SMI holt Verluste vom Freitag teilweise auf

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich bis am Montagmittag nach verhaltenem Start deutlich in die Gewinnzone vorgeschoben.
22.08.2016 12:35
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün.
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün.
Bild: cash

Damit macht der SMI zumindest einen Teil der Verluste vom Freitag und derjenigen der Vorwoche insgesamt wieder gut. Treiber sind vor allem die sehr starken Syngenta nach einem positiven Behördenbeschluss in den USA zur Übernahme durch ChemChina, aber auch die Mehrheit der übrigen Titel verzeichnet mittlerweile solide Avancen.

Die Abgaben der vergangenen Woche seien angesichts der kräftigen Gewinne in den Wochen davor nicht erstaunlich gewesen, heisst es in einer Markeinschätzung der Zürcher Kantonalbank. Die Investoren hätten in letzter Zeit die Risiken weitgehend ausgeklammert, so sei etwa auch der Brexit kaum mehr ein Thema gewesen. Die Bank verweist darauf, dass sich die Stimmungsindikatoren weiterhin erstaunlich gut hielten und dass die Unternehmensgewinne im zweiten Quartal sowohl in den USA als auch in Europa mehrheitlich positiv überrascht hätten. Der Hauptgrund für die gute Performance der Aktienmärkte in den letzten Wochen sei aber nach wie vor in der weltweit expansiven Geldpolitik zu orten, welche die Abwärtsrisiken beschränke.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.45 Uhr 0,52% höher bei 8'169,67 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,88% auf 1'228,56 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,47% auf 8'887,87 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 24 im Plus und sechs im Minus.

Syngenta als Treiber

Weiterhin markieren Syngenta (+11% auf 423,30 CHF) mit grossem Abstand die Spitze unter den Schweizer Blue Chips. Die Papiere profitieren von einem Entscheid der US-Behörden zu der vom chinesischen Staatsunternehmen ChemChina vorgelegten Barofferte. Allen Befürchtungen zum Trotz hat das Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) der geplanten Übernahme des Agrarchemiekonzerns aus Basel durch ChemChina seinen Segen erteilt. Damit sei der grösste Stolperstein für die Transaktion aus dem Weg, meinen Experten.

Damit rücken Syngenta in einem grossen Schritt auf den von ChemChina gebotenen Übernahmepreis in Höhe von 465 USD zuzüglich einer Sonderdividende von 5 CHF je Aktie zu. Im Handel und unter Analysten werden die Neuigkeiten zur Syngenta-Übernahme als eine positive Überraschung gewertet. Zwar sei bis zum Stichtag vom 29. August eine Entscheidung der US-Behörde erwartet worden. Allerdings hätten viele Marktteilnehmer mit einem negativen Votum des CFIUS gerechnet, heisst es.

Überdurchschnittlich gesucht sind dahinter auch Aryzta (+2,7%) und Dufry (+2,1%). Letztere erhalten von der Verlängerung eines Vertrages zum Betrieb von Duty Free-Läden mit dem Flughafen in Guadeloupe etwas Auftrieb.

Weitere Aktien mit einem Gewinn von über 1% sind Adecco (+1,7%) und Clariant (+1,4%) sowie die Versicherungen Swiss Life (+1,3%), Swiss Re und Bâloise (je +1,2%). Zurich (+0,9%) folgen knapp dahinter. Zu Zurich gab es in der Wochenendpresse Spekulationen, dass die Schweizer Tochtergesellschaft eine hohe Zahl an Kaderleuten entlassen wolle. Die Rede war in einem Artikel der "NZZaS" von 190 bis 380 Mitarbeitern.

Swisscom (+0,6%) werden von einer Kurszielsenkung durch Goldman Sachs, welche gleichzeitig die Empfehlung 'Sell' bestätigt hat, nicht gebremst. Actelion (+0,3%) rangieren im hinteren Mittelfeld, dies nachdem das Unternehmen den Abschluss des im Dezember 2013 gestarteten Aktienrückkaufprogramms bekanntgegeben hat.

Auf der Negativseite fallen Nestlé (-0,8%) mit den stärksten Abgaben auf. Der Titel hatte in der Vorwoche trotz der am Donnerstag gut aufgenommenen Zahlen über 1% an Wert verloren. Weitere Verlierer sind Sika (-0,4%), Geberit (-0,2%) oder Givaudan (-0,1%).

Im breiten Markt fallen Ascom nach dem Verkauf der Sparte Network Testing mit einem markanten Plus von 8,8% auf. Der Verkaufspreis lag zwar eher am unteren Ende der Erwartungen, die Marktteilnehmer zeigen sich aber froh darüber, dass der zuletzt verlustbringende Bereich nun verkauft ist und sich das Unternehmen nun auf die Umsetzung der Wachstumsstrategie konzentrieren kann.

Jeweils nach Zahlen ziehen Metall Zug um 1,0% an und Schlatter um 1,2%. Bis auf Belimed seien die Zahlen von Metall Zug überzeugend ausgefallen, heisst es dazu in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank.

(AWP)