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«SMI hat weiteres Korrekturpotenzial»

Laut Eric Steinhauser, Anlagechef bei Rahn & Bodmer, drohen dem SMI kurzfristig weitere Rückschläge. Im cash-Börsen-Talk nennt er dazu mittelgrosse Titel, die stark korrigiert haben und damit interessant geworden sind.
03.10.2014 01:00
Von Marc Forster
Eric Steinhauser, Anlagechef von Rahn & Bodmer, im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Schwache Konjunkturaussichten auf dem Kontinent belasten derzeit die Börsen. Besonders beachtet wurde etwa, dass der Einkaufsmanager-Index in der Eurozone für den September um 0,4 auf 50,3 Punkte fiel. "Dem kann sich auch der Swiss Market Index nicht entziehen", sagt Eric Steinhauser, Anlagechef der Privatbank Rahn & Bodmer, im cash-Börsen-Talk. Dem SMI stehe kurzfristig weiteres Korrekturpotenzial ins Haus.

Kein Vorteil für dem Leitindex der Schweizer Börse und andere Aktienmärkte dürfte auch sein, dass die Zentralbanken unterschiedliche Wege beschreiten werden: In Washington denkt die Federal Reserve über ein Ende der Anleihenkäufe nach, während die Europäische Zentralbank unter Mario Draghi vor einem milliardenschweren Quantitative Easing, also umfassenden Staatsanleihekäufen steht. "Daraus entstehen Unsicherheiten, die zu einer kurzfristigen Korrektur führen können." Dennoch sieht Steinhauser derzeit kaum Anlagealternativen zu Aktien.

Vom SMI-Klassenbesten Givaudan - der Aromastoffhersteller hat den Kurs seit Jahresbeginn um 18 Prozent gesteigert - hält Steinhauser viel. Im Umsatz, den Givaudan nächste Woche für die Neunmonatspriode bekannt geben wird, könnte es laut Steinhauser zu einer Wachstumsverlangsamung kommen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhälltnis von 21 sei die Aktie auch ziemlich hoch bewertet.

AFG und Bucher günstig zu haben

Ebenfalls stark gestiegen sind laut Steinhauser Aktien von kleineren und mittleren Unternehmen. "Günstig sind eigentlich nur noch Unternehmen, die operativ ein Problem haben oder sich in einer Turnaround-Situation befinden." Arbonia-Forster mit einem Kursverlust von 35 Prozent in diesem Jahr sieht Steinhauser als interessante Firma, auch wenn der Bauausrüster angesichts fortbestehender Probleme eher risikobereite Anleger ansprechen dürfte.

Arbonia rechnet nach einem Verlust im ersten Semester mit einer Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte. Als Gründe für den Verlust in den ersten sechs Monaten sehen sie Marktbewegungen, hohen Preisdruck, Importe sowie Verzögerungen beim Konzernumbau. Die Aktie befindet sich auf dem tiefsten Stand seit Ende 2012.

Auch die Industriegruppe Bucher, die trotz eines soliden Geschäfts in unterschiedlichen Märkten beim Aktienkurs massiv Federn lassen musste und aktuell etwa 220 Franken kostet, dürfte bei 210 oder 200 Franken interessante Einstiegsmöglichkeiten bieten. Seit Anfang Juni hat Bucher fast 25 Prozent eingebüsst und steht derzeit auf dem Stand von November 2013.

Bucher Industries hat im ersten Halbjahr 2014 mehr Bestellungen erhalten und mehr Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Beim EBIT und Gewinn fiel das Wachstum allerdings geringer als erwartet aus.

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Eric Steinhauser auch zur Anlagesituation von Cosmo und Syngenta so wie zum stark gestiegenen Dollar-Kurs.