SMI hält sich weiter im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Mittwochmittag weiterhin leichte Gewinne. Der SMI eröffnete die Sitzung nach den klaren Verlusten am Vortag zunächst tiefer, drehte aber kurze Zeit später ins Plus.
09.03.2016 12:47
Hauptsitz der UBS in Zürich: Die Aktien der Bank schwingen am Mittwochmittag im SMI oben aus.
Hauptsitz der UBS in Zürich: Die Aktien der Bank schwingen am Mittwochmittag im SMI oben aus.
Bild: ZVG

Der Index stieg kurzzeitig gar bis auf knapp 8'000 Punkte. Am Vortag waren die US-Börsen noch weiter gefallen. Und auch die asiatischen Märkte gingen am Morgen eher schwächer aus dem Handel - mit allerdings mehrheitlich nicht besonders hohen Ausschlägen. Grundsätzlich wagten sich die Anleger einen Tag vor der mit Spannung erwarteten EZB-Sitzung nicht allzu weit aus der Deckung, heisst es am Markt.

Zentrale Frage sei, ob und vor allem wie Chef Mario Draghi die Geldpolitik weiter lockern wird. Das Enttäuschungspotenzial ist angesichts der hohen Erwartungen recht gross. Viele Marktakteure rechnen mit einer erneuten Senkung des Einlagensatzes für Banken sowie einer Ausweitung des bestehenden Anleihekaufprogramms. Am Mittwoch stehen indes kaum bedeutende Konjunkturdaten aus dem Euroraum oder in den USA an. Hierzulande stehen Adecco nach der Ergebnisvorlage zum vierten Quartal im Fokus.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.50 Uhr 0,29% höher bei 7'994,14 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,49% auf 1'232,68 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,25% auf 8'453,59 Zähler. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 22 im Plus, sechs im Minus und zwei unverändert.

Adecco etwas unter Druck

Adecco (-0,7%) sind nach der vorbörslichen Zahlenvorlage etwas unter Druck. Die Überraschungen hielten sich zwar in Grenzen, tendenziell fielen die Ergebnisse aber unter den Schätzungen aus. Vor allem der Reingewinn blieb deutlich unter den prognostizierten Werten. Dennoch erhöht die ZKB das Rating auf Übergewichten von Marktgewichten. Das Ergebnis sei aufgrund eines Software-Abschreibers zwar leicht tiefer als erwartet ausgefallen, der Schwung beim Umsatz blieb aber auf ähnlichem Niveau wie im vergangenem Jahr, heisst es zur Begründung. Auch entspreche die erhöhte Dividende einer attraktiven Rendite, und der Kursabschlag zur Konkurrenz sei zu hoch.

Grösste Verlierer sind derweil Transocean (-1,2%). Nach dem Einbruch um über 7% am Vortag verbuchen die volatilen Titel des Ölbohrdienstleisters weitere Kursverluste. Am Dienstag war bekannt geworden, dass sich die Auslieferung von fünf Plattformen um Jahre verzögert - im Zuge der allgemeinen Zurückhaltung bei Investitionen unter den Mineralölunternehmen. Nach US-Börsenschluss versuchten CEO Jeremy Thigpen und VRP Merrill Miller bei den Aktionären Schadensbegrenzung. In einem Brief betonten sie, dass Transocean über ausreichend Liquidität verfüge, um bestehende Verpflichtungen zu erfüllen.

Die schwergewichtigen Roche (-0,4%) geben ebenfalls nach, nachdem sich die defensiven Werte am Vortag noch besser als der Marktdurchschnitt behaupten konnten. Novartis tendiert mittlerweile unverändert, Nestlé (+0,5%) legen dagegen etwas zu.

Auch Swatch (-0,2%) und Richemont (unv.) finden sich etwas unter dem Gesamtmarkt wieder, nachdem sich die Luxusgütertitel am Vortag - insbesondere letztere - besser behauptet hatten.

Auf der Gewinnerseite schieben sich indes einige der am Vortag recht schwachen Finanztitel nach vorne. Grösste Gewinner sind UBS (+1,6%), aber auch CS und Julius Bär (je +1,1%) legen deutlicher zu. Fester notieren zudem Swiss Life (+1,0%), Bâloise (+0,7%) und Zurich (+0,7%).

Zulegen können unter den Blue Chips ausserdem noch zuletzt vermehrt schwächere Zykliker wie LafargeHolcim (+1,2%), Schindler (+1,1%), ABB (+0,9%), Kühne+Nagel und Geberit (je +0,7%). Auch SGS (+1,6%) und Swisscom (+0,9%) legen weiter zu. Die Titel des Telekomkonzerns hatten bereits am Vortag im schwächeren Markt um 1% zugelegt. Nach der guten Entwicklung in den letzten Tagen dürfte dann in nächster Zeit wieder mit Gewinnmitnahmen zu rechnen sein, so eine Meinung zu Swisscom.

Am breiten Markt verlieren Cicor (-2,3%) und Ascom (-1,7%) nach Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr an Wert. Walliser Kantonalbank (+0,2%) legen hingegen etwas zu.

Vontobel weiter im Minus

Vontobel (-0,4%) geben weiter ab, nachdem sie mit dem Verlust ihres Star-Fondsmanager Rajiv Jain bereits am Vortag fast um 5% einbrachen. Am Mittwoch trudelten noch einige Kurszielsenkungen ein.

Huber+Suhner (+3,2%) profitieren auf der Gegenseite indes von einer bestätigten Kaufempfehlung durch Vontobel mit Kurszielerhöhung. Es gebe zahlreiche Wachstumstreiber, die das Unternehmen auch in Zukunft stützen sollten, heisst es. Nach der Zahlenvorlage hatte die Aktie am Dienstag in einem schwächeren Markt bereits etwas avanciert.

(AWP)