SMI hält Vortagesgewinne - Adecco nach Zahlen gefragt

Der Schweizer Aktienmarkt kann die Gewinne vom Vortag behaupten und notiert zur Wochenmitte zur Mittagszeit praktisch unverändert.
10.08.2016 12:57
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich: Der SMI tritt am Mittwoch an Ort.
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich: Der SMI tritt am Mittwoch an Ort.
Bild: cash

Die Aktienmärkte befänden sich in der besten von zwei Welten: Die Wirtschaftsdaten seien gut, trotzdem liege eine Normalisierung der Geldpolitik noch in weiter Ferne, heisst es in einem Marktkommentar. Die jüngsten Rekordstände einiger Aktienindizes seien nicht vollständig gerechtfertigt, wenn man die glanzlose Berichtssaison und die politischen Unsicherheiten (Brexit und US-Wahlen) berücksichtigt, lautet wiederum eine andere Meinung.

Offensichtlich lässt der nächste Kursschub allerdings noch auf sich warten. Am Mittwochnachmittag sind noch die Ölpreise im Blick, wenn die wöchentlichen Lagerdaten aus den USA vermeldet werden. Auf Konjunkturseite am bedeutendsten dürfte aber erst der Freitag werden, wenn in China (Industrieproduktion), der Eurozone (BIP-Wachstum) und den USA (Konsumentenvertrauen) diverse Daten veröffentlicht werden. Hierzulande stehen Adecco nach Quartalszahlen im Fokus des ansonsten eher ruhigen Geschehens.

SMI unverändert

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.50 Uhr 0,03% höher bei 8'231,49 Punkten. Im Hoch erreichte der Leitindex bislang 8'254 und im Tief 8'199 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt 0,06% auf 1'230,66 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,03% auf 8'951,74 Stellen. Von den 30 Blue Chips notieren 16 im Minus, zwölf im Plus und zwei unverändert.

Die Luxusgütertitel Swatch (+2,5%) und Richemont (+1,5%) erholen sich am Mittwoch weiter von den Verlusten der vergangenen Wochen. Immer wieder belastendes Thema ist in der Branche das Fernbleiben ausländischer Gäste in Europa - insbesondere weniger Chinesen und Russen.

Sehr deutlich zulegen können zudem noch Aryzta (+2,8%). Mit den Grossbanken CS (+0,8%) und UBS (-0,2%) gehören die Titel des Backwarenkonzerns allerdings zu den grössten Verlierern auf Jahressicht.

Adecco (+1,7%) reihen sich an dritter Stelle in die SMI/SLI-Rangliste ein. Der Personalvermittler ist im zweiten Quartal in etwa gleich schnell gewachsen wie zum Jahresauftakt und erzielte zwischen April und Juni ein organisches Wachstum von 4%, womit Analysten in etwa gerechnet hatten. Der Ausblick ist derweil von Vorsicht geprägt: Die Entwicklung der globalen Konjunktur bleibe unsicher, heisst es.

Derzeit notieren Adecco allerdings gut ein Fünftel unter dem Schlusskurs von Ende 2015 und zählen damit zu den grösseren Verlierern unter den Blue Chips auf Jahressicht. Rasant abwärts ging es nach dem Brexit-Votum wegen des überdurchschnittlichen Bezugs zu Grossbritannien. Die Aktie sei günstig bewertet und biete eine überdurchschnittliche Dividendenrendite, heisst es denn auch von der ZKB. Und die Kantonalbank bewertet die Papiere unverändert mit "Übergewichten".

Auch Geberit (+0,6%) verbuchen Gewinne. Kepler Cheuvreux erhöhte das Kursziel und bestätigte die Kaufempfehlung mit einer positiven Erwartungshaltung bezüglich des am kommenden Dienstag anstehenden Zahlenrapports des Sanitärtechnikkonzerns. Die Aktie markierte in den vergangenen Tagen wiederholt neue Allzeithochs.

Grössere Verluste verbuchen dagegen Lonza (-1,0%) und Actelion (-0,9%). Beide Titel gehören im Jahresverlauf jedoch zu den klar grössten Gewinnern. Einzig ABB (+0,4%) und Sika (-0,4%) legen im Gesamtjahr bislang noch stärker zu.

Galenica weiter im Minus

Galenica (-1,0%) geben weiter ab, nachdem letztere bereits am Vortag nach der Zahlenvorlage um 6% eingebrochen waren. Kepler Cheuvreux bekräftigte das Rating "Reduce". Mittelfristig sieht die zuständige Analystin enorme Herausforderung auf den Gesundheitskonzern zukommen.

Am breiten Markt notieren SHL (+2,1%) erneut im Plus, nachdem sie bereits am Dienstag gut 2% gewonnen haben. Am Vorabend war bekanntgeworden, dass das israelische Medtech-Unternehmen mit der chinesischen Unternehmerin Cai Mengke eine neue Grossaktionärin erhält. Bobst (+1,6%) profitieren von einem Grossauftrag aus Mexiko.

Dätwyler (-1,8%) sind nach Bekanntgabe der Akquisition der deutschen Ott unter Druck. Am Berichtstag findet zudem zur Finanzierung der geplanten Übernahme der britischen Premier Farnell eine ausserordentliche GV statt.

(AWP)