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«SMI hat wenig Spielraum nach oben»

Die Schweizer Börse hat kurzfristig das Aufwärtspotenzial ausgeschöpft, sagt Panagiotis Spiliopoulos. Im cash-Börsen-Talk sagt der Research-Leiter der Bank Vontobel, welche Aktien dennoch Potenzial haben.
10.01.2014 01:00
Von Pascal Meisser
Panagiotis Spiliopoulos, Leiter Research der Bank Vontobel, im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Seit letztem Dienstag legt der Leitindex SMI eine kleine Verschnaufpause ein. Zuvor hatte der Swiss Market Index seit Mitte Dezember über sechs Prozent gewonnen und sich dem 52-Wochen-Hoch bei 8411 Punkten vom letzten Mai genähert. Am Donnerstag schloss der Swiss Market Index bei 8310 Punkten.

So schnell dürfte die Aufwärtsbewegung keine Fortsetzung finden. "Aus Bewertungssicht hat die Börse wenig Spielraum nach oben", sagt Panagiotis Spiliopoulos im cash-Börsen-Talk. Aktuell sei der Schweizer Markt rund fünf bis sechs Prozent zu hoch bewertet, so der Research-Leiter der Bank Vontobel. Noch immer verharrt der SMI im breiten Seitwärtskanal zwischen 7800 und 8400 Punkten, den Spiliopoulos bereits im letzten Sommer prognostiziert hatte (cash berichtete). 

Entscheidendes Gewinnwachstum

Wichtig für den weiteren Verlauf der Börse wird deshalb die bald anstehende Berichtsaison sein. "Wenn die Unternehmen gute Jahreszahlen präsentieren und die Unternehmensführer einen positiven Ausblick für 2014 geben, kann die Börse ab dem zweiten Quartal nach oben ausbrechen", sagt Spiliopoulos. Als erstes Unternehmen veröffentlicht am 21. Januar der Genfer Warenprüfkonzern SGS die Geschäftszahlen 2013, Ende Januar folgen Novartis, Givaudan und Roche.  

Für das laufende Jahr bleibt Spiliopoulos verhalten optimistisch - wie viele seiner Berufskollegen. Beim SMI können Anleger gemäss Vontobel mit einem Plus von rund 7 Prozent rechnen. Das entspricht einem Punktestand von rund 8800 Punkten. 

Mix aus Gewinner- und Verlierer-Aktien

Ein weiterer Kursanstieg werde vor allem vom Gewinnwachstum der Unternehmen angetrieben, so Spiliopoulos. Dieses könne im aktuellen Umfeld aber fast nur über einen höheren Umsatz erzielt werden. "Die Margen sind bereits hoch, weil die Unternehmen auf der Kostenseite sehr effizient geworden sind", sagt der Vontobel-Research-Leiter. Das höchste Gewinnwachstum erwartet er bei Unternehmen aus dem Maschinenbau, bei Bauzulieferern und Banken. 

Im laufenden Jahr setzt er auf einen Mix aus Gewinner- und Verlierer-Aktien. Zu den empfohlenen Titeln, die 2013 Mühe gehabt haben, gehören Syngenta oder AMS. Syngenta war 2013 das Schlusslicht im SMI - zugleich der einzige Bluechips-Titel, der das Jahr mit einer Minusperformance abgeschlossen hatte. AMS litt in den letzten Monaten zunächst unter Fehlprognosen, anschliessend sorgte der abrupte CEO-Abgang für Kursturbulenzen. 

Die Gewinner, die Spiliopoulos wegen ihrer zyklischen Abhängigkeit auch für dieses Jahr bevorzugt, sind ABB, Adecco oder die UBS - "aus unserer Sicht nach wie vor die am besten positionierte Bank", so Spiliopoulos

Im cash-Börsen-Talk begründet Spiliopoulos seine Favoritenwahl und sagt, wieso Anleger auf andere Edelmetalle als Gold und Silber setzen sollen.