie ebenfalls das Vertrauen der US-Konsumenten.

SMI im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 09.45 Uhr 1,04% auf 8'294,22 Punkten, das bisherige Tagestief liegt gar bei 8'245. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,91% auf 1'215,02 ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,06% auf 8'467,32 Zähler. Von den 30 Blue Chips stehen alle bis auf drei im Minus.

Besonders starke Verluste erleiden im frühen Handel Actelion und Galenica (je 2,5%). Beide Aktien gehören im Jahresverlauf allerdings immer noch zu den wenigen Gewinnern unter den SMI/SLI-Titeln. Das gleiche gilt auch für weitere grosse Verlierer zur Berichtszeit wie Lonza (-2,1%).

Auch Aryzta und Transocean (je -2,2%) büssen deutlich ein. Aryzta sind am Tag nach der Vorlage der Jahreszahlen noch weiter im Blick: Im Nachgang bestätigten sowohl UBS als auch Kepler Cheuvreux zunächst die Kaufempfehlung, senkten aber jeweils das Kursziel etwas. Der Backwarenhersteller müsse das Vertrauen der Investoren wieder gewinnen, nachdem die Gesellschaft zwei Gewinnwarnungen abgegeben habe, so der zuständige UBS-Analyst.

Transocean ist indes mit dem schwierigen Umfeld aus tiefen Ölpreisen seit Langem stark unter Druck, bereits am Vortag gab die Aktie über 4% ab. In einem Aktionärsbrief warb das Ölbohrservice-Unternehmen mit Blick auf die ausserordentliche Generalversammlung Ende Oktober erneut für den angestrebten Dividendenverzicht sowie für eine Nennwertreduktion, welche wegen der Wertberichtigung von über 2 Mrd USD notwendig geworden ist.

Den grössten Teil des SMI-Minus stemmen allerdings die Schwergewichte Novartis (-1,4%), Roche (-1,3%) und Nestlé (-1,0%). Roche hatten am Vortag noch zu den einzigen Gewinnern unter den Blue Chips zählten. Der Pharmakonzern veröffentlichte am Dienstag neue Daten zur Wirksamkeit des Medikaments Esbriet bei Lungenerkrankungen. Gleichzeitig spürt das Unternehmen aber auch den Druck der Konkurrenz im Gebiet der Immunonkologie, wie es am Vortag am Europäischen Krebskongress (ECC) in Wien vom Management hiess.

Die Grossbankentitel Credit Suisse (-1,3%) und UBS (-1,0%) geben ebenfalls deutlich ab. Im Finanzblog "Inside Paradeplatz" wird mit Blick auf die CS auch ein Zusammenhang mit der Schwäche von Glencore hergestellt: Es handle sich bei dem Institut um die Hausbank des in Zug beheimateten und an der Londoner Börse kotierten Rohstoffriesens. Die Glencore-Aktie hatte am Vortag um fast 30% abgegeben. Am Markt gibt es Zweifel, ob Glencore langfristig einen Rückgang der Rohstoffpreise verschmerzen kann und ob der Sanierungskurs des Konzerns erfolgreich ist.

Gewinne verzeichnen dagegen einzig LafargeHolcim (+0,8%), Syngenta (+0,3%) sowie Schindler PS (+0,1%). Die Papiere des Aufzugherstellers hatten seit vergangenen Donnerstag stark eingebüsst, als polizeiliche Ermittlungen in China wegen Unterschlagung und möglicher Bestechung bekannt wurden. Bereits am nächsten Tag erholte sich die Aktie jedoch zum Teil, nachdem CEO Silvio Napoli betonte, der Schaden sei bereits entstanden und damit in den Finanzzahlen enthalten.

Am breiten Markt legten vorbörslich Crealogix (Aktien unv.) einen hohen Verlust für das Geschäftsjahr 2014/15 offen. Therametrics (+25% auf 0,05 CHF) profitieren von einer Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Cloud Pharmaceuticals.

Der Börsengang des Waadtländer Medizinaltechnik-Unternehmens Symetis wurde derweil aufgrund des ungünstigen Börsenumfelds bis auf Weiteres verschoben.

(AWP)