SMI holt Tagesverluste nahezu auf - Jahresverlust bleibt

Die Schweizer Börse hat am Freitag, dem letzten Handelstag des Jahres, nach einem leichteren Start die Verluste nahezu wettgemacht. Innert Jahresfrist hat der SMI damit rund 6,5 Prozent verloren.
30.12.2016 17:30
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil. Die Aktie hat innerhalb eines Jahres rund 60 Prozent zugelegt.
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil. Die Aktie hat innerhalb eines Jahres rund 60 Prozent zugelegt.
Bild: ZVG

Das Geschäft am letzten Handelstag des Jahres verlief laut Händlern in sehr ruhigen Bahnen und mit geringen Umsätzen. Die Kursbildung habe zum Teil etwas zufällig angemutet. Vereinzelt prägten Gewinnmitnahmen und auch Kurspflege vor dem Jahresende das Bild. "Es war ja keiner mehr hier", sagte ein Händler. Am Montag, dem 2. Januar, bleiben die Märkte in New York, London, Tokio und Zürich geschlossen.

Der SMI notierte mit 8225 Punkten um 0,3 Prozent tiefer als am Vortag. Gegenüber dem Vorjahr hat der SMI rund 6,5 Prozent an Wert eingebüsst.

Besser schnitten Nebenwerte ab. "Nebenwerte machten das Rennen", sagte ein Händler. Der SPI Index der Industriewerte legte im Jahresverlauf rund 16 Prozent zu und hielt damit gut mit anderen mehr zyklischen Börsenindizes wie dem Dow Jones oder dem Dax mit. Die Aktie des Milchpulverherstellers Hochdorf oder des Pharmazulieferers Bachem sind um gut 80 beziehungsweise mehr als 70 Prozent gestiegen. Der Computer-Mäusehersteller Logitech, der Bauzulieferer Arbonia oder die Schweizerische Nationalbank (SNB) sind um über 50 Prozent mehr wert als vor Jahresfrist.

Der SMI gilt wegen der hohen Gewichtung der Pharmawerte Novartis und Roche und dem Lebensmittelriesen Nestle, die zusammen rund 60 Prozent der Marktkapitalisierung ausmachen, als defensiv. "Und wenn diese drei Schwergewichte nicht laufen, bleibt auch der SMI stehen", sagte ein Händler. Roche und Novartis haben 2016 rund 15 Prozent an Wert verloren. Bei Nestle beträgt das Minus knapp zwei Prozent.

Actelion schwingt oben aus

Dass mit Actelion dennoch ein Pharmawert bei den Bluechips mit rund 60 Prozent das stärkste Plus gezeigt hat, liegt an spekulativen Käufen. Der US-Konzern Johnson & Johnson verhandelt Insidern zufolge im Zuge der geplanten Übernahme der Firma über eine Abspaltung der Forschungsaktivitäten des Schweizer Biotechnologieunternehmens. Dabei würde der Pharma- und Konsumgüterriese aus New Jersey etwa 260 Dollar in bar je Actelion-Aktie bieten, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen zu Reuters. Die Forschung von Actelion würde in eine eigene börsennotierte Gesellschaft ausgelagert. Ein Deal könnte bis Ende Januar ausgehandelt werden, sagten die Personen. J&J und Actelion wollten sich nicht äussern. Am Freitag schwächte sich der Titel ab.

Die Aktien des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan rückten um 0,4 Prozent vor und führten damit die Gewinner an. Gefragt waren auch die Anteile des Uhrenherstellers Swatch und des Luxusgüterproduzenten Richemont. Die Anteile der ebenfalls zyklischen Firmen ABB, Adecco, SGS und Syngenta wurden zu leicht tieferen Kursen bewertet.

Die Papiere der Credit Suisse fielen um 0,2 Prozent. Rivale UBS konnte hingegen 0,5 Prozent zulegen. Julius Bär wiederum standen mit 0,3 Prozent im Minus. Mit den Aktien der beiden Grossbanken war 2016 nichts zu verdienen. CS haben ein Drittel und UBS ein Fünftel ihres Werts verloren.

Die Versicherungswerte verbuchten Terraingewinne von einem Viertelprozent.

Gewinnmitnahmen bei Evolva

Gewinnmitnahmen liessen die Aktien von Evolva am letzten Handelstag unverändert. Der Titel hat in den vergangenen Tagen stark zugelegt. Der Nahrungsmittelzusatzhersteller hat von den USA ein Patent für den Süssstoff Stevia erhalten.

Die Aktien von Galenica stiegen um 0,4 Prozent. Grossaktionär Sprint hat den Anteil auf 9,63 von 14,48 Prozent reduziert. Händler begrüssten den "steten und marktschonenden Positionsabbau" von Sprint.

Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien von Goldbach Media. Die Werbefirma hat 2016 um 50 Prozent an Wert gewonnen. Doch nicht alle Titel liefen so gut: Geld verloren haben jene Anleger, die 2016 auf die Aktie der Derivatboutique Leonteq oder des Solarzulieferers Meyer Burger gesetzt hat. Sie haben 75 respektive gut 60 Prozent eingebüsst.

Den stärksten Kursanstieg verbuchten die Aktien der Banque ProGes, die sich verdreifacht haben. "Der Titel ist allerdings total illiquid", sagte ein Händler. 

(Reuters)