SMI hält sich über 8000-Punktemarke

Der Schweizer Aktienmarkt liegt am Freitag zur Handelshälfte nach wie vor leicht im Plus, womit sich die Aufwärtsbewegung der vergangenen Tage weiter verlangsamt.
01.07.2016 12:45
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse: Die Kurse erholen sich.
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse: Die Kurse erholen sich.
Bild: ZVG

Nach starken Avancen am Dienstag (+2,4%) und Mittwoch (+2,6%), ist der Schwung im Leitindex SMI bereits am Donnerstag (+0,5%) verloren gegangen. Der Index ist im Verlauf der Woche bereits wieder über die Marke von 8'000 Punkten geklettert und liegt damit auf dem Niveau von vor der Brexit-Abstimmung. Börsianer hoffen insbesondere auf geldpolitische Schützenhilfe von den Notenbanken.

Der Stimmungskiller Brexit sei zuletzt in den Hintergrund gerückt, doch könne sich das Blatt wegen der zu erwartenden Hängepartie in den Brexit-Verhandlungen auch rasch wieder wenden, warnen Händler. Demgegenüber sehen nicht wenige Experten für Europa nun die Chance, sich neu zu ordnen und längst notwendige Reformen durchzuführen. Zudem vertrauten die Anleger auf die internationalen Notenbanken, die nach dem Brexit ihre Geldschleusen weit geöffnet lassen dürften. Bereits am Donnerstag hatte BoE-Chef Mark Carney eine weitere geldpolitische Lockerung in Aussicht gestellt. Als leichter Dämpfer werden enttäuschend ausgefallene Wirtschaftsdaten aus China gewertet.

SMI über 8000 Punkten

Bis 11.55 Uhr gewinnt der Swiss Market Index (SMI) 0,28% auf 8'042,98 Zähler (Hoch: 8'058). Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,37% auf 1'185,27 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,32% auf 8'688,24 Zähler. Von den 30 Blue Chips stehen 24 im Plus, die restlichen sechs im Minus.

Bei den Blue Chips haben Galenica (+1,9%) und Lonza (1,2%) die Finanztitel an der Spitze abgelöst. Während die Galenica-Tochter Vifor Pharma künftig im Auftrag der Tessiner Pharmagruppe Helsinn dessen Medikament Aloxi in Spanien vermarkten darf, hat Lonza im Bereich der Zellforschung die US-amerikanische Triangle Research Labs (TRL) übernommen. Analysten begrüssen es, dass Lonza den lukrativen Life Science-Bereich ausbaut. Auf dem Kaufzettel der Anleger stehen derzeit auch Clariant (+1,5%) nach einer Kurszielerhöhung durch JPMorgan.

Banken uneinheitlich

Die im Juni arg gebeutelten Bankaktien sind stark in den Handel gestartet, gaben im Anschluss aber einen Grossteil der Gewinne wieder ab. UBS legen noch um 0,6% und Julius Bär um 0,5% zu, wogegen Credit Suisse (-1,0%) ins Minus gedreht sind. Die Pharmaschwergewichte Roche (-0,3%) und Novartis (+0,1%) konnten die Anfangsverluste eindämmen während Nestlé (+0,7%) dem Gesamtmarkt eine starke Stütze bieten.

Gar etwas besser entwickeln sich nach wie vor Versicherer wie Bâloise (+0,8%) und Zurich (+0,9%). JPMorgan hat das Rating für die Zurich auf "Overweight" von "Neutral" erhöht und auch das Kursziel klar angehoben. Die Zurich sei von den Marktschwankungen in Europa am wenigsten betroffen, da 40% der Nichtlebenprämien in Nordamerika generiert würden, heisst es in der Begründung. Zudem sei der Schweizer Versicherer weniger anfällig mit Blick auf das aktuelle Tiefstzinsumfeld als die Konkurrenz.

Swatch und Richemont (beide +0,2%) liegen mittlerweile leicht im Plus. Die Analysten von JPMorgan haben die Kursziele für beide Titel ziemlich deutlich gesenkt, das Rating aber auf "Neutral" belassen. Nach der Brexit-Abstimmung hat die Bank die Modelle überarbeitet, um den Wechselkursbewegungen Rechnung zu tragen. Zudem seien die Analysten der Luxusgüterbranche gegenüber nun für das zweite Quartal sowie das zweite Halbjahr noch vorsichtiger eingestellt.

Im breiten Markt hat der Bankensoftwarespezialist Temenos von der britischen Standard Chartered den Auftrag zur Integration der WealthSuite-Plattformlösung erhalten. An der Börse gewinnen die Temenos-Aktie mit 4,0% überdurchschnittlich. Der Deal sei trotz des Brexit zu einem Abschluss gekommen, was positiv zu werten sei, so ein Analyst. Allerdings dürften die Aufträge von der Insel künftig wohl seltener werden.

Derweil gibt das Immobilienunternehmen Intershop (+0,6%) sein Auslandsengagement auf und verkauft die 2013 erworbene Beteiligung am weltweiten Immobilieninvestor Corestate Capital an deren Mehrheitsaktionär Ralph Winter. Unter erhöhtem Abgabedruck stehen etwa Schmolz+Bickenbach (-5,9%) oder Von Roll (-5,2%).

(AWP)