SMI hält sich leicht im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag weiterhin moderat im Plus. Der Leitindex SMI hat sich dabei den ganzen Vormittag über zumeist unterhalb der 8'200-Punkte-Marke leicht auf und ab bewegt.
23.08.2016 12:52
Wenig Bewegung an der Schweizer Börse.
Wenig Bewegung an der Schweizer Börse.
Bild: ZVG

Laut Händlern ist die Stimmung dank der zumeist "robusten" Unternehmenszahlen in den letzten Tagen und Wochen verhalten optimistisch. So habe es in der langsam auslaufenden Berichtsaison in der Schweiz mehr positive als negative Überraschungen gegeben. Am Berichtstag selber liegen von den Blue Chips kaum News vor, dafür ist am breiten Markt viel los.

Am späteren Nachmittag könnte die Publikation des neusten US-Einkaufsmanagerindexes noch für Bewegung sorgen. Dieser gilt als wichtiger Frühindikator für die Konjunkturentwicklung - und somit auch für den möglichen Spielraum, den die US-Notenbank für zukünftige Zinsentscheide hat. Ende Woche wird sich diesbezüglich der Fokus der Investoren nach Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming richten, wo Fed-Chefin Janet Yellen am dortigen traditionellen Notenbanker-Treffen einen Auftritt haben wird.

SMI pendelt um 8200 Punkte

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.00 Uhr 0,51% höher bei 8'199,40 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,73% auf 1'234,92 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,48% auf 8'918,77 Stellen zu. Von den 30 Blue Chips notieren 28 im Plus und nur zwei im Minus.

Die mit Abstand höchsten Gewinne unter den Blue Chips verzeichnen Dufry (+5,7%). Laut Händlern kursieren Kaufempfehlungen für die Titel des Reisedetailhändlers. Es gebe beträchtliches Aufholpotenzial, meinen diese Stimmen.

Auffällig im Plus sind dahinter die Bankenpapiere von UBS (+2,1%), Julius Bär (+1,4%) und Credit Suisse (+1,1%). An der Börse wird darüber gemutmasst, dass Hedge Funds sich wieder stärker in diesen Aktien engagierten. Nicht zuletzt die Halbjahreszahlen hätten einen Vertrauensbildungsprozess eingeleitet, was sich nun in steigenden Mittelzuflüssen zeige.

Mehr als 1% im Plus sind ausserdem noch Aryzta und Adecco (je +1,5%), Swiss Life (+1,4%) sowie Galenica (+1,2%).

Die Schwergewichte tragen alle ebenfalls zum Plus des Gesamtmarktes bei, Novartis mit +0,7% am deutlichsten. Roche ziehen um 0,2% an, Nestlé um 0,1%. Bei letzteren setzen sich somit die Gewinnmitnahmen des Vortages nicht fort. Ein positiver Analystenkommentar von Berenberg hilft dabei.

Uhrenaktien unter Druck

Unterdurchschnittlich schneiden Swatch (-0,5%) ab. Sie reagieren damit auf die neusten Zahlen zu den Schweizer Uhrenexporten, die im Juli erneut sehr deutlich zurückgegangen sind. So sank das Exportvolumen gegenüber dem Vorjahr um 14%. Bereits in den Vormonaten waren Rückgänge in ähnlicher Grössenordnung verzeichnet worden. Richemont (+0,5%) können sich gleichwohl im Plus halten. Händler erklären sich die moderaten Entwicklung bei beiden Titeln mit den im Jahresverlauf bereits erlittenen hohen Verlusten.

Im Minus sind neben Swatch nur noch Syngenta (-0,8% auf 418 CHF), die am Vortag um fast 11% zugelegt hatten. Grund war die Genehmigung der US-Behörde CFIUS für den Zusammenschluss mit ChemChina, die im Vorfeld als möglicher Stolperstein gegolten hatte. Diverse Investoren scheinen der Sache aber nach wie vor nicht zu trauen, wie die nun wieder grösser werdende Lücke zum von ChemChina gebotenen Übernahmepreis zeigt (465 USD plus eine Sonderdividende von 5 CHF je Aktie).

Viel los ist am Dienstag am breiten Markt, wo gleich acht Unternehmen Zwischenergebnisse publiziert haben. Sehr gut kommen die Zahlen von Emmi (+4,8%) an. Die Milchverarbeiterin überraschte bei der Profitabilität positiv und passte den Gewinn-Ausblick für das Gesamtjahr leicht nach oben an.

Ähnlich starken Applaus gibt es für Feintool (+4,6%), die auf Jahreshoch notieren. Die Prognosen wurden auf allen Stufen übertroffen.

Positiv werden auch die Zahlen des Dentalimplantatherstellers Straumann (+1,5%) und des Nahrungsmittelproduzenten Orior (+1,2%) gesehen, die nebenbei auch kleinere und grössere Akquisitionen vermeldeten.

Weniger gut kommen die Zahlen der Luzerner Kantonalbank (+0,4%), von Komax (+0,4%), Implenia (-0,9%) und vor allem Bossard (-2,9%) an.

(AWP)